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Gebäck: Amerikaner sind verrückt nach Zwitter-Snacks

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Nach dem Cronut-Hype  

Amerikaner sind verrückt nach Zwitter-Snacks

19.02.2014, 11:51 Uhr | dpa

Gebäck: Amerikaner sind verrückt nach Zwitter-Snacks . Gebäck: Amerikaner sind verrückt nach Zwitter-Snacks.  (Quelle: Laurence Thio/dpa )

New Yorks Gastronomen kochen ihr Essen nicht mehr nur - sie setzen auf eine kreative Mischung. Der "Cragel" ist beispielsweise eine Mischung aus Croissant und Bagel. (Quelle: Laurence Thio/dpa )

New Yorks Gastronomen kochen ihr Essen nicht mehr nur - sie kreuzen es. Den Anfang machte der Cronut, eine Mischung aus Croissant und Donut. Jetzt kommen Cragel, Bruffin und Nudel-Burger. Ihre Erfinder zeigen, woraus die neuen Gebäck-Highlights bestehen und warum das Internet so wichtig für die neuen Küchen-Trends ist.

Von außen sieht er aus wie ein Bagel, von innen wie ein Croissant. "Cragel" sagt sein Erfinder Scot Rossillo dazu. Das goldbraune Gebäck mit Loch in der Mitte sieht zwar aus wie ein Missgeschick, ist aber alles andere als das. Rossillo folgt damit einem neuen Trend der New Yorker Gastronomie: Hybrid Food (gekreuztes Essen). Zwei Speisen werden miteinander gekreuzt, das Ergebnis ist ein neuer Zwitter-Snack. Ganz wichtig dabei: Die Vermarktung im Internet.

Rossillo verteilt Kostproben in seinem Laden "The Bagel Store" im New Yorker Viertel Williamsburg. Dabei hat er das gar nicht mehr nötig. Anfang des Jahres wurden Blogs auf das Gebäck aufmerksam, dann Lokalzeitungen und Fernsehsender. Jetzt wollen große Bäckereiketten ihm das Rezept abkaufen.

Cragel: Halb Croissant - halb Bagel

"Hybrid Food ist neu und aufregend. Gleichzeitig setzt es auf Tradition. In Amerika sind Bagel und Croissant das beliebteste Essen zum Frühstück. Mit dem Cragel kann man jetzt beides in einem haben", sagt Rossillo. "Und das richtige Timing ist natürlich auch wichtig." 

Trendforscherin Irma Zandl sieht die Zeit für Experimente beim Essen gekommen: "Die Verbraucher setzen sich mehr mit der Essenskultur auseinander, sind sehr neugierig und wollen immer auf dem neusten Stand sein", sagt Zandl. Dazu beigetragen haben Kochsendungen im Fernsehen und junge Köche, die ihre Restaurants und ihr Essen anders inszenierten.

Alles begann mit dem Cronut

Dass Hybrid Food so beliebt ist, dafür ist auch der Cronut verantwortlich. Die Mischung aus Croissant und Donut löste im vergangenen Jahr einen Hype aus: New Yorker warteten Stunden in der Schlange vor der Bäckerei, einige übernachteten sogar dort. Weil die Anzahl der Cronuts begrenzt war, stiegen die Preise auf dem "Schwarzmarkt" auf bis zu 80 Dollar (etwa 58 Euro) pro Stück. Bäckereien weltweit, auch in Deutschland, kopierten den Teigkringel.

Ramen-Burger gilt als Delikatesse

Die heißesten Anwärter für den Hybrid-Snack 2014 findet man in der Markthalle für Delikatessen "Smorgasburg" in Brooklyn. Hier treffen sich Kreativköche und Feinschmecker. "Sowas ist einfach einzigartig. Du beißt erst in die knusprigen Nudeln, dann kommt das Fleisch mit etwas Sojasoße", schwärmt Brian. Er hält einen "Ramen Burger" in der Hand. Die Idee des Burger-Hybrids: Der Burger benutzt Ramen, das sind japanische Nudeln, statt Hamburgerbrot. Er sei mit seiner Frau auf den Delikatessenmarkt gekommen, um etwas wirklich Ausgefallenes zu kosten, sagt Brian.

Nicht weit weg von den beiden steht Michael Bagley und wartet auf Kundschaft. Vor ihm stehen Bruffins. "Das ist ein Brioche gekreuzt mit einem Muffin. Außerdem haben sie eine Füllung. Das ist eine richtige Mahlzeit in einem Muffin", sagt Bagley. Kleine Flaggen von Italien, Spanien und den USA ragen aus den Bruffins. Der Italian-Bruffin ist mit Salami, Parmesan und Pesto gefüllt. Bald will Bagley eine Bruffin-Bar in New York eröffnen, er hofft auf internationalen Erfolg. "Wir sind einfach noch vielseitiger als der Cronut", sagt Bagley. 

Originell: Cragel, Bruffin oder Ramen-Burger

Egal ob Cragel, Bruffin oder Ramen-Burger: Die Erfinder des Hybrid Foods erklären ihren Erfolg gern damit, dass ihr Produkt originell ist. Doch sie verlassen sich nicht nur auf ihre Kreativität. Alle vermarkten ihre Snacks im Internet. Für Zandl ist das der Hauptgrund für den Trend um die Zwitter-Snacks. "Viele Menschen stellen Fotos ihrer Mahlzeiten und Snacks auf sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook und Twitter ein", fügt er hinzu.

Die Bedeutung von Social Media für die Gastronomie hat laut Zandl stark zugenommen. Die Verbraucher können nicht nur die Snacks probieren, sondern sie diskutieren auch mit ihren Freunden und Bekannten darüber. Sie zeigen ihrem Umfeld, dass sie Teil eines Trends sind und tragen gleichzeitig dazu bei, dass sich der Hype um bestimmte Produkte beschleunigt. 

Online-Werbung ist das A und O

Wenige Restaurants nutzen Social Media bisher so aktiv wie die Hybrid-Köche. Das Team von "Ramen Burger" postet kontinuierlich Fotos auf Instagram und vernetzt sich mit Bloggern und Kunden auf Twitter. Für den Bruffin wurde eigens ein Medienberater eingestellt, der das Gebäck im Netz anpreisen soll.

Auch Rossillo macht auf Facebook Werbung für seinen Cragel und lässt Kunden seine Kreationen kommentieren. Im Keller unter seinem Laden knetet er gerade einen neuen Teig und mischt Schokolade hinein - bald will er einen süßen Cragel verkaufen. Die wichtigste Zutat liegt dabei direkt neben seinem Nudelholz: Ein Tablet-Computer - ständig mit dem Netz verbunden.

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