Ernährung
Wann man Kartoffeln mit Schale essen kann15.11.2007, 16:19 Uhr | ug, dpa/tmn
Nur frische und unbehandelte Kartoffeln sollten mit Schale gegessen werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Obst und Gemüse mit Schale essen - dazu raten Ernährungsexperten. Denn in und direkt unter der Schale steckt ein Großteil der Vitamine und Nährstoffe. Bei Kartoffeln ist jedoch manchmal Vorsicht angebracht: Wer auch die grünen Stellen der Schale isst, kann Giftstoffe aufnehmen. Denn der Verzehr so genannter Alkaloide kann im schlimmsten Fall zu Vergiftungen führen. Wir erklären, worauf Sie beim Kauf, Lagern und Verzehr von Kartoffeln achten sollten.
"Nur wenn Kartoffeln gerade frisch aus der Erde gekommen sind, kann man die Schale bedenkenlos mitessen", betont Jutta Kling vom Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau Rheinland-Pfalz. Je länger Kartoffeln gelagert wurden, desto mehr gesundheitsschädliches Solanin enthält die Schale. Der bitter-erdig schmeckende Stoff, der auch beim Kochen nicht zerstört wird, gehört zu den Glykoalkaloiden, die normalerweise Insekten in der Erde davon abhalten, die Pflanze zu fressen.
Die bekanntesten Alkaloide sind Chaconin und Solanin. Sie kommen vor allem in der Schale und hochkonzentriert in den Augen und Keimen der Kartoffel vor. Vor allem durch falsche Lagerung erhöht sich der Schadstoffgehalt von Kartoffeln. Experten raten davon ab, die Knollen in heller und warmer Umgebung zu lagern. Viele Supermärkte missachten diese Regel und setzen die Kartoffeln sogar Neonlicht aus. Dadurch kann jedoch der Alkaloidgehalt innerhalb weniger Tage um das zwei- bis dreifache ansteigen.
Daher sollten Kartoffeln nur in lichtundurchlässigen Verpackungen wie Pappe oder eingefärbten Folien angeboten werden, rät die Verbraucherzentrale Sachsen. Auch beim Einkauf sollten Verbraucher darauf achten, keine Kartoffeln im Netz zu kaufen, da sich auch dort die Schadstoffe stark anreichern können. Auch Fertigprodukte wie Kartoffelecken, Wedges oder Chips sollten die Hersteller nur ohne Schale anbieten, fordern Experten. Außerdem sollten Verbraucher Kartoffeln immer trocken und kühl lagern, zum Beispiel in einer Holzkiste, so die Verbraucherzentrale Sachsen.
Wer solche Hinweise missachtet, riskiert schlimmstenfalls eine Vergiftung durch die Stoffe Solanin und Chaconin. Auch zu Übelkeit, Durchfall, Brechreiz oder Nierenschäden kann es kommen. Beim Zubereiten sollten Verbraucher darauf achten, grünen Stellen, Augen oder Keime zu entfernen. Denn an diesen Stellen ist der Alkaloidgehalt am höchsten. Bis zu 200 bis 700 Milligramm pro Kilogramm stecken in den Keimen. In der Schale sind es 15 bis 100 Milligramm. Das Fruchtfleisch enthält dagegen nur maximal zehn Milligramm.
Besonders Kartoffeln, die die Kennzeichnung "nach der Ernte behandelt" tragen, sollten Sie vor dem Verzehr schälen, rät die Verbraucherzentrale. Wer ganz sicher gehen möchte, dass die Kartoffeln unbehandelt sind, sollte auf Bioware zurückgreifen. Diese darf lediglich mit einem Extrakt aus Pfefferminzöl bearbeitet werden.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale sind Kartoffeln jedoch im Vergleich zu anderen Obst- und Gemüsesorten wie Paprika und Tomaten nur wenig mit Fremdschadstoffen wie Pestiziden belastet. Daher sollten Verbraucher nicht auf die nahrhafte Beilage verzichten.
15.11.2007, 16:19 Uhr | ug, dpa/tmn
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