Omega-3-Fettsäuren
Wie gesund sind Omega-3-Fettsäuren?10.06.2010, 11:57 Uhr | cme
Omega-3-Fettsäuren: Nicht so gesund wie gedacht? (Foto: imago)
Omega-3-Fettsäuren galten bislang als besonders gesund - sie sollen Herz und Hirn fit halten. Die Fettsäuren sind vor allem in fettem Fisch enthalten, werden aber auch anderen Lebensmitteln wie Eiern oder Brot zugesetzt. Doch immer mehr Experten zweifeln an der Wunderwirkung der angeblich gesunden Fette. "Welt Online" berichtete kürzlich sogar, Omega-3-Fette seien "nicht gesünder als Schweineschmalz". Sind die Fett also doch nicht so gesund? Wir haben Frau Birgit Niemann vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gefragt.
"Eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das ist durch zahlreiche Studien belegt", sagt Birgit Niemann. Insbesondere Menschen, die wenig Fisch essen, könnten der Expertin zufolge von zusätzlichen Omega-3-Fettsäure-Gaben profitieren. Britische Forscher aus Durham vermuten zudem, dass sich die Fette positiv auf das Gehirn auswirken. Sie zeigten in einer Studie, dass Kinder, die mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen, besser lernen und seltener Verhaltensstörungen zeigen als die Kinder der Vergleichsgruppe. Ähnlich wie bei Vitaminen kann die positive Wirkung der Omega-3-Fettsäuren bei hoher Dosierung allerdings ins Negative kippen - insbesondere wenn statt natürlicher Lebensmittel Nahrungsergänzungsmittel wie Fischölkapseln oder angereicherte Lebensmittel gewählt werden.
Bereits im vergangenen Jahr gab das BfR eine Stellungnahme zu Omega-3-Fettsäuren heraus und warnte vor den Risiken einer Überdosierung. So können die vermeintlich gesunden Fette im Übermaß den Cholesterinspiegel erhöhen, zu einer erhöhten Blutungsneigung führen und bei älteren Menschen die Immunabwehr schwächen. Doch wie viel Omega-3-Fett ist noch gesund? "Empfehlenswert sind 250 bis 500 Milligramm langkettige Omega-3-Fettsäuren pro Tag, das entspricht zwei bis drei Portionen Kaltwasserfisch pro Woche", sagt Birgit Niemann. Bei einer höheren Aufnahme seien keine positiven Effekte mehr beobachtet worden.
Schädlich werde das Fett aber erst ab einer Menge von 1,5 Gramm pro Tag - und das über einen längeren Zeitraum. "So viel Fisch kann kaum jemand essen", sagt Niemann. Mit natürlichen Lebensmitteln sei eine Überdosierung daher kaum zu erreichen. Anders bei angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln: Wer hiervon zu viel schluckt, riskiert die oben genannten Nebenwirkungen. Insbesondere die steigende Zahl an angereicherten Lebensmitteln wird vom BfR kritisiert. Hier sei die Rechtslage sehr kompliziert, da es für unterschiedliche Produkte unterschiedliche Gesetze gebe. Das BfR fordert daher, Höchstmengen für die einzelnen Lebensmittel festzulegen, um Überdosierungen zu vermeiden.
Die bislang auf dem Markt erhältlichen, mit Omega-3-Fettsäuren angereicherten Lebensmittel sind laut Niemann allerdings überwiegend unbedenklich. Der Zusatz der Fettsäuren bewege sich im Bereich von 75 bis 200 Milligramm pro 100 Gramm. Dennoch macht es Sinn, den Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren besser durch Fisch und Pflanzenöle zu decken selbst als durch angereicherte Lebensmittel oder Fischölkapseln. Wer dennoch zu supplementierten Lebensmitteln greift, sollte einen Blick aufs Etikett zu werfen. Die Menge von 1500 Milligramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag sollte auf Dauer nicht überschritten werden.
10.06.2010, 11:57 Uhr | cme
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