GESUNDHEIT
Dicker Bauch macht hungrig und krank22.04.2008, 12:21 Uhr | T-Online
Teufelkreislauf: Je mehr Bauchfett sich ansammelt, desto größer ist der Hunger. (Foto: Archiv)Dicker Bauch, große Sorgen? Wer schon einmal versucht hat, abzunehmen, der weiß: Speckringe rund um den Bauch sind besonders hartnäckig und wollen einfach nicht schwinden. Warum das so ist, haben kanadische Forscher jetzt herausgefunden. Demnach steigert nämlich lästiger Speck noch das Hungergefühl. Der Grund: Das Bauchfett produziert ein Hormon, das den Appetit anregt und dazu beiträgt, dass sich neue Fettzellen bilden. Ein Teufelskreis! Doch nicht nur aus ästhetischen Gründen sind Speckringe am Bauch unschön. Viel schlimmer: Zu viel Bauchfett macht träge und krank.
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Bislang gingen Forscher davon aus, dass das appetitfördernde Hormon nur im Gehirn produziert wird. Die kanadischen Forscher der University of Western Ontario konnten in Versuchen mit Ratten jedoch nachweisen, dass auch im Fettgewebe das so genannte Neuropeptid Y produziert wird. Es gilt als stärkster Appetitanreger, da es das Hungergefühl enorm steigen lässt. Das Fatale: Bei Übergewichtigen wird dieses Hormon ohnehin in einer vielfach erhöhten Menge produziert. Den Forschern zufolge führt das bei dickbäuchigen Menschen zu einem wahren Teufelskreis: Das im Bauchfett entstehende Hormon führt nämlich nicht nur dazu, dass man mehr isst - auch die Fettablagerungen um den Bauch lässt es stetig wachsen. Das wiederum begünstigt das Entstehen neuer Fettzellen.
Zudem sind die Pfunde oftmals so hartnäckig, da überschüssiges Fett die Zellkraftwerke im Körper lahmlegt. Besonders bei Übergewichtigen funktioniert die Fett- und Nährstoffverbrennung dann sehr viel langsamer als bei normalgewichtigen Menschen. Das haben finnische Forscher jüngst in einer Zwillingsstudie bewiesen. Demnach besaßen schwere Testpersonen im Vergleich zu Normalgewichtigen nicht nur mehr Bauchfett, sondern ihre Fettzellen waren auch deutlich größer als die ihres schlanken Zwillings. Zudem funktionierte der Stoffwechsel bei den pfundigen Geschwistern deutlich schlechter und ihre Muskeln waren weniger entwickelt. Sogar ihre Erbsubstanz änderte sich aufgrund des Übergewichts. Die Fettzellen enthielten nur die Hälfte derjenigen DNA, die für Fettverbrennung verantwortlich ist. Daher können sie überschüssiges Fett nur sehr langsam in Energie umwandeln, so die Forscher.
Dass Dickbäuchige, bei den das Fett apfelförmig rund um die Körpermitte verteilt ist, gefährlicher leben als Menschen mit mehr Fett um die Hüfte, ist inzwischen durch zahlreiche Studien belegt. Denn im Gegensatz zu Hüftfett ist der Bauchspeck stoffwechselaktiver, so dass schädliche Fettsäuren leichter in den Blutkreislauf gelangen. "Zuviel Fettgewebe in der Bauchhöhle erhöht das Risiko für Diabetes, Herzinfarkt und Arteriosklerose deutlich", sagt Harald Klein, Internist an der Ruhr-Universität Bochum. Der Grund: "Das Fettgewebe in der Bauchhöhle produziert verschiedene Entzündungsstoffe, die die Gefäße schädigen".
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Zusätzlich zieht das Fett rund um Bauch und Hüften gesundheitliche Schäden regelrecht an. Untersuchungen mit Dickbäuchigen haben gezeigt, dass die Fettzellen nämlich Stoffe abgeben, die so genannte Entzündungszellen anziehen. Das Fatale: Die Menge des Fettgewebes und die Konzentration der Entzündungsstoffe stehen in direktem Zusammenhang mit dem Arteriosklerose-, Herzinfarkt- und Diabetesrisiko. Zudem steigt mit dem Bauchumfang die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden.
Doch auch gertenschlanke Menschen können Fettdepots haben, die zunächst nicht sichtbar sind. Umgibt zu viel Fett die inneren Organe wie Herz, Leber und Bauchspeicheldrüse, ist das genauso gesundheitsgefährdend wie ein dicker Bauch. Londoner Wissenschaftler untersuchten die Fettverteilung im Körper bei rund 800 Probanden. Das Ergebnis: Knapp die Hälfte der normalgewichtigen Frauen und 60 Prozent der Männer besaßen versteckte Fettdepots. Die Vermutung der Forscher: Dünne Menschen mit viel innerem Fett stehen an der Schwelle, übergewichtig zu werden.
Verstecktes Fett lässt sich mithilfe eines Bluttests aufspüren, den Forscher aus Boston kürzlich entwickelt haben. Das so genannte Protein RBP4 gibt Aufschluss darüber, wie viel gefährliches Bauchfett sich im Innern versteckt. Tests mit normalgewichtigen sowie fettleibigen Teilnehmern zeigten: Wer große Fettmengen im Bauchraum besitzt, hat auch hohe RBP4-Werte. Hingegen hatten Probanden, deren Fett sich überwiegend unter der Haut befand, moderate RBP4-Werte - auch wenn sie stark übergewichtig waren. Auf dem Markt ist der Test bislang noch nicht. Verborgener Speck lässt jedoch per Computertomografie nachweisen.
Ob versteckt oder offensichtlich: Wer Fettdepots am Bauch hat, wird diese mit Diäthalten allein nicht wieder los. Man verliert zwar Gewicht, aber es sind nicht die Fettdepots, die verschwinden, sondern es wird Muskelmasse abgebaut. Nur eines hilft wirklich: Gesunde Ernährung und Sport lässt die inneren Fettpolster schmelzen.
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