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Fleisch: Ist es schädlich, täglich Fleisch zu essen?

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Fragen rund ums Fleisch

Ist es schädlich, täglich Fleisch zu essen?

21.05.2014, 08:53 Uhr | cme

Fleisch: Ist es schädlich, täglich Fleisch zu essen?. Fleisch: Wie viel Fleisch ist gesund? (Foto: imago)

Fleisch ist gesund - doch es kommt auf Menge und Fettgehalt an. (Foto: imago)

 

Ist es ungesund, täglich Fleisch zu essen? Immer mehr Menschen lassen sich durch Fleischskandale verunsichern und fürchten sich vor Schadstoffen oder Keimen im Fleisch. Zudem hört man immer wieder, dass tierische Fette ungesund seien. Stimmt es, dass in Fleisch keine Vitamine, aber häufig Antibiotika stecken? Kann man durch Rindfleisch BSE bekommen und leben Vegetarier wirklich gesünder? Wir haben Irrtümer rund ums Fleisch entlarvt und Fragen beantwortet.

Fleisch: Besser als sein Ruf

Allen Lebensmittelskandalen zum Trotz: Die Deutschen lieben Fleisch. Rund 40 Kilo Schweinefleisch landen bei jedem Bundesbürger im Jahr auf dem Tisch und fast ebenso viel Geflügel. Dennoch wird Fleisch seinen Ruf nicht los, eher ungesund zu sein. Dabei sind sich Experten einig: In Maßen ist Fleisch sogar gesund. "Gegen einen maßvollen Verzehr ist nichts einzuwenden", sagt Gisela Olias, Pressesprecherin des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke. "Es enthält B-Vitamine, gut verwertbares Eisen und wertvolle Aminosäuren", so die Expertin. Dabei scheint Geflügel tatsächlich gesünder zu sein als Schwein und Rind. Studien des Instituts zeigen zumindest, dass bei übermäßigem Verzehr an rotem Fleisch, also Fleisch von Rind, Lamm oder Schwein, das Darmkrebsrisiko erhöht ist. Für Geflügel gilt das nicht.

Die Menge macht's

Erst im Übermaß kann Fleisch schaden. So gelten die gesättigten Fettsäuren aus Rind, Schwein und Geflügel als schädlich für Herz und Gefäße. Zudem zeigen neuere Studien, dass zu viel "rotes" Fleisch das Krebsrisiko erhöht. "Schon 100 Gramm Fleisch mehr pro Tag erhöhen das Risiko, später an Darmkrebs zu erkranken, um 49 Prozent", sagt Gisela Olias. Bei der gleichen Wurstmenge steigt das Risiko sogar um 70 Prozent. Doch wie viel Fleisch darf es dann überhaupt sein? Olias empfiehlt, pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm zu verzehren. Ob diese Menge in zwei größeren oder in sechs bis sieben kleineren Portionen auf den Teller kommt, spielt dabei keine Rolle.

Keine Gefahr durch Antibiotika

Viele Menschen schätzen die Gefahren durch Fleisch falsch ein. So fürchten sich viele davor, mit dem Fleisch Antibiotika oder Schadstoffe aufzunehmen oder sich sogar mit BSE zu infizieren. "Die Angst vor Antibiotika und Schadstoffen ist unbegründet", sagt Jürgen Thier-Kundke, Pressesprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin. So sorge der so genannte Rückstandskontrollplan dafür, dass Fleisch direkt nach dem Schlachten bundesweit regelmäßig kontrolliert und auf Rückstände untersucht wird. So gebe es zwar immer mal wieder "Ausreißer" - diese seien jedoch die Ausnahme. "Die Verbraucher müssen nicht um ihre Gesundheit fürchten", fasst der Experte zusammen.

Gefährliche Keime in rohem Fleisch

Eine andere Gefahr hingegen wird von Verbrauchern immer wieder unterschätzt: "Keime in rohem Fleisch stellen immer ein Risiko dar", sagt Thier-Kundke. So infizieren sich jedes Jahr Hunderttausende mit Salmonellen, Campylobacter-Keimen oder Listerien. Die Folge sind meist Durchfallerkrankungen, die für Kleinkinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem schnell lebensgefährlich werden können. Dabei sind vor allem rohe Fleischprodukte wie Hackfleisch, Carpaccio oder Tatar mögliche Keimquellen. Eine Infektion lässt sich vermeiden, wenn man Fleisch grundsätzlich gut durchgart und in der Küche die wichtigsten Hygieneregeln einhält.

Vegetarier leben gesundheitsbewusst - und gesünder

Leben also Vegetarier gesünder? Glaubt man einer britischen Studie, dann ja. Die Forscher verglichen über zwölf Jahre lang die Gesundheit von Vegetariern und Fleischessern. Tatsächlich hatte die Gruppe der Fleischverweigerer gesündere Blutfett- und Blutdruckwerte, eine geringere Krebstodesrate und war seltener übergewichtig. Allerdings leben Vegetarier in der Regel insgesamt gesünder, ernähren sich ausgewogen, rauchen weniger und trinken seltener Alkohol als der Durchschnitt der Bevölkerung. Ob der alleinige Verzicht auf Fleisch mehr Gesundheit bringt, wird von Experten angezweifelt. In einem sind sich Ernährungswissenschaftler einig: Wer Fleisch nur in Maßen isst, fettarme Sorten wählt und fette Wurstwaren meidet, ernährt sich auch mit Fleisch gesund.

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