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Supermärkte: "Regional" heißt nicht immer "aus der Nähe"

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So täuschen die Supermärkte  

"Regional" heißt nicht "aus der Nähe"

18.08.2016, 15:21 Uhr | Nina Bürger

Supermärkte: "Regional" heißt nicht immer "aus der Nähe". Die Aufschrift von Produkten vermittelt häufig ein Gefühl von Nähe. (Quelle: dpa)

Die Aufschrift von Produkten vermittelt häufig ein Gefühl von Nähe. (Quelle: dpa)

Mit "Aus der Region" und "aus der Heimat" bewerben Supermärkte wie Edeka und Rewe sowie Discounter wie Lidl ihre Produkte als nah verarbeitet, frisch und hochwertig. Doch nicht immer ist der Weg so kurz, wie der Kunde erwartet. Worauf Sie beim Einkauf achten sollten.

"Regional im Supermarkt ist ein Megatrend", sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh). "Den Verbrauchern ist das wichtig und sie sind bereit, dafür mehr Geld auszugeben".

"Täuschung und Irreführung"

Doch wo "regional" drauf steht, können auch weite Lieferwege hinterstecken. Bezeichnungen wie "aus unserer Region", "aus der Heimat" oder "ich bin von hier" sind rechtlich nämlich nicht geschützt. "Große Firmen definieren Region danach, was ihr Einzugsgebiet ist", so Valet. In vielen Fällen käme es zur "Täuschung und Irreführung der Verbraucher".

"Aus der Region" bei fast 500 Kilometern Weg?

Das hat unter anderem eine Untersuchung der Verbraucherzentralen ergeben. Diese nahm 121 Produkte von Discountern, Supermärkten und Biodiscountern mit Regionalwerbung unter die Lupe. Mit dem Ergebnis, dass bei vielen Produkten der Hinweis fehlt, worauf sich die Regionalauslobung überhaupt bezieht. Das gilt auch für Aufsteller und Schilder in den Läden sowie für Prospekte. Zudem wurden bei Produkten mit Aufschriften wie "aus der Region", "daheim" oder "nah" Lieferwege von 15 bis 482 Kilometer ermittelt.

"Regionalfenster" hilft nur bedingt

Eine Irreführung des Verbrauchers ist auch trotz des 2014 eingeführten "Regionalfensters" noch möglich. Das Siegel zeigt, wo ein Produkt abgepackt wurde, woher die Mehrheit der Zutaten stammen und wo es verarbeitet wurde. Aber: Das Siegel ist freiwillig. "Schwarze Schafe bekommt man damit deshalb nicht", so Valet.

"Regional" gilt  in ganz Deutschland

Zudem dürfen Produkte mit "Regionalfenster" bundesweit vermarktet werden. Wenn man nicht genau hinschaut, können in München also auch Waren mit der Bezeichung "regional" im Einkaufskorb landen, die ganz im Norden abgepackt wurden und viele hundert Kilometer Lieferweg hinter sich haben. "Man kann die Hersteller nicht verpflichten, Produkte nur in der Region zu verkaufen, aus der sie stammen - obwohl nur das sinnvoll wäre" so Valet.

Dennoch bewertet er das Regionalsiegel als Schritt in die richtige Richtung. Es habe zwar Lücken, aber immerhin könnte man im Gegensatz zu Produkten ohne dieses Siegel die Herkunft nachvollziehen.

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Verbraucher sollten genau hinschauen

Verbrauchern rät der Experte in jedem Fall kritisch zu hinterfragen und sich von regionalen Symbolen nicht leiten zu lassen. Auch auf das "Regionalfenster" sollte man genau schauen.

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