06.12.2010, 09:39 Uhr | jlu
"Wozu schonen? Ich habe doch nur eine Erkältung" - mit diesem Satz begründen viele, warum sie auch mit Schnupfen zum Sport oder zur Arbeit gehen. Doch so sorglos mit einer Erkältung umzugehen, kann gefährliche Folgen haben. Auch wer sich nach einem Infekt nicht lange genug auskuriert, geht ein gesundheitliches Risiko ein und kann sogar im Krankhaus landen. Lesen Sie hier, welche gefährlichen Folgen eine verschleppte Erkältung haben kann.
Viele denken, wenn nach vier Tagen die Nase nicht mehr läuft und der Hals nicht mehr schmerzt, ist die Erkältung vorbei. Von wegen: Vom Auftreten der ersten Symptome bis zur vollständigen Genesung dauert ein Schnupfen etwa neun Tage. Erst danach darf man sich wieder körperlich anstrengen. Das gilt auch, wenn man sich bereits vorher wieder gesund fühlt. Sport und Stress sind während einer Erkältung ebenso tabu wie Sprints zum Bus oder unnötiges Treppensteigen.
Eine mögliche Folgeerkrankung nach einer Erkältung ist die Herzmuskelentzündung. "Bei einem grippalen Infekt, der nicht auskuriert wurde, kann es zu einer Infektion des Herzmuskels über das Blut kommen", sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen, Norbert Smetak. Da das Immunsystem noch geschwächt ist, können die Erreger - meistens Coxsackie-Viren - sich im Organismus ausbreiten und andere Organe befallen. Ist das Herz betroffen, kann der Muskel nicht mehr richtig arbeiten und der Herzrhythmus gerät außer Takt.
Das Tückische: Eine Herzmuskelentzündung ist anfangs nur schwer zu erkennen, da es keine eindeutigen Symptome gibt. Wer allerdings schon kleine Belastungen wie Treppensteigen, Spazierengehen oder Putzen als sehr anstrengend empfindet, sollte zum Arzt gehen. Viele Patienten sind außerdem müde, fühlen sich krank, nehmen ab und klagen über Brust- oder Gliederschmerzen. Auch ein unregelmäßiger Herzschlag nach einer Erkältung kann auf einen entzündeten Herzmuskel hindeuten. In der Regel zeigen sich die Symptome nach ein bis zwei Wochen. Unbehandelt kann ein geschwächter Herzmuskel tödlich enden.
Erkältungs-Erreger können aber auch die Lunge angreifen: Nach einem Schnupfen funktionieren die Verästelungen der Lunge nicht mehr richtig, Erreger können sich jetzt ungestört in dem Organ ausbreiten. Eine mögliche Folge sind Entzündungen der Lungenbläschen und Bronchien. Bemerkbar macht sich eine Lungenentzündung zum Beispiel mit starken Bauchschmerzen. In diesem Fall ist die Erkrankung allerdings bereits sehr weit fortgeschritten. Im Anfangsstadium der Erkrankung treten zudem starker Husten, leichtes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf.
Wer etwa eine Woche nach seinem Schnupfen starke Kopfschmerzen und einen steifen Nacken bekommt, sollte ebenfalls so schnell wie möglich zum Arzt. Denn meistens sind diese Beschwerden Anzeichen für eine Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt. Hervorgerufen wird sie durch Bakterien, die sich über die Nasennebenhöhlen in den Bereich der Hirnhaut ausbreiten. Wird eine Hirnhautentzündung nicht behandelt, kann sie tödlich verlaufen.
feelGreen.de: Erkältung loswerden – so helfen Ingwer, Globulis und Co.
Quelle: jlu
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