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Immunsystem stärken: "Öko-Test" rät von Immunstimulanzien ab

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"Öko-Test"  

Wirkung von Immunstimulanzien mehr als zweifelhaft

06.11.2016, 14:59 Uhr | akl, t-online.de

Immunsystem stärken: "Öko-Test" rät von Immunstimulanzien ab. Immustimulanzien sollen die Abwehrkräfte stärken und Erkältungen vorbeugen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immustimulanzien sollen die Abwehrkräfte stärken und Erkältungen vorbeugen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In der nass-kalten Jahreszeit haben Erkältungen Hochsaison. Wie schön wäre es, wenn man ein Schutzschild gegen die Viren aufbauen könnte. "Öko-Test" hat 16 Immunstimulanzien untersucht. Deren Wirkung ist laut den Testern mehr als zweifelhaft.

72 Millionen Euro wurden laut "Öko-Test" 2015 mit sogenannten Immunstimulanzien umgesetzt. Sie sollen die Abwehrkräfte stärken und Erkältungen vorbeugen. Die Tester wollten wissen, was dran ist an diesen Versprechen und kauften 16 solcher Produkte ein, darunter zwölf Nahrungsergänzungsmittel, drei ergänzend bilanzierte Diäten sowie ein Arzneimittel.

Bis zu 35 Wirkstoffe in nur einem Produkt

Die Hersteller setzen neben Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen unter anderem auf Bakterien, Aminosäuren, Tier- und Pflanzenextrakte. Bis zu 35 verschiedene Stoffe fanden die Tester beispielsweise allein in Produkten der Marke "Orthomol", die zu den Topsellern gehört. Doch viel hilft nicht viel.

Das Immunsystem zu stimulieren birgt Risiken

Virologen sind skeptisch, was die Wirkweise der Immunstimulanzien angeht: "Wenn ich gesund bin, also vor einer Erkältung, dann ist mein Immunsystem intakt und ausgeglichen. Dann will ich eigentlich, dass es nicht reagiert", erklärt Professor Manfred Lutz vom Institut für Virologie und Immunbiologie der Uni Würzburg gegenüber "Öko-Test".

Schon der Versuch, dann die Abwehrkräfte zu stimulieren, ist laut dem Experten kontraproduktiv, denn: "Dem aktivierten Immunsystem eines Gesunden fehlt der Gegner", sagt Lutz. Im schlimmsten Fall riskiere man durch die Einnahme von Immunstimulanzien Überreaktionen, wie man sie etwa von Allergien kenne. Zu einem Stärkungs- oder Trainingseffekt führe das aber nicht.

Immerhin beruhigend zu wissen: Rechtlich gesehen dürfen Nahrungsergänzungsmittel keinen direkten Einfluss auf die Aktivität des Immunsystems nehmen. Überreaktionen aufgrund der Einnahme der getesteten Mittel muss der Verbraucher also keine befürchten.

Trotz häufiger Erkältungen kann das Immunsystem stark sein

Ebenfalls gut zu wissen ist, dass häufige Erkältungen nicht automatisch auf ein geschwächtes Immunsystem hinweisen. Auch ein gesunder Erwachsener könne sich sehr oft und wiederholt mit den vielen verschiedenen Schnupfenviren anstecken, erklärt Professor Thomas Mertens vom Institut für Virologie am Universitätsklinikum Ulm. Nämlich dann, wenn das Immunsystem mit den Virentypen bisher noch keinen Kontakt hatte.

Egal ob billig oder teuer: Kein Produkt konnte überzeugen

Überzeugen konnten keines der rezeptfreien und freiverkäuflichen Präparate die Tester. Weder die günstigsten Produkte, darunter "Abtei Immun Kraft Vitamin-Vital-Komplex, Trinkfläschchen" für 5,98 Euro pro Packung oder "Das gesunde Plus Immun-Wochenkur, Trinkampullen" der Drogeriekette Dm für 6,95 Euro pro Packung noch das teuerste Produkt "Wobenzym Immun, Tabletten" des Herstellers Mucos aus der Apotheke für 37,15 Euro pro Packung. Sie wurden von "Öko-Test" mit einem "Ungenügend" bewertet.

Fazit von "Öko-Test": Das Geld kann man sich sparen

"Sparen Sie sich das Geld" - lautet das Fazit von "Öko-Test". Es gebe keine überzeugenden Beweise, dass die getesteten Mittel vor Erkältungen schützen oder die Abwehrkräfte gesunder Verbraucher robuster machen.

Die wichtigste Maßnahme, um Erkältungsviren zu bekämpfen, sei regelmäßiges Händewaschen. Handgriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln sollte man weitestgehend meiden, ebenso häufiges Händeschütteln. Auch wer große Menschenmengen umgeht, reduziert sein Ansteckungsrisiko. Ausreichend trinken sorgt zudem für eine gute Befeuchtung der Schleimhäute.


Das vollständige Ergebnis lesen Sie in der November-Ausgabe der Zeitschrift "Öko-Test".

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