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Fleischkonsum: Das bewirkt nur eine Scheibe Wurst weniger

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Fleischkonsum der Deutschen  

Das bewirkt nur eine Scheibe Wurst pro Woche weniger

18.06.2015, 12:46 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Fleischkonsum: Das bewirkt nur eine Scheibe Wurst weniger. Wurst steht in der Gunst der Deutschen besonders weit vorne.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wurst steht in der Gunst der Deutschen besonders weit vorne. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Deutschen lieben Fleisch. Jeder Bundesbürger isst im Laufe seines Lebens durchschnittlich 945 Hühner, 46 Schweine, 46 Puten, 37 Enten, vier Rinder und vier Schafe, geht aus dem "Fleischatlas" des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hervor. Das hat Folgen - nicht nur für die Tiere selbst, sondern auch für die Natur. Wer bewusster isst, kann viel erreichen: "Bereits eine Scheibe Wurst weniger auf dem Brot trägt einen wichtigen Teil zum Umweltschutz bei", betont Roland Gramling, Pressesprecher der Umweltstiftung WWF in Berlin. Er verrät, wie Fleischgenuss ohne schlechtes Gewissen geht.

Massentierhaltung, der Einsatz von Antibiotika, durch Gülle verunreinigtes Grundwasser und hohe CO2-Emissionen: Die Konsequenzen der Tierhaltung sind bekannt. "Obwohl Eier, Fleisch und Milch nur ein Bestandteil von vielen in unserem täglichen Speiseplan sind, sind 70 Prozent der Klimaemissionen, die von unserer Ernährung versursacht werden, auf tierische Lebensmittel zurückzuführen", so Gramling.

Soja-Anbau verdrängt Weideland

Doch nicht nur die Tierhaltung selbst schadet der Umwelt. Auch die Futtergewinnung hinterlässt Spuren: Um den Futterbedarf der Tiere zu decken, müssen große Ackerflächen bewirtschaftet werden, meist im Ausland. 80 Prozent des in Deutschland verarbeiteten Sojas kommt aus Südamerika. Der Großteil wird für die Schweine- und Rinderfütterung benötigt - jährlich etwa viereinhalb Millionen Tonnen.

Die Ausweitung der Anbauflächen durch den hohen Bedarf nimmt stetig zu. "Immer mehr Weideland und Savannen werden gerodet, das ist ein großer Einschnitt in die Natur", betont Gramling. Nach Angaben des WWF werden weltweit über 100 Millionen Hektar für den Anbau von Soja genutzt.

Empfehlung: nicht mehr als 300 Gramm wöchentlich

Was kann der Verbraucher dagegen tun? "Wir empfehlen, höchstens 300 Gramm Fleisch in der Woche zu essen", sagt Gramling. "Das ist etwa ein Viertel von dem, was der Durchschnittsbürger aktuell verzehrt."

Wie effektiv es ist, den Konsum einzuschränken, verdeutlicht der Umweltschützer am Beispiel Wurst: "Würde jeder Deutsche pro Woche eine Scheibe Wurst einsparen, könnten 180 Quadratkilometern Soja-Fläche eingespart werden."

Qualität statt Quantität

Neben der Menge spielt auch die Qualität eine bedeutende Rolle. Der WWF empfiehlt, auf Fleisch mit Biozertifizierung zurückzugreifen - zu erkennen am EU-Biosiegel oder den Kennzeichen von Demeter, Bioland und Naturland. "Weniger und dafür besseres Fleisch, das ist es, worauf es ankommt. Genuss sollte vor dem Konsum stehen", rät Gramling.

Wildfleisch aus der EU aus nachhaltiger, regulierter Jagd sei ebenfalls empfehlenswert. "Es ist zwar eher ein Nischenprodukt, aber eine gute Abwechslung auf dem Teller", sagt Gramling. Auch Weidefleisch aus der Region ist eine gute Wahl. "Schauen Sie, wo Ihr Fleisch herkommt. Viele Bauernhöfe bieten Besichtigungen an."

Finger weg von konventionellen Fleischwaren

Von konventionell produzierten Fleisch- und Wurstwaren rät der WWF hingegen ab. Sie erfüllten keine ökologischen Nachhaltigkeitskriterien. Die Anforderungen an die Tierhaltung seien minimal. Auch importierte Flug- oder Schiffwaren, beispielsweise Wild- oder Lammfleisch aus Neuseeland oder Rindfleisch aus Argentinien, ist laut WWF aufgrund der hohen CO2-Emissionen ökologisch bedenklich.

Weitere Informationen finden Verbraucher im "Einkaufsratgeber Fleisch" des WWF.

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