01.07.2011, 10:45 Uhr | cme
Eine verengte Halsschlagader verursacht wenige Beschwerden, ist aber gefährlich. (Foto: imago)
Sie gilt als eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfall, dennoch weiß kaum jemand über das Leiden Bescheid: die Verengung der Halsschlagader, in der Fachsprache Carotisstenose genannt. Betroffen sind vor allem Menschen über 60 Jahre, denn die Halsschlagader verengt sich schleichend, über viele Jahre. Als größter Risikofaktor gilt der Bluthochdruck, doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Lesen Sie hier, wie die Carotisstenose erkannt wird, wie man sie behandelt und wie Sie vorbeugen können.
Die Halsschlagader zählt zu den wichtigsten Arterien im Körper: Sie versorgt das Gehirn mit Blut und Nährstoffen. Wird die Gefäßwand geschädigt - zum Beispiel durch Bluthochdruck, Rauchen oder hohe Cholesterinwerte - bilden sich Ablagerungen, so genannte Plaques, die die Arterie verengen. In der Folge kann sie ihre wichtigen Funktionen nicht mehr ausreichend erfüllen. Im schlimmsten Fall brechen die Plaques auf, werden ins Gehirn gespült und lösen dort einen Schlaganfall aus.
Wie alle Formen der Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verursacht die Carotisstenose zunächst keine Beschwerden. Ist die Halsschlagader jedoch stark verengt, kann es zu kurzzeitigen Sehstörungen, Schwindel, Kribbeln in den Armen oder vorübergehenden Lähmungen kommen. Diese Symptome werden auch als TIAs bezeichnet: Transitorische Ischämische Attacken. Sie gelten als ernste Warnsignale für einen Schlaganfall. Jeder zehnte Betroffene, der solche Anzeichen bemerkt, erleidet in den nächsten Tagen einen Schlaganfall. Bei den ersten Warnzeichen sollte man daher sofort zum Arzt gehen - auch wenn die Beschwerden wieder verschwinden.
Beim Arzt kann manchmal schon das Stethoskop Klarheit bringen, denn harte Engstellen lassen sich mit dem Gerät hören. In der Regel wird der Hals aber per Ultraschall untersucht - so lässt sich die Verengung der Halsschlagader sicher erkennen. Ob nur Medikamente verordnet werden oder eine Operation empfohlen wird, hängt davon ab, wie stark das Gefäß verengt ist. Bei einer Operation werden die Ablagerungen entfernt oder es wird ein so genannter Stent eingesetzt, ein kleines Röhrchen, das die Ader stützen und offen halten soll. In vielen Fällen lässt sich so ein Schlaganfall verhindern.
Die Risikofaktoren für die Verkalkung der Halsschlagader sind die gleichen wie bei der koronaren Herzkrankheit: Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes und hohe Cholesterinwerte. Für die Halsschlagader gilt allerdings der Bluthochdruck als größter Risikofaktor: Laut Deutscher Herzstiftung haben oder hatten 90 Prozent aller Patienten mit verengter Halsschlagader vorher einen zu hohen Blutdruck. Hohe Werte über 140/80 mm Hg sollten daher gesenkt werden. Sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung empfiehlt die Deutsche Herzstiftung außerdem, sich drei- bis fünfmal wöchentlich mindestens 30 Minuten lang zu bewegen und sich ausgewogen, am besten mediterran zu ernähren. Das bedeutet fettarm, mit viel Gemüse, Obst und Fisch sowie hochwertigen Pflanzenölen.
Quelle: cme
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