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Campylobacter: Hähnchen bloß nicht vor dem Kochen abwaschen

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Gefährliche Keime  

Hähnchen besser nicht vor dem Kochen abwaschen

17.06.2014, 09:46 Uhr | t-online.de, AFP

Campylobacter: Hähnchen bloß nicht vor dem Kochen abwaschen. Wer Geflügelfleisch unter fließendem Wasser reinigt, riskiert, dass sich Keime in der ganzen Küche verbreiten.  (Quelle: Imago / Niehoff)

Wer Geflügelfleisch unter fließendem Wasser reinigt, riskiert, dass sich Keime in der ganzen Küche verbreiten. (Quelle: Imago / Niehoff)

Ein küchenfertiges Hähnchen vor dem Kochen unter fließendem Wasser abzubrausen, ist für viele Routine. Doch aus Hygienegründen ist das nicht nur überflüssig, sondern sogar gefährlich. Denn auf Geflügelfleisch befinden sich häufig Campylobacter-Bakterien, die Brechdurchfall verursachen können. Durch das spritzende Wasser werden diese dann auf den Arbeitsflächen verteilt und kontaminieren andere Lebensmittel.

Aus diesem Grund warnt die britische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit (FSA) davor, rohes Geflügel vor dem Verzehr mit Wasser abzuwaschen. Entgegen der gängigen Meinung würden Schmutz und Bakterien dadurch nicht weggespült, sondern es bestehe die Gefahr einer Campylobacter-Infektion.

Spritzwasser hat Radius von drei Metern

Bis zu drei Meter könne sich das Spritzwasser samt der darin enthaltenen Bakterien verteilen. Auf diese Weise werden Küchenoberflächen, Kochgeräte und Trockentücher kontaminiert. Die FSA weist darauf hin, dass die Campylobacter-Keime in vier von fünf Fällen über Geflügel übertragen werden. Es lägen sogar Studien vor, nach denen eine Infektion schon durch bloßes Anfassen eines abgepackten Huhns im Supermarkt erfolgen kann.

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Infektion erfolgt nicht nur über Fleisch

Doch Geflügelfleisch ist nicht der einzige Überträger von Campylobacter. Durch den Verzehr von rohem Rindfleisch, nicht ausreichend gegartem Schweinefleisch und Rohmilch können sich Menschen ebenso mit dem Darmkeim infizieren. Aber auch beim Kontakt mit Tieren oder beim Verschlucken von Wasser aus Teichen und Seen werden die Erreger übertragen.

Wichtige Hygieneregeln für die Küche

Am besten schützt man sich vor der Infektion mit Campylobacter, wenn man peinlich genau auf Küchenhygiene achtet. Grundsätzlich sollte rohes Fleisch vor dem Garen immer getrennt von allen ungegarten Lebensmitteln zubereitet werden. Auf keinen Fall darf darf es auf dem gleichen Küchenbrett wie etwa Salat oder Gemüse geschnitten werden. Um abgepacktes Fleisch zu säubern, reicht es dabei vollkommen aus, es vorsichtig mit Küchenkrepp abzutupfen. Dieses sollte man anschließend sofort entsorgen und die Hände gründlich mit warmen Wasser reinigen.

Damit das Fleisch keimfrei wird, muss man es immer ausreichend garen - bei mindestens 70 Grad nicht kürzer als zehn Minuten. Durch Einfrieren werden die Erreger nicht vollständig zerstört, sondern nur ihre Anzahl verringert.

Darmkeim ist auf dem Vormarsch

Eine Infektion durch Campylobacter gehört zu den häufigsten Lebensmittelvergiftungen. Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Darmkeim. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist über die wachsende Zahl der Infektionen besorgt. Pro Jahr verzeichnet das Institut inzwischen 65.000 Campylobacter-Erkrankungen - mit steigender Tendenz. Schon ein einziger Kontakt mit belastetem Geflügelfleisch reicht aus, um sich zu infizieren. Während bei Salmonellen Millionen Keime nötig sind, um einen Menschen krank zu machen, genügen bei Campylobacter bereits 500. 

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Infektion kann gefährliche Folgen haben

Gewöhnlich geht die Infektion glimpflich aus. Bei Kleinkindern, älteren Menschen, Schwangeren und Patienten mit geschwächtem Immunsystem ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings höchste Vorsicht geboten. Bei ihnen kann eine Infektion schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen und sogar tödlich enden.

Typisch für den Verlauf einer Campylobacter-Infektion ist, dass sich die Krankheit nicht gleich bemerkbar macht. Drei bis vier Tage können vergehen, eher sich Beschwerden wie Durchfall, Magenkrämpfe oder Fieber einstellen. Deshalb ist Betroffenen oft nicht klar, wodurch sie erkrankt sind. Meist reicht es aus, den Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen zu ersetzen. Antibiotika sind normalerweise nicht nötig. Allerdings scheiden Erkrankte zwei bis vier Wochen lang die ansteckenden Bakterien aus. Deshalb sollten sie zumindest während der Erkrankung zu Hause bleiben und besonders auf persönliche Hygiene achten. Die Infektionen müssen vom Labor an die Behörden gemeldet werden.

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