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Gluten-Unverträglichkeit: Wenn Brot und Bier krank machen

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ERNÄHRUNG | GLUTEN  

Wenn Brot krank macht

19.05.2008, 12:13 Uhr | ug, dpa

Ernährung: Gefährlicher Leckerbissen: Brot enthält Gluten. Viele vertragen es nicht - ohne es zu wissen. (Foto: imago)Gefährlicher Leckerbissen: Brot enthält Gluten. Viele vertragen es nicht - ohne es zu wissen. (Foto: imago)Bauchschmerzen nach einem Butterbrot, Übelkeit nach einer Pizza: Zahlreiche Deutsche haben diese Beschwerden - ohne zu wissen, dass sie ernsthaft krank sind. Denn die chronische Darmerkrankung Zöliakie bleibt nach Einschätzung von Experten oft zu lange unentdeckt. Schätzungsweise 400.000 Menschen in Deutschland leiden an dieser Unverträglichkeit des Getreideeiweißes Gluten, so Dan Kühnau, stellvertretender Vorsitzende der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG). Das Fatale: "Maximal jeder vierte Betroffene weiß, dass er diese Krankheit hat." Wir sagen Ihnen, welche Lebensmittel gefährlich werden können - und wie Sie eine Unverträglichkeit erkennen.



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Verstecktes Gluten - Mangelerscheinungen drohen

Im Körper der Betroffenen löst das Eiweiß Gluten, das in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste vorkommt, eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut aus. Das hat oft Bauchschmerzen, Durchfall und Brechreiz zur Folge. Dem Körper fehlen Nährstoffe, es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Laut DZG schädigt bereits ein Viertel Gramm Weizen den Dünndarm und kann zu Beschwerden führen. Das Tückische: Auf den ersten Blick erkennt man Lebensmittel, die Gluten enthalten, oftmals nicht. "Standardprodukte wie normales Brot, Kuchen, Pizza, Bier und Kuchen fallen weg", sagt Kühnau. Auch in Fertiggerichten, Wurst, Kartoffelpuffern, Eis, Schokolade oder Suppen kann Gluten enthalten sein.

Symptome schwer zu erkennen

Doch drei Viertel der Zöliakie-Kranken werden von Ärzten in andere "Schubladen" gesteckt, sagt Kühnau. "Viele Hausärzte wissen nicht ausreichend Bescheid. Zöliakie kommt im Tagesgeschäft nicht häufig vor." Zudem sei die Diagnose der chronischen Erkrankung nicht einfach. Die Symptome seien auch vielen anderen Krankheiten zuzuordnen. Eine verlässliche Diagnose ist laut Kühnau nur durch einen speziellen Bluttestmöglich und eine Untersuchung des Dünndarms möglich.

Zutatenliste genau betrachten

Ein Problem vieler Betroffener: Die Auswahl an gesundheitsverträglichen Produkten wird immer kleiner. Denn bei den Herstellern ist der Stoff als gutes Gelier- und Bindemittel sowie Trägerstoff für Aromen beliebt. Auch in vielen Halbfertigprodukten wie Saucen und fettreduzierten Produkten stecken daher glutenhaltige Zutaten wie Mehl, Weizenstärke, Weizenkleie oder eben direkt Gluten. Zwar müssen die Hersteller glutenhaltige Zutaten auf der Zutatenliste verpackter Produkte angegeben. Doch die wenigsten wählen eindeutige Bezeichnungen wie “enthält Gluten” oder “glutenfrei”. Zudem gibt es Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht, zum Beispiel bei Verzuckerungsprodukten. Diese Zucker werden aus Weizenstärke gewonnen und in vielen Lebensmitteln eingesetzt werden. Für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit sind sie daher ebenfalls verboten. Laut DZG geben einige Hersteller bei diesen Verzuckerungsprodukten das glutenhaltige Ausgangsmaterial an, andere nicht.

Glutenfreie Lebensmittel sind teuer

Zöliakie ist nicht heilbar. "Es bleibt nur, auf glutenfreie Lebensmittel umzusteigen", sagt Kühnau. Erlaubt sind beispielsweise unverarbeitetes Obst und Gemüse, Kartoffeln, Salate, Pflanzenöle, Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Oft sind glutenfreie Lebensmittel jedoch um 30 bis 50 Prozent teurer und in der Regel nur im Reformhaus erhältlich. Deshalb werde Hartz- IV-Empfängern, die nachweislich an Zöliakie erkrankt sind, ein Zuschuss von 66 Euro monatlich gewährt.

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