11.12.2012, 12:21 Uhr | ag
Etwa 25 Millionen Deutsche leiden Schätzungen zufolge unter Bluthochdruck (Hypertonie). Bei jedem Zehnten liegt die Ursache hierfür in einer hormonellen Störung. Diese wird jedoch von Ärzten oft nicht gleich erkannt. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) empfiehlt daher, bei Bluthochdruck immer auch den Hormonstatus bestimmen zu lassen.
Liegt dem Bluthochdruck eine hormonelle Störung zugrunde, wird diese in der Regel durch eine Überproduktion des Nebennierenhormons Aldosteron ausgelöst. Diese wiederum verursacht eine vermehrte Kaliumausscheidung. Gleichzeitig vermindert sich die Natrium- und Wasserausscheidung. Die Folge sind ein erhöhter Blutdruck mit Symptomen wie Kopfröte, Kopfschmerzen, Brustenge, Luftnot, Ohrenrauschen, Nasenbluten oder auch Sehstörungen. Der verminderte Kaliumspiegel im Blut kann zusätzlich Herzrhythmusstörungen hervorrufen.
Rund 2,5 Millionen Menschen sind in Deutschland von dieser Art der Hormonstörung, die auch als Hyperaldosteronismus oder Conn-Syndrom bezeichnet wird, betroffen. "Erst in den letzten Jahren hat man die Bedeutung dieser Krankheit für Bluthochdruckpatienten im vollen Umfang erkannt", sagt Professor Felix Beuschlein, Vorsitzender der Abteilung Nebenniere, Hypertonie und Steroide der DGE. Dennoch erfolge eine gezielte Diagnostik heute noch viel zu selten - obwohl sie einfach und kostengünstig mithilfe eines Bluttests durchführbar ist.
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Bluthochdruck ist einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Deshalb sei es wichtig, die Ursache abzuklären und diesen zu behandeln, so die DGE. "Insbesondere Patienten mit nicht therapierbarem Bluthochdruck, unter 40-Jährige Hochdruckpatienten und solche mit veränderten Blutsalzen sollten sich einer hormonellen Diagnostik unterziehen", fordert Beuschlein. Denn mit einer angemessenen Behandlung der Hypertonie lassen sich langfristige Schäden an Organen und Gefäßen vermeiden.
Häufig entsteht ein Überschuss an Nebennierenhormonen auch durch eine gutartige Geschwulst, die selbst die Botenstoffe produziert. Lässt sich der Tumor operieren, wie bei einem Drittel der Patienten mit Conn-Syndrom, ist der Bluthochdruck damit geheilt. Aber auch eine gezielte medikamentöse Therapie normalisiert einen hormonell bedingten Bluthochdruck in vielen Fällen.
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Auch andere Hormone der Nebenniere können im Überschuss Bluthochdruck verursachen. So produziert zum Beispiel das Phäochromozytom als meist gutartige Geschwulst die blutdruckerhöhenden Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Wenn Bluthochdruck mit besonderen Symptomen wie plötzlichem Herzrasen, Schwitzen und Kopfschmerzen einhergeht, sind laut DGE weitere Hormonuntersuchungen notwendig.
ratgeber.t-online.de: Blutdruck messen: Wann und wie oft ist es sinnvoll?
Quelle: ag
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