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Forscher pressen den letzten Tropfen aus Shampoo-Flaschen

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Spezielle Beschichtung  

Forscher leeren Shampooflaschen bis auf den letzten Tropfen

28.06.2016, 11:49 Uhr | Annett Stein, dpa

Forscher pressen den letzten Tropfen aus Shampoo-Flaschen. Der letzte Tropfen ist nur schwer aus der Flasche zu bekommen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der letzte Tropfen ist nur schwer aus der Flasche zu bekommen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Flaschen werden auf den Kopf gestellt, geschüttelt oder mit Wasser versetzt: Den letzten Tropfen aus einem Gefäß zu bekommen, ist nicht leicht. Forscher haben nun speziell beschichtete Flaschen entwickelt, aus denen auch der letzte Tropfen problemlos herausläuft.

Mit einer speziellen Beschichtung könnten Plastikflaschen ganz von allein komplett leer laufen. Der Trick seien mikroskopisch kleine, Y-förmige Strukturen auf der Innenwand. Die Wissenschaftler ließen die Seifenprodukte über kleine, luftgefüllte Taschen gleiten, sodass sie die Flaschenwand nicht berührten, berichten sie im Fachjournal "Philosophical Transactions" der britischen Royal Society. Das Interesse an einer solchen Erfindung dürfte groß sein.

Einfache und günstige Beschichtung

"Wir alle mühen uns daheim mit Shampooflaschen", sagt Bharat Bhushan von der Ohio State University in Columbus. "Um die letzten Tropfen herauszubekommen, stelle ich sie auf den Kopf, und meine Frau lässt etwas Wasser in die Flasche laufen und kämpft eine Weile lang, und dann geben wir auf und werfen sie weg." Letztlich doch immer einen Rest im Müll zu entsorgen, ist für viele Menschen immer wieder ein kleines Ärgernis - und zudem schlecht für die Umwelt. Milliarden Flaschen landen jährlich mit Produktrückständen im Müll.

Das Problem lasse sich mit der von ihnen entwickelten Beschichtung auf vergleichsweise einfache und günstige Weise verhindern, sind Wissenschaftler um Bhushan und Philip Brown von der Ohio State University überzeugt. Die Methode funktioniere bei einem sehr häufig für Verpackungen genutzten Kunststoff, dem Polypropylen.

Shampoo hängt hartnäckig an der Kunststoffflasche fest

Für den Lebensmittelbereich gebe es bereits solche Beschichtungen auf dem Markt, für Seifen bisher noch nicht. Seifen sind Natrium- oder Kalium-Salze von Fettsäuren - sogenannte Tenside. Sie bringen wasserliebende sowie wasserabweisende - und damit fettliebende - Substanzen zusammen. Auf diese Weise kann fetthaltiger Schmutz mit Wasser abgewaschen werden.

Genau diese Eigenschaft aber führe auch dazu, dass ein kleiner Teil dieser Mittel so hartnäckig in der Verpackung festhängt. "Verglichen mit Seife ist es ein Leichtes, Ketchup aus einer Flasche zu bekommen", erklärt Bhushan. "Unsere Beschichtung weist generell Flüssigkeiten ab, aber die große Herausforderung war, sie abstoßend für Seife zu machen." Ketchup enthalte zu großen Teilen Wasser - und Wassermoleküle klebten untereinander stärker als an Plastikmolekülen. Bei Tensiden sei genau das Gegenteil der Fall: "Sie haben eine sehr geringe Oberflächenspannung und hängen leicht an Kunststoff fest", erklärt Brown.

"Zottelige" Mini-Luftkissen weisen Shampoo ab

Die winzigen Y-Strukturen der Beschichtung seien aus Siliziumdioxid- oder Quarz-Nanopartikeln zusammengesetzt, beschreiben die Entwickler ihre Neuerung weiter. "Sie sehen aus wie zottelige, herzförmige Kissen, sind aber so hart wie Glas." Der abweisende Effekt entstehe dadurch, dass die Seifentropfen an den Y-Strukturen entlang über Mini-Luftkissen aus der Flasche gleiten. Ähnliche Ansätze gebe es bereits, sie seien in der Herstellung aber teurer und komplexer. Die Universität erhofft sich Lizenzen für die Beschichtungstechnik verschiedener Kunststoffe.

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