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Düngen mit dem eigenen Kompost

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Umwelt  

So wird aus Abfall die perfekte Gartenerde

31.03.2016, 15:59 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Düngen mit dem eigenen Kompost . Die besten Tipps für den perfekten Kompost.  (Quelle: imago/Margit Brettmann)

Mit ein paar Kompost-Tricks erzielt man aus Küchenabfällen die perfekte Blumenerde. (Quelle: imago/Margit Brettmann)

Küchenabfälle und Gartenschnitt sind für Beete Gold wert. Denn daraus lässt sich nährstoffreicher Kompost herstellen. Das sorgt nicht nur für kräftige und gesunde Pflanzen, sondern spart auch Geld und schont die Umwelt. Wie man den perfekten Kompostmix erzielt und welche Abfälle auf keinen Fall in den Kompost gehören.

Immer mehr Hobbygärtner möchten auf chemische Düngemittel verzichten und entdecken das Ansetzen von eigenem Kompost für sich. Dieser lockert den Boden auf, macht ihn fruchtbarer und verbessert die Wasserspeicherfähigkeit. Zudem unterstützt Kompost wichtige Bodenbewohner wie Würmer, Insekten und Bakterien.

Kompostierung: Das älteste Recyclingverfahren der Welt

Laut dem Umweltbundeamt (UBA) ist die Kompostierung das älteste und einfachste Recyclingverfahren der Welt. Mit Hilfe verschiedener Mikroorganismen entsteht dabei ein hundertprozentiges Naturprodukt mit allen wertvollen Nährstoffen für den Boden. Die ideale Alternative also zu chemischen Hilfsmitteln und mineralischen Düngern, die nicht nur den Boden und das Grundwasser belasten, sondern im Zuge des Herstellungsprozesses auch jede Menge Energie benötigen.

Eigener Komposthaufen schützt die Moore

Auch die Moore profitieren von dem Komposthaufen im Garten. Die so gewonnene Erde stellt eine wichtige Torf-Alternative dar, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt in seinem Ratgeber "Kompostierung – hygienische Aspekte" betont. Durch den Torfabbau werden wertvolle Ökosysteme zerstört, und die entwässerten Moorböden setzen umweltschädliche Treibhausgase frei.

Ganz ohne Biotonne geht es nicht

Doch nicht alle Abfälle aus der Küche dürfen im Garten verrotten. Manche sind in der Biotonne besser aufgehoben. Als Faustregel gilt: Für die Kompostierung ist alles geeignet, was in Haushalt und Garten an organischen Abfällen anfällt. Darunter etwa Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Schnittblumen, Topfpflanzen, Laub und Grasschnitt. Eine Ausnahme bilden Abfälle tierischer Herkunft.

Tierische Abfälle haben im Kompost nichts zu suchen

Dazu zählen Streu und Fäkalien von Hunden und Katzen genauso wie Fleisch- und Wurstabfälle, Knochen sowie Fischreste. Das Bayerische Landesamt für Umwelt empfiehlt sogar, auf die Beimischung von Eierschalen zu verzichten, da Salmonellen enthalten sein können, die im Komposthaufen nicht sicher abgetötet werden.

Auf gekochte Küchenabfälle besser verzichten

Um Mäuse, Ratten und Ungeziefer fernzuhalten, rät das UBA zudem, keine gekochten Küchenabfälle auf den Kompost zu werfen. Kranke Pflanzenteile und mit Herbiziden behandelter Grasschnitt sind für den Kompost ebenfalls ungeeignet. Das gilt auch für Samen und Wurzelunkräuter wie beispielsweise Giersch, die im nährstoffreichen Humus schnell zu wachsen beginnen.

Ein schattiger Platz beugt unangenehmen Gerüchen vor

Um die Bildung unangenehmer Gerüche möglichst gering zu halten, wählt man als Standort am besten einen Schattenplatz. Zudem muss man darauf achten, dass das Kompostmaterial zwar feucht, aber nicht nass ist. Der Kompost sollte daher auch vor Regen geschützt sein, damit er nicht fault. Da auch Staunässe Fäulnisprozesse begünstigt, ist es zudem wichtig, dass der Boden unter dem Kompost aufnahmefähig ist. Ideal ist Erde. So finden auch Regenwürmer und Kleinstlebewesen ihren Weg in den Kompost.

Trockene und feuchte Anteile abwechselnd schichten

Generell ist es wichtig darauf zu achten, dass nicht eine einzelne Abfallart auf dem Komposthaufen überhandnimmt. Je vielfältiger die Mischung ist, desto nährstoffreicher fällt das Ergebnis aus. Trockene Anteile wie kleine Aststücke und Laub sollten sich mit feuchten Anteilen wie etwa Kartoffelschalen abwechseln. Gröberes Material lockert den Kompost auf und unterstützt die Durchlüftung.

Frischkompost nach vier Monaten einsatzbereit

Nach etwa drei bis vier Monaten ist der sogenannte Frischkompost fertig. Er enthält noch grobe Stücke und kann zum Mulchen und Verbessern der Gartenerde verwendet werden. Nach sechs bis zwölf Monaten ist der Reifekompost einsatzbereit. Man erkennt ihn an seiner feinkrümeligen Struktur. Er riecht nach feuchter Walderde.

Kresse-Test zeigt Pflanzenverträglichkeit

Um zu überprüfen, ob der Kompost "reif" ist, rät das UBA den Kresse-Test durchzuführen. Dazu wird eine Handvoll Kompost mit einer Handvoll Gartenerde vermischt und mit Kresse bepflanzt. Keimen nach einer Woche viele Samen und wächst die Kresse zügig, ist der Kompost fertig. Entwickeln sich die Keimlinge nur langsam oder zeigen die Blättchen gar eine gelbe oder braune Färbung, ist der Kompost noch zu frisch. Dann eignet er sich zwar als Mulch und Bodenverbesserer, nicht aber als Blumenerde. Übrigens: Länger als ein Jahr sollte Kompost nicht lagern.

Weitere Komposttipps finden Hobbygärtner in der "Kompost Fibel" des Umweltbundesamtes.

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