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Diabetes: Brauchen Diabetiker bald keine Spritze mehr?

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Brauchen Diabetiker bald keine Spritze mehr?

11.01.2013, 09:19 Uhr | AFP/cfm/ans

Insulin spritzen: eine unangenehme Sache (Quelle: Think)

Insulin spritzen: eine unangenehme Sache. (Quelle: Think)

Millionen Diabetiker könnten möglicherweise bald ohne tägliche Spritzen leben: Forscher fanden erstmals heraus, wie genau das Hormon Insulin in die Körperzellen gelangt. Sie hoffen mit diesen Erkenntnissen Patienten künftig das benötigte Insulin auf anderem Wege verabreichen zu können.

Insulin bindet sich an die Zelloberfläche

Kaum einer mag Spritzen. Doch Millionen von Diabetikern müssen täglich zu ihr greifen. Das könnte sich aber bald ändern, denn Grundlagenforscher aus Australien und den USA konnten zum ersten Mal den Weg des Hormons Insulin in die Körperzellen nachverfolgen. "Wir haben entdeckt, wie Insulin sich an die Oberfläche von Zellen bindet", sagte Studienleiter Mike Lawrence vom "Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research" in Melbourne. Insulin sei "ein kleines Hormon in unserem Blut", und an der Zelloberfläche gebe es sogenannte Insulinrezeptoren.

Zukunftsvision: Ein Leben ohne Spritze

Die Pharmaindustrie wolle nun Insuline mit verschiedenen Eigenschaften herstellen. Mit den gewonnen Erkenntnissen soll die Behandlung von Patienten nun so optimiert werden, dass Insulin auf anderem Weg verabreicht werden kann oder zumindest wesentlich seltener gespritzt werden muss. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Nature".

Eine "ungewöhnliche" Methode der Bindung

Das Insulin docke an die Rezeptoren mit einem sogenannten molekularen Handschlag an, fanden die Forscher heraus. Ein Teil des Insulins werde aufgebrochen, und auch ein Teil des Rezeptors öffne sich. Beide Seiten bildeten eine Art Signalleitung in die Zelle, über die letztlich der menschliche Blutzuckerspiegel kontrolliert werde. Lawrence bezeichnete dies als "ungewöhnliche" Methode der Bindung.

Erkenntnisse nutzen auch der Bekämpfung von Alzheimer und Krebs

Insulin ist wesentlich für den menschlichen Stoffwechsel. Es dient dazu, Glukose aus dem Blut an die Zellenweiterzureichen. Die Entdeckung könnte auch deshalb bahnbrechend sein, weil sie Erkenntnisse für die Bekämpfung von Alzheimer und Krebs liefern könnte, wo Insulin ebenfalls eine Rolle spielt. An Diabetes leiden weltweit schätzungsweise 347 Millionen Menschen. Die Krankheit kann etwa zu Herzleiden, Erblindung oder Nierenversagen führen.


Quelle: AFP/cfm/ans

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