30.01.2013, 13:07 Uhr | dpa
Impotenz ist der Albtraum vieler Männer. (Quelle: imago)
Erektionsstörungen sind für Männer oft belastend. Trotzdem scheuen sich viele vor dem Besuch beim Urologen. Nun haben Forscher festgestellt, dass die Beschwerden auf spätere Herzerkrankungen hinweisen können. Männer sollten daher besonders auf die Vorsorge achten.
Je gravierender die Erektionsprobleme, desto höher ist die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden oder eine andere Erkrankungen des Herzens und der Gefäße zu bekommen, berichten australische Wissenschaftler im Fachjournal "PLOS Medicine". Erektionsstörungen könnten damit als eine Art Warnsignal dienen und zur frühzeitigen Diagnose von Herzerkrankungen herangezogen werden.
Das Team um Emily Banks von der Australian National University in Canberra hatte gesundheitsbezogene Daten von mehr als 95.000 Männern über 45 Jahren ausgewertet. Diese hatten in den Jahren 2006 bis 2009 einen Fragebogen ausgefüllt, in dem unter anderem auch nach eventuell vorhandenen Erektionsstörungen gefragt wurde. In den nächsten Jahren ermittelten die Forscher, welche Männer aus welchen Gründen in ein Krankenhaus eingewiesen wurden oder wann sie gestorben waren. Insgesamt waren 7.855 Männer mit Herzproblem ins Krankenhaus gekommen. 2.304 Männer starben innerhalb des Untersuchungszeitraumes.
Rund 20 Prozent aller Männer über 30 sind betroffen. Ursachen sollten unbedingt beim Urologen geklärt werden. zum Video
Die statistische Auswertung der Daten zeigte, dass schon leichte Erektionsstörungen auf spätere Herzerkrankungen hinweisen können. Männer, die keine diagnostizierten Herzerkrankungen, aber gravierende Erektionsstörungen hatten, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, später einmal mit einer Herzschwäche, einem Herzinfarkt oder anderen Herzbeschwerden ins Krankenhaus zu kommen. Sie starben auch eher als die Männer der Gruppe ohne Erektionsstörungen.
Die Erektionsstörungen seien nicht der Auslöser der Herzerkrankungen, betonen die Wissenschaftler. Vielmehr lägen beiden Beschwerden die gleichen Ursachen zugrunde, wie zum Beispiel Arterienverkalkung. Ärzte sollten Männern mit Erektionsstörungen deshalb auch auf mögliche Herzerkrankungen untersuchen.
Quelle: dpa
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