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Übersäuerung: Kann der Körper wirklich übersäuern?

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Übersäuerung

Das Märchen von der Übersäuerung

10.09.2013, 09:37 Uhr | cme

Zu viel Fleisch führt in der Regel zu keiner Übersäuerung.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zu viel Fleisch führt in der Regel zu keiner Übersäuerung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zu viel Fleisch und Zucker sind ungesund - doch können sie den Körper wirklich übersäuern? Die Behauptung ist in vielen Foren und Büchern zu lesen. In Apotheken, Reformhäusern und Drogerien werden Basenpulver angeboten, die den Körper vor einer Übersäuerung schützen sollen. Doch die Pulver sind nicht nur nutzlos, sondern können auch schaden. Das NDR-Magazin "Markt" hat das Märchen von der Übersäuerung entzaubert und einige Pulver genauer unter die Lupe genommen.

Woher die Säuren im Körper kommen

Eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst oder Eier bilden beim Abbau im Körper Säuren. Auch Zucker und Kaffee werden zu den Säurebildnern gezählt, während Obst und Gemüse als basisch gelten. Viele Naturheilkundler gehen davon aus, dass zu viele Säure bildende Lebensmittel der Gesundheit schaden. Bei vielen Menschen sei der Säure-Base-Haushalt gestört und dies sei die Ursache vieler Krankheiten, so die Theorie. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält die Einteilung der Lebensmittel nach ihrer sauren und basischen Wirkung allerdings für überflüssig. Denn ganz so einfach ist ist es mit den Säuren im Körper nicht. Der Stoffwechsel produziert auch ohne Essen ständig Säuren und verfügt über ausgeklügelte Puffersysteme, die den pH-Wert im Körper konstant halten.

Gesunde Menschen stecken Säuren gut weg

Die meisten Vorgänge im Körper funktionieren am besten, wenn die Körperflüssigkeit neutral oder leicht basisch ist. So wird der pH-Wert im Blut bei etwa 7,4 leicht basisch gehalten, Speichel und Gallensaft sind mit einem pH-Wert von 7,1 nahezu neutral. Dagegen herrscht im Magen mit einem pH-Wert von 1,2 bis 3,0 extrem saures Milieu. Nur so kann die Eiweißverdauung funktionieren. Komplizierte Puffersysteme regulieren den Säure-Base-Haushalt und sorgen so für einen reibungslosen Stoffwechsel. Bei gesunden Menschen funktioniert dies einwandfrei - egal, was man zuvor gegessen hat. Die wichtigste Rolle spielt dabei die Niere. Sie scheidet überschüssige Säure-Ionen aus, was sich an einem "sauren" Urin messen lässt. Dies ist aber kein Anzeichen für eine Übersäuerung, sondern eher dafür, dass die Regulation gut funktioniert.

Basenpulver sind nicht harmlos

Basenpulver sind Nahrungsergänzungsmittel, die in Apotheken und Drogerien angeboten werden. Sie sollen den Körper mit Mineralstoffen versorgen, damit dieser nicht übersäuert. Doch das sei nicht nur nutzlos, sondern auch gefährlich, berichtet "Markt". In den Stichproben fanden die Tester unter anderem höhere Mengen an Eisen, Kalium und Kalzium. Insbesondere Eisen kann durch ein Nahrungsergänzungsmittel aber leicht überdosiert werden. "Wenn man Eisen ersetzen möchte, muss man es vorher vom Arzt diagnostizieren lassen. Ersetzt man Eisen ohne Grund, kann die Anfälligkeit für bakterielle Infektionen steigen", sagt der Ernährungsmediziner Matthias Riedl in der Sendung. Auch Darmprobleme können durch eine Überdosierung von Eisen auftreten.

Zu viel Mineralstoffe können problematisch werden

Der Ernährungsmediziner kritisierte auch die hohe Kalium-Dosierung in einem Produkt. Sie könne für Patienten problematisch werden, die harntreibende Medikamente einnehmen. "Dann könnte es zu Herzrhythmusstörungen kommen", warnt Matthias Riedl. Ein weiteres Produkt fiel durch eine hohe Konzentration an Kalzium auf. Wer zu viel Kalzium zu sich nehme, fördere die Arterienverkalkung, so die Tester von "Markt". Kalzium sei bereits in vielen Mineralwässern und grünem Gemüse reichlich enthalten.

Wenn der Säure-Haushalt entgleist

Es gibt allerdings Situationen, in denen der Säure-Base-Haushalt tatsächlich aus dem Gleichgewicht gerät und es zu einer lebensbedrohlichen Azidose - also zu einer Übersäuerung des Blutes - kommt. Dies tritt vor allem bei Krankheiten, wie zum Beispiel Diabetes oder Nierenschwäche, auf. Die Puffersysteme des Körpers sind dann überfordert, sodass der pH-Wert im Blut absinkt. Eine solche Übersäuerung äußert sich durch besonders tiefe und schnelle Atmung sowie einen fruchtartigen Acetongeruch der Atemluft. In diesen Fällen muss die ursächliche Krankheit behandelt werden. Eine gesunde Ernährung allein reicht meist nicht aus, kann aber den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

10.09.2013, 09:37 Uhr | cme

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