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Müll: Joghurtbecher nicht ausgespült in die Tonne werfen

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Richtig entsorgen  

"Joghurtbecher auf keinen Fall ausspülen!"

12.12.2016, 12:26 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Müll: Joghurtbecher nicht ausgespült in die Tonne werfen. Leere Joghurt- und Puddingbecher gehören ohne vorherige Reinigung direkt in die Tonne. (Quelle: Imago /Sepp Spiegl)

Leere Joghurt- und Puddingbecher gehören ohne vorherige Reinigung direkt in die Tonne. (Quelle: Imago /Sepp Spiegl)

Der leere Joghurtbecher sorgt in deutschen Haushalten häufig für Familiendiskussionen. Muss man ihn wirklich ausspülen, bevor er in der Tonne landet? Auch bei blauen Flaschen gehen die Meinungen auseinander: Gehören diese nun in den Braunglas- oder in den Grünglascontainer? Wissen Sie es? Wir haben zwei Müllexperten gefragt, in welche Entsorgungsfallen wir geraten können.

Noch immer spülen viele Verbraucher Dosen und Joghurtbecher aus, bevor sie diese in den gelben Sack oder die neue Wertstofftonne geben. Schließlich sei es für das Recycling besser, wenn der Müll sauber ist, lautet die weitläufige Meinung.

Unnötige Energieverschwendung

Doch das ist falsch, sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH): "Joghurtbecher sollte man auf keinen Fall reinigen." Dadurch würden Energie und Wasser nur unnötig verschwendet, so der Experte. "Es reicht vollkommen aus, wenn Becher und Dosen ausgekratzt werden.“

Müll wird gereinigt

Man müsse kein schlechtes Gewissen haben, wenn man dreckige Behältnisse in den Müll gibt, sondern eher, wenn man diese reinigt, so die Meinung des Verbraucherexperten. "Der Müll wird für die Wiederverwertung auf dem Müllentsorgungshof gereinigt und ein Teil des Abfalls wird für die Energiegewinnung sowieso verbrannt.“

Das bestätigt auch die Servicezentrale der Müllentsorgung der Stadt Darmstadt: "Joghurtbecher und Dosen müssen nicht ausgespült werden. Sie können auch mit geringen Lebensmittelrückständen in den Müll gegeben werden“, so ein Mitarbeiter des Eigenbetriebs für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD).

Blaue Flaschen zum Grünglas

Und wie sieht es mit blauen Glasflaschen aus? Diese gebe man am besten zum Grünglas, so die Empfehlung der Servicestelle des EAD. Auch Petersen rät zu dieser Entsorgung: "Grünglas kann den blauen Farbton am besten ausgleichen. Besonders bei der Sortierung von Glas legen die Müllunternehmen großen Wert auf Sortenreinheit. Bereits eine braune Flasche im Weißglascontainer, die von der Sortieranlage übersehen wird, zerstört die Sortenreinheit. Das recycelte Glas wird trüber und das erschwert die Wiederverwertung erheblich.“

Das Gerücht, dass die Transportfahrzeuge die verschiedenen Glassorten bei der Abholung der Container zusammen schütten würden, entkräftet der Verbraucherexperte: "Diese Müllautos haben in ihrem Inneren drei verschiedene Aufnahmeflächen, eben für jede Glasfarbe eine. Da wird nichts vermischt.“

Finger weg von "Bio“-Plastiktüten

In den Regalen der Supermärkte findet man sie immer wieder: kompostierbare Plastiktüten für die Biotonne. Dieser Trend wird von den Müllabfuhr-Unternehmen kritisch wahrgenommen und sorgt immer wieder für Ärger. "Die Tüten verrotten sehr viel langsamer als der Rest des Bioabfalls. Das ist ein echtes Problem bei der Kompostierung“, erklärt der Servicemitarbeiter vom EAD. Er rät Verbrauchern, von diesen Tüten die Finger zu lassen und zu den altbewährten Papierbeuteln zu greifen.

Zudem lassen sich die kompostierbaren Plastikbeutel kaum von den herkömmlichen Mülltüten unterscheiden. Es kann also passieren, dass die Tonne stehen bleibt. "Unsere Mitarbeiter schauen in die Biotonne, bevor diese geleert wird. Sehen wir Metall- und Plastikteile oder anderen Inhalt, der nicht hineingehört, lassen wir die Tonne stehen“, sagt der EAD-Mitarbeiter. Der betroffene Haushalt müsse die Leerung dann als Restmüll angeben und eine erneute Leerung beantragen. Die anfallende Gebühr sei selbst zu tragen.

Es gebe sogar Müllautos, die mit Detektoren ausgestattet seien, um falschen Inhalt auch im Inneren der Tonne zu erkennen. Man solle daher darauf achten, dass keine Fremdstoffe, wie beispielsweise Zierdraht an Blumensträußen, in die Tonne gelangen, so der Rat.

Alte Handys haben wertvolle Rohstoffe

Auch bei alten Handys gibt es Regeln. "Handys gehören nicht in den Restmüll. Sie müssen abgegeben werden“, betont Petersen. Der Verbraucher sei laut Elektroschrott-Richtlinie sogar verpflichtet, das Gerät an den dafür vorgesehenen Sammelstellen abzugeben. Er begehe sonst eine Ordnungswidrigkeit, so der Umweltexperte der VZHH.

Das gilt auch für Haushaltsgeräte. Diese hätten ebenfalls wertvolle Rohstoffe, die wiederverwertet werden können. Auf Recyclinghöfen und bei manchen Elektronikanbietern könne man den Elektromüll abgeben beziehungsweise abholen lassen. Wer unsicher ist, kann im Bürgerservice der jeweiligen Stadt nachfragen, wo sich die Sammelstellen befinden.

Batterien auf keinen Fall in den Restmüll

Auch Batterien müssen recycelt werden. Wer diese in den Restmüll gebe, begehe ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit, warnt Petersen. "Der Verbraucher ist verpflichtet, die Batterien zurückzubringen." In vielen Drogerien, Elektrogeschäften, Recyclinghöfen und im Bürgerservice der Städte seien Sammelbehälter zu finden. Denn wer Batterien verkauft, muss diese auch wieder annehmen, so der Verbraucherexperte. Wer sie in den Restmüll werfe, verschwende nicht nur wertvolle Rohstoffe, sondern riskiere auch, dass beim Entsorgungsvorgang Schwermetalle in die Umwelt gelangen.

Bei zerbrochener Energiesparlampe Raum gut lüften

Auch Energiesparlampen gehören laut Petersen auf den Recyclinghof. Optimal sei die Entsorgung aber noch nicht organisiert, bedauert der Experte. Geschäfte hätten keine Rücknahmeverpflichtung für die Lampen. Die dort vorhandenen Behältnisse seien auf freiwilliger Basis aufgestellt. Da es keinen wirklichen Schutz gebe, drohten die Lampen in diesen Boxen zu zerbrechen. Dann könnten die Quecksilberdämpfe in die Verkaufsräume austreten. Am besten sei es, die Energiesparlampen in der Umverpackung abzugeben, so die Empfehlung.

Geht eine Energiesparlampe in den eigenen vier Wänden zu Bruch, muss schnell gehandelt werden. Petersen rät, die Scherben zügig zusammenzukehren und in einen Plastikbeutel zu geben. Dieser müsse gut verschlossen und ebenfalls beim Recyclinghof abgegeben werden. Wichtig sei zudem auch, dass die Wohnung eine halbe Stunde gut gelüftet wird.

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