27.12.2011, 13:07 Uhr | cme
Vorhofflimmern wird als Gefahr unterschätzt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Vorhofflimmern ist die häufigste Art von Herzrhythmusstörungen. Rund eine Million Menschen in Deutschland sind betroffen. Doch viele wissen nichts davon - zudem wird die Krankheit unterschätzt. Das zeigt eine aktuelle Studie des IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung. Nur 38 Prozent schätzen das Flimmern als gefährlich ein, dabei zählt es zu den Hauptrisiken für einen Schlaganfall. Lesen Sie hier, wie Vorhofflimmern entsteht, was die Warnzeichen sind und warum es so gefährlich ist.
Vorhofflimmern entsteht, wenn sich die Herzvorhöfe aufgrund der fehlerhaften Ausbreitung der Herzströme nicht mehr richtig zusammenziehen, sondern nur noch unkoordiniert zucken. Im Normalzustand schlägt das Herz rund 70 Mal in der Minute, beim Flimmern der Vorhöfe kann die Herzschlagfolge auf bis zu 150 Schläge pro Minute steigen. Das belastet nicht nur den Herzmuskel, sondern schränkt wegen der reduzierten Pumpleistung auch die Leistungsfähigkeit des Betroffenen ein. Im Gegensatz zu dem wesentlich selteneren, aber lebensbedrohlichen Kammerflimmern, ist Vorhofflimmern nicht sofort tödlich. Allerdings bilden sich in den Herzvorhöfen leicht Gerinnsel, die im Gehirn Schlaganfälle auslösen können. Bis zu einem Drittel der Schlaganfälle geht Experten zufolge auf Vorhofflimmern zurück.
Typische Anzeichen eines Vorhofflimmerns sind ein unregelmäßiger Puls, Herzrasen, Atemnot und Angstgefühl. Auch Herzstolpern, Schwindel sowie ein starker Leistungsabfall sind Warnzeichen, die man ernst nehmen sollte. Wird die Krankheit früh erkannt, lässt sich nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, auch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, wird gesenkt. Allerdings bleiben einige Betroffene auch völlig symptomfrei, sodass das Flimmern gar nicht diagnostiziert wird. Mediziner raten deshalb zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Zudem sollte jeder regelmäßig seinen Blutdruck und Puls kontrollieren.
Mediziner halten die unterschiedlichsten Krankheitsursachen für möglich. Die überwiegende Zahl der Betroffenen leidet bereits an einer Herzkrankheit. Dazu gehören vor allem kranke Herzkranzgefäße, Herzklappenfehler und Herzmuskelerkrankungen. Etwa ein Drittel der Patienten hat zu hohen Blutdruck. Auslöser kann auch die Überfunktion der Schilddrüse sein. Risikofaktoren sind zudem Diabetes und Übergewicht. Die Therapie kann deshalb nur gelingen, wenn die Grunderkrankungen mitbehandelt werden.
Quelle: cme
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