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Getränk der ganz neuen Art: Cascara vereint Kaffee und Tee

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Der neue Trend  

Kaffee-Tee-Getränk erobert die Coffeeshops

10.10.2014, 10:18 Uhr | dpa-tmn

Getränk der ganz neuen Art: Cascara vereint Kaffee und Tee. Tee aus Kaffeekirschen hat in Kaffee-Anbauländern Tradition. Bei uns gibt es Cascara jetzt auch zu kaufen. (Quelle: dpa/tmn)

Tee aus Kaffeekirschen hat in Kaffee-Anbauländern Tradition. Bei uns gibt es Cascara jetzt auch zu kaufen. (Quelle: dpa/tmn)

Nicht Kaffee und auch nicht Tee: Cascara heißt das neue Mode-Getränk, das aus Kaffeekirschen-Schalen aufgegossen wird. Was die Einheimischen in den Kaffee-Anbauländern schon seit Jahrhunderten trinken, erobert nun hierzulande immer mehr Bars und Coffeeshops.

Als Stefan Richter, Besitzer der "Berliner Kaffeerösterei" zum ersten Mal den Cascara in Nicaragua probierte, war er begeistert. Seit gut zwei Jahren bietet er nun sowohl die getrockneten Kaffeekirschen als auch das Getränk in seinem Café und Shop an. Und nicht nur er. Heiß als Energiespender am Morgen oder als kühle Erfrischung mit Soda, Zitrone oder Eiswürfeln erobert Cascara Coffeeshops und Cafés. Das Getränk schmeckt Teetrinkern, Kaffeeliebhabern und vor allem Menschen, die gerne Saftschorlen oder Früchtetees trinken.

Cascara wird aus Kaffeekirschen gemacht

Als Kaffeekirsche wird die fleischige Schale um die Kaffeebohne herum bezeichnet. "Häufig wurde und wird nur der Kern, die Kaffeebohne genutzt, das wertvolle Fruchtfleisch aber weggeworfen, was absolut schade ist", sagt Richter. Je nach Kaffeesorte geben die Schalen feine Geschmacksnoten von Honig und Orange ab, Koffein sowieso. "Das Koffein dient der Kaffeebohne als Insektenschutz, entsprechend höher ist der Gehalt in der Schale", erklärt Christian Niemeyer vom Düsseldorfer Coffeeshop "Woyton". "In einem Glas Cascara steckt sechs- bis achtmal mehr Koffein als in einer Tasse Kaffee, ist also ein echter Wachmacher".

Den Koffeinkick gibt es in vielen Varianten

Niemeyer trinkt den Cascara täglich. "Ich trinke ihn am liebsten eiskalt als Schorle mit Wasser oder Maracujasaft oder aber als Lemon Squash" - also mit Zitronensaft oder Zitronenlimonade. Pur schätzt Niemeyer den Cascara wegen seiner besonders herben Note.

Das Café "less political" im Hamburger Szeneviertel Schanze bietet den Cascara als Erfrischungsgetränk mit Tonic Water an. "In Londoner Bars gehört er inzwischen zum Standard", erzählt Mitinhaberin Filine Manthey. Das Spannende sei, dass jeder Cascara je nach Kaffeebohne ganz unterschiedlich schmecke und unterschiedliche Farben gebe es sowieso.

Die Zubereitung ist einfach, die Herstellung weniger

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Je nach Sorte gießt man etwa fünf Esslöffel mit einem Liter 95 Grad heißen Wasser auf und lässt alles mindestens vier Minuten ziehen, so der Tipp des Online-Anbieters Green Cup Coffee aus Passau. Der Shop bezieht seinen Cascara von einer Finca in Panama, der ersten bio-zertifizierten des Landes. Denn auch das ist ein wichtiger Aspekt der Kaffeekirschen: "Viele sind mit Pestiziden belastet, daher ist die Auswahl extrem schwierig", sagt Niemeyer, der ebenfalls von Bio-Bauern den Cascara bezieht und grundsätzlich die Schalen zu Tests einschickt.

Im Gegensatz zu Tee ist die Brühzeit nicht so penibel einzuhalten. Je länger Cascara zieht, desto intensiver der Geschmack. "Man lässt die Schalen einfach in der Kanne, dort setzen sie sich dann sowieso ab", erklärt Wenke Rittmeyer von Green Cup Coffee. Danach genießt man ihn entweder als Heißgetränk, fügt Eiswürfel oder Kaltgetränke dazu. Sogar kalt lässt er sich ansetzen.

Ein uraltes Getränk für die Wintermonate

In Jemen trinken die Menschen Cascara schon seit Jahrhunderten - und zwar als Quishar, traditionell mit Ingwer, Zimt und ganz viel Zucker aufgekocht, ideal also für die Wintermonate. Überhaupt ist für Kaffeeländer wie Jemen, Bolivien oder Panama der Cascara alles andere als ein Trendgetränk. "Dort trank man ihn lange, bevor man anfing, die Bohnen zu rösten und als Kaffee zu trinken", erzählt Rittmeyer.

Als dann später der Kaffee-Export begann, tranken die Einheimischen weiterhin den Aufguss aus den Schalen, weil er viel preiswerter war. "So entstand schließlich die Bezeichnung "the poor man's coffee"", sagt Rittmeyer. Auch heute ist Cascara immer noch etwas preiswerter als Kaffee. Weniger auf- und anregend ist er deshalb noch lange nicht.

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