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Ritter Sport siegt im Piperonal-Streit gegen Stiftung Warentest

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Wegen Urteil "Mangelhaft"  

Stiftung Warentest erleidet Niederlage im Schoko-Streit

13.01.2014, 19:49 Uhr | dpa, AFP

Ritter Sport siegt im Piperonal-Streit gegen Stiftung Warentest. Stiftung Warentest: Ritter Sport wehrt sich gegen die schlechte Bewertung der Schokolade "Voll-Nuss". (Quelle: imago)

Ritter Sport wehrt sich gegen die schlechte Bewertung der Schokolade "Voll-Nuss". (Quelle: imago)

Der Schokoladen-Hersteller Ritter Sport hat im Streit mit der Stiftung Warentest einen weiteren Sieg errungen. Das Landgericht München entschied, dass eine einstweilige Verfügung gegen die Stiftung Warentest weiterhin Bestand hat. Damit dürfen die Prüfer dem Hersteller in ihrem Schokoladentest keine irreführende Kennzeichnung eines Vanillearomas vorwerfen.

Gericht: Kein fairer Warentest

Von einem fairen Warentest könne in diesem Fall nicht gesprochen werden, erklärte das Gericht. Sollten die Prüfer in ihrem Schokoladentest erneut behaupten, dass die Voll-Nuss-Schokolade von Ritter Sport ein chemisch hergestelltes Vanillearoma enthalte, droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro. Die Stiftung Warentest kündigte umgehend Berufung gegen die Entscheidung an.

Die Tester hätten die europäische Aroma-Verordnung in einem Maß ausgelegt, das unzutreffend und nicht mehr vertretbar sei. Die Berichterstattung über den Test liege außerdem außerhalb einer sachlichen Verbraucheraufklärung, heißt es in der Urteilsbegründung weiter.  

Keine Gefährdung der Verbraucher

So habe die Stiftung Warentest die Gründe für ihre Einschätzung, es sei ein künstliches Aroma eingesetzt worden, nicht offengelegt, befand das Gericht. Die Stiftung habe zudem im Prozess nicht ausschließen können, dass nach der Auslegung der Aroma-Verordnung, wie sie das Gericht und Ritter Sport vorgenommen haben, eine "natürliche" Herstellung des fraglichen Stoffes möglich sei. Zu berücksichtigen sei auch, dass nie eine Gefährdung der Verbraucher bestanden habe.


Erleichterung bei Ritter

Der Schokoladenhersteller, die Alfred Ritter GmbH, zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert. "Die heutige Entscheidung des Landgerichtes hat wie erhofft für Verbrauchersicherheit gesorgt, die in den vergangenen Wochen durch das Vorgehen der Stiftung Warentest erheblich beeinträchtigt war," erklärte Unternehmensinhaber Alfred T. Ritter. "Selbstverständlich" verzichte das Unternehmen im Rahmen seiner Qualitätsphilosophie bereits seit Jahren auf künstliche wie naturidentische Aromen und stelle alle Schokoladen ausschließlich natürlich her. Ritter produziert nach eigenen Angaben täglich rund 2,5 Millionen Tafeln Schokolade

Streit um den Aromastoff Piperonal

In der Zeitschrift "Test" hatte die Stiftung Warentest dem Schokoladenhersteller im November vorgeworfen, den Aromastoff Piperonal zu verwenden und behauptet, es handle sich um ein künstliches Aroma. Dafür gab es im Test die Note "Mangelhaft". Laut Ritter Sport handelt es sich jedoch um ein natürliches Aroma. Deshalb wehrte sich der Hersteller mit einer einstweiligen Verfügung. Gegen diese legten wiederum die Verbraucherschützer Einspruch ein.

Wurden natürliche oder künstliche Aromen verwendet?

Der Aromazulieferer Symrise hat bereits die eidesstattliche Versicherung abgegeben, das Aroma sei natürlichen Ursprungs. Dabei legte das Unternehmen auch die Produktion offen. Piperonal komme unter anderem in Pflanzen wie Pfeffer oder Dill vor. Auch die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Holzminden hat bei Symrise Proben des umstrittenen Stoffes entnommen. Das Ergebnis der Untersuchung ist noch offen.

Wer entscheidet über die Zulassung von Aromen? 

Aromastoffe dürfen nicht gesundheitsgefährdend sein und den Verbraucher nicht irreführen. In der EU prüft seit 2008 die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach strengen Kriterien, ob bei einem Aroma eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann. Seit April 2013 gilt eine EU-weit gültige Positivliste, die jährlich aktualisiert werden soll. Auf ihr sind alle zugelassenen synthetisch gewonnenen sowie durch chemische Verfahren isolierte und natürliche Aromastoffe aufgeführt. Für die EU-Positivliste wurden rund 3000 Aromen auf ihre Sicherheit untersucht, übrig blieben zunächst 2100 zulässige Aromastoffe, 400 weitere werden noch getestet. 

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