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Campylobacter & Co.: Mehr gefährliche Keime auf Geflügelfleisch

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"Keine Fortschritte"  

Mehr gefährliche Keime auf Geflügelfleisch

10.03.2015, 16:15 Uhr | dpa

Campylobacter & Co.: Mehr gefährliche Keime auf Geflügelfleisch. Geflügelfleisch ist besonders häufig mit Keimen belastet.  (Quelle: dpa)

Geflügelfleisch ist besonders häufig mit Keimen belastet. (Quelle: dpa)

Gefährliche Bakterien auf Geflügelfleisch bleiben in Deutschland ein Problem. Bei etwa der Hälfte der Proben geschlachteter Masthähnchen seien 2013 potenziell krankmachende Keime nachgewiesen worden, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin mit.

Bei frischem Hähnchenfleisch waren demnach fast 38 Prozent der Proben mit Keimen belastet. In den vergangenen fünf Jahren seien keine Fortschritte erzielt worden, teilte das BVL mit. Auch antibiotikaresistente Keime würden immer wieder entdeckt - weit häufiger als bei Rindfleisch. Die Hygienepraktiken bei der Geflügelschlachtung müssten umfassend verbessert werden, fordert das Amt.

Jedes zweite Hähnchen ist mit Campylobacter belastet

Deutlich erhöht hat sich im Vergleich zum Jahr 2011 die Anzahl von Masthänchen-Proben, die mit Campylobacter-Bakterien belastetet sind: Sie stieg von knapp 41 auf gut 52 Prozent. Beim Menschen können die Erreger schweren Durchfall verursachen. "Angesichts der hohen Zahl an Erkrankungen des Menschen an einer Campylobacter-Infektion besteht aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes Handlungsbedarf", hieß es in der Mitteilung.

Antibiotika-resistente Keime bei Geflügel ebenfalls weit verbreitet

Multi-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), die gegen mehrere Klassen von Antibiotika immun sind, wurden auf fast der Hälfte der Masthähnchen-Schlachtkörper und in rund 20 Prozent der Proben von frischem Hähnchenfleisch nachgewiesen. Schlachtkörper von Mastrindern (5,0 Prozent positive Proben) und frisches Rindfleisch (5,5 Prozent) seien im Vergleich deutlich seltener mit solchen Bakterien kontaminiert.

"Eine Besiedlung des Menschen mit diesen "Nutztier-assoziierten" MRSA-Stämmen scheint jedoch nur in seltenen Fällen zu schweren Krankheitserscheinungen zu führen", hieß es vom BVL.

Übertragung vom Tier auf den Menschen

Die Daten stammen aus dem sogenannten Zoonosen-Monitoring. Zoonosen sind Infektionen, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Die Erreger können zum Beispiel während der Schlachtung und Weiterverarbeitung von Nutztieren auf das Fleisch gelangen. Auf diese Weise kontaminierte Lebensmittel stellen eine wichtige Infektionsquelle für den Menschen dar.

Beim Zoonosen-Monitoring 2013 wurden zufolge rund 5700 Proben auf allen Ebenen der Lebensmittelkette auf das Vorkommen von derartigen Erregern untersucht.

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