Startseite
Sie sind hier: Home > Lifestyle > Besser leben >

Haltbarkeit von H-Milch ist schwer zu bestimmen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Geruchstest versagt bei H-Milch  

So lange ist Milch wirklich haltbar

05.11.2014, 15:38 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Haltbarkeit von H-Milch ist schwer zu bestimmen. H-Milch kann nicht sauer werden. Dass sie deshalb ewig genießbar ist, ist allerdings ein Irrtum. (Quelle: dpa)

H-Milch kann nicht sauer werden. Dass sie deshalb ewig genießbar ist, ist allerdings ein Irrtum. (Quelle: dpa)

"Meinst du, die ist noch gut?“ Diese Frage ist typisch in Bezug auf die Haltbarkeit von Milch. Die Antwort lautet immer ähnlich: "Lass mich mal riechen. Riecht nicht sauer. Die können wir noch trinken.“ Doch was viele nicht wissen: Bei H-Milch versagt der Geruchstest, denn sie wird nicht sauer. Wir haben bei der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) nachgefragt, warum das so ist und woran man wirklich erkennen kann, dass Milch schlecht ist.

"Es gibt einen einfachen Grund, warum H-Milch nicht sauer werden kann“, erklärt Armin Valet, Experte für Ernährung und Lebensmittel der VZHH. "Sie besitzt keine Milchsäurebakterien mehr.“ H-Milch, also ultrahocherhitzte Milch, wird für mehrere Sekunden auf mindestens 135 Grad erhitzt. Bei diesem Prozess werden nicht nur schädliche Keime abgetötet, sondern auch die nützlichen Milchsäurebakterien. So ist die ungeöffnete Milch zwar bis zu zwölf Wochen bei Zimmertemperatur haltbar, aber sie kann auch nicht mehr sauer werden.

H-Milch flockt nicht aus

Wenn man nicht riechen kann, ob die Milch schlecht ist, kann man es dann sehen? "Das Ausflocken ist bei H-Milch ebenfalls kein verlässliches Warnzeichen. Denn auch hierfür werden Milchsäurebakterien benötigt“, erklärt Valet. "Das sicherste Zeichen, dass H-Milch nicht mehr für den Verzehr geeignet ist, ist der Geschmack.“ Habe das Tierprodukt ein muffiges oder bitteres Aroma, sollte man es besser entsorgen. Es sei in der Regel zwar nicht gesundheitsschädlich, aber eben nicht mehr genießbar.

"Keime kommen von außen in die H-Milch“

Kritisch wird es erst, wenn Bakterien, Viren oder Schimmelsporen von außen in die Milch gelangen. Zum Beispiel, weil man direkt aus dem Beutel trinkt oder die geöffnete Milch länger außerhalb des Kühlschranks steht. "Es sind die Keime und Schimmelpilze, die von außen in die H-Milch kommen, die uns krank machen können, nicht die Milch selbst“, erklärt der Verbraucherschützer.

Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sind dann mögliche Folgen. Krankheitserreger, die über Tröpfcheninfektion weitergegeben werden, wie beispielsweise Erkältungs- und Grippeviren, verbreiten sich ebenfalls, wenn man direkt aus dem Beutel trinkt. Das gilt allerdings für jedes Getränk, nicht nur für Milch.

Schmeckt die Milch seltsam: besser entsorgen

Daher sollte H-Milch, die seltsam schmeckt, sicherheitshalber entsorgt werden. "Zum einen ist sie kein Genuss mehr, zum anderen kann sie besonders für die Gesundheit von Schwangeren, Kindern oder älteren Menschen riskant sein“, erklärt Valet. Generell sollten die genannten Risikogruppen immer zu erhitzter Milch statt zu Rohmilch greifen. Zwar habe sie weniger Vitamine als frische Milch, sei aber keimfrei. "Der Kalziumgehalt in der Milch wird durch Hitze übrigens nicht beeinflusst“, ergänzt der Experte.

Milch immer im Kühlschrank aufbewahren

Nach Angaben der VZHH ist ungeöffnete Milch auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) noch drei Tage genießbar. Geöffnet und im Kühlschrank halte Frischmilch rund drei Tage, H-Milch sei bis zu sieben Tage haltbar. "Es kommt allerdings immer darauf an, wie mit Milch umgegangen wird. Steht sie geöffnet bei Zimmertemperatur herum, verdirbt sie schneller als im Kühlschrank“, erklärt Valet.

Um wirklich sicher zu sein, dass die Milch beim Verzehr noch genießbar ist, rät das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, sowohl bei Frischmilch als auch bei H-Milch, die Vier-Tage-Regel einzuhalten. Als Faustregel gilt: Milch nach dem Öffnen so bald wie möglich aufbrauchen.

Die Lagerung im Kühlschrank ist mit fünf bis acht Grad ideal. Wichtig ist zudem, dass die Milch immer verschlossen aufbewahrt wird. Nicht nur als Schutz vor Keimen, sondern auch, weil Milch schnell andere Gerüche annimmt und dann ebenfalls nicht mehr schmeckt.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Tiefe Einblicke 
Das Innere eines Verbrennungsmotors in Zeitlupe

Einblicke in einen Benzinmotor während des Betriebs. Dazu haben wurde eine Plexiglasscheibe in einen Motor eingesetzt. Video

Anzeige
Ähnliche Themen im Web


Anzeige
shopping-portal