12.11.2012, 15:55 Uhr | dapd
Meist sind es Folgeerkrankungen, an denen Diabetiker sterben. (Quelle: imago)
Diabetes entwickelt sich mehr und mehr zu einer Volkskrankheit. Dabei sterben Diabetiker meist nicht an der Zuckerkrankheit selbst, sondern an einer der zahlreichen Folgeerkrankungen,so der Diabetologe Matthias Kaltheuner im aktuellen Gesundheitsbericht "Diabetes 2013".
Ein erhöhter Blutzuckerspiegel tut nicht weh, sondern äußert sich häufig nur durch Durst, vermehrten Harndrang oder starke Müdigkeit. Gefährlich sind allerdings die langfristigen Folgen. Unabhängig davon, ob jemand an einem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes leidet, kann er gefährliche Folgekrankheiten entwickeln. Drei Viertel aller Diabetiker sterben an akuten Gefäßverschlüssen, meist ein Herzinfarkt, gefolgt vom Schlaganfall. Ihr Risiko, eine Herz-Kreislaufkrankheit zu bekommen, ist zwei- bis vierfach höher als bei Nicht-Diabetikern.
Ist der Blutzucker nicht richtig eingestellt, sind langfristig Nierenschäden zu erwarten. Auch bei Amputationen von Gliedmaßen sind Diabetiker besonders häufig betroffen - nämlich in 70 Prozent der Fälle. Augenerkrankungen - als Folge von Durchblutungsstörungen - sind bei Zuckerkranken ebenfalls häufig.
Diabetes erhöht außerdem das Risiko für depressive Verstimmungen: Etwa zwölf Prozent der Zuckerkranken in der Bundesrepublik leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression. Umgekehrt erhöhen übrigens auch Depressionen das Risiko, an Diabetes zu erkranken.
Um solche Folgeerkrankungen zu vermeiden, sollten Betroffene regelmäßig zum Arzt gehen, wenn möglich zu einem Diabetologen. Denn früh erkannt, lassen sich viele Erkrankungen behandeln. Augenarzt, Gefäßspezialist, Kardiologe - ein bis zweimal im Jahr ist es ratsam, einen Besuch einzuplanen. Einmal im Quartal sollte der Hausarzt Gewicht und Blutdruck kontrollieren sowie den Blutzuckerspiegel überprüfen.
Nur den Blutzuckerspiegel zu Hause zu überprüfen, ist dagegen nicht genug. Heute wird auf eine ganzheitliche Diabetesbehandlung gesetzt, das heißt, dass ein Betroffener in Zusammenhang mit seinem Lebensstil und Lebensumständen betrachtet wird. Raucht er, hat er Bluthochdruck, treibt er Sport, wie ernährt er sich? Dies alles spielt eine Rolle, die nicht nur die Diabetes-, sondern auch die Folgeerkrankungen beeinflusst.
Quelle: dapd
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