20.07.2012, 14:47 Uhr | dpa/tmn/t-online.de
Schwindel, Bauchschmerzen und Übelkeit sind bei Frauen häufig Herzinfarkt-Symptome. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Die Brust schnürt sich zu und der linke Arm schmerzt. Das sind die klassischen Symptome eines Herzinfarkts. Ein weiblicher Herzinfarkt kündigt sich jedoch ganz anders an. Häufig bleibt er bei Frauen deshalb unbemerkt.
Die männlichen Symptome eines Herzinfarkts sind bei den meisten Ärzten bekannt: Schmerzen im Brustkorb und im linken Arm sowie Atembeschwerden, Bewusstlosigkeit oder Engegefühl. Dagegen macht sich ein Herzinfarkt bei Frauen oft ganz anders bemerkbar. Zu den Symptomen gehören Schwindel, Bauchschmerzen und Übelkeit. Vor allem bei jüngeren Frauen können dies Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. Frauen empfinden bei einem Infarkt seltener die als typisch geltende Brustenge. Darauf weisen zwei Ärztinnen von der Universitätsklinik Charité in Berlin in der Fachzeitschrift "XX - Die Zeitschrift für Frauen in der Medizin" hin. Dadurch könne es sein, dass die Behandlung später als bei Männern beginnt.
Das sei womöglich ein Grund dafür, dass mehr Frauen (45,2 Prozent) am Herzinfarkt sterben als Männer (36,5 Prozent), obwohl prozentual gesehen mehr Männer einen Infarkt erleiden. Außerdem spielen nach Einschätzung der Medizinerinnen auch soziokulturelle Faktoren eine Rolle beim späten Behandlungsbeginn: Frauen neigten dazu, körperliche Warnzeichen zu verdrängen oder an deren Bedeutung zu zweifeln. Bei einem sogenannten stummen Herzinfarkt treten bei Frauen überhaupt keine Schmerzen auf. Oft wird er erst viel später in einem EKG festgestellt.
Ein weiterer Grund, warum Ärzte die Herzkrankheiten bei Frauen nicht erkennen ist, dass Patientinnen ihre Beschwerden anders schildern als Männer. So klagen sie häufiger über Stress und reden mehr über Ängste und Gefühle statt auf körperliche Symptome hinzuweisen. Dies wiederum verleitet die Ärzte zu Fehldiagnosen, die mit psychischen Krankheiten in Verbindung gebracht werden.
Tatsächlich gibt es bei einem Herzinfarkt auch klinische Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Bei Männern reagiere das Herz auf erhöhten Blutdruck damit, dass sich die linke Herzkammer erweitere und das Blut dann nicht mehr kräftig genug auswerfen könne, schreiben die Ärztinnen der Charité. Bei Frauen verdicke sich dagegen eher der Herzmuskel in diesem Bereich. Das beeinträchtige zwar nicht den Blutauswurf, im Anschluss aber die Entspannungsphase.
Obwohl das Herzinfarkt-Risiko durch eine Art hormonellen Schutz allgemein geringer ist, sollten Frauen besonders ab den Wechseljahren vorsorgen. Grundlage dafür ist, wie bei allen Krankheiten, eine gesunde Lebensweise. Wer sich ausgewogen ernährt, auf Nikotin und Alkohol verzichtet und stattdessen Sport treibt, verringert das Bluthochdruck- und Diabetes-Risiko deutlich.
Ratgeber: Herzinfarkt bei Frauen. So erkennen Sie die Symptome
Quelle: dpa/tmn/t-online.de
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