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Sodbrennen: Wie Sodbrennen entsteht und was dagegen hilft

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Sodbrennen

Wie Sodbrennen entsteht und was dagegen hilft

07.12.2009, 10:14 Uhr | mou / AP

Vorsicht, Brandherd in der Brust! Beschwerden durch Sodbrennen werden häufig unterschätzt. (Foto: Archiv)

Wer kennt ihn nicht, den ziehenden Schmerz in der Speiseröhre, das säuerliche Aufstoßen und den unangenehmen Geschmack im Mund: Sodbrennen. Eilige Mahlzeiten zwischen Tür und Angel, Kaffee und Nikotin, aber auch Übergewicht können das unangenehme Brennen am Eingang zum Magen hervorrufen. Fast jeder zweite Bundesbürger wird mit zunehmendem Alter hin und wieder davon heimgesucht. Wer mehrmals in der Woche und vor allem nachts Beschwerden hat, sollte zum Arzt gehen.

Wie entsteht Sodbrennen?

Sodbrennen zählt hierzulande zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden. Es entsteht, wenn Magensäure oder saurer Magenbrei wieder zurück in die Speiseröhre fließt und dort die empfindliche Schleimhaut angreift. Zwischen Speiseröhre und Magen sorgt ein Schließmuskel dafür, dass das Essen zwar von oben nach unten durchrutscht, aber kein Mageninhalt wieder zurückfließen kann. Dieses Ventil kann im Laufe des Lebens verschleißen.

Wer bekommt Sodbrennen?

Nicht nur ältere Personen klagen über Sodbrennen. Auch hektisches Essen am Bürotisch kann es auslösen. "Besser ist es, in der Mittagspause den Arbeitsplatz zu verlassen und in Ruhe leicht verdauliche Speisen zu sich zu nehmen und diese sorgfältig zu kauen", rät Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten. Der säuerliche Rückfluss kann ebenso durch Schwangerschaft oder Übergewicht bedingt sein, wenn die Enge im Bauchraum den Mageninhalt wieder nach oben zurückdrückt. Eine große Rolle spielen Essgewohnheiten: Fette, stark gewürzte oder gebratene, süße und saure Speisen fördern den Rückfluss von saurem Speisebrei.

Wann muss man mit Sodbrennen zum Arzt?

Gelegentliches Sodbrennen ist meistens harmlos. "Treten die Beschwerden jedoch mehrmals pro Woche auf, sollte man einen Arzt aufsuchen, da die zurückfließende Magensäure die Speiseröhre dauerhaft schädigen kann", warnt der Experte.

Was kann man selbst dagegen tun?

Gelegentliches Sodbrennen kann schon durch eine leichte Umstellung der Lebensgewohnheiten spürbar eingedämmt werden. Mäßigung geboten ist bei den üblichen Verdächtigen wie Süßigkeiten, Alkohol und Nikotin. Diese bezeichnet man auch als "Säure-Locker", weil sie die Produktion von Magensäure zusätzlich ankurbeln. Gleiches gilt für koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola und Energydrinks, aber auch schwarzen und grünen Tee. Ein bis zwei Tassen Kaffee sind für einen gesunden Verdauungstrakt kein Problem, wenn es aber mehr wird, sollte man auf koffeinfreien oder Getreidekaffee umschwenken. Wer häufiger mit Sodbrennen zu tun hat, sollte sich auch bei Frucht- und Gemüsesäften sowie Limonaden etwas zurückhalten. Sie sind von sich aus schon säuerlich und verstärken noch den Angriff der Magensäure auf die Speiseröhre. Ganz wichtig für den effektiven Kampf gegen das saure Brennen ist, sich bei fettigen Speisen und späten Mahlzeiten einzuschränken.

Besser ein Spaziergang statt Mittagsschlaf

Auch Abnehmen und Sport, beziehungsweise regelmäßige Bewegung seien wichtige Beiträge, um die Beschwerden durch Sodbrennen zu verringern, sagt Raedsch. Bequeme Kleidung reduziere den Druck auf den Bauchraum ebenfalls. Statt eines Verdauungsschlafs nach dem Mittagessen sollten Betroffene laut Raedsch die Verdauung lieber mit einem Spaziergang anregen. Auf Sport direkt nach den Mahlzeiten sollte jedoch verzichtet werden, da der Magen auf die Anstrengung oft erst recht mit Sodbrennen reagiere.

Trick: Schräglage in der Nacht

Wer vor allem nachts in der Horizontale unter Sodbrennen und Schmerzen in der Speiseröhre leidet, kann sich ganz einfach mit einem zusätzlichen Kopfkissen helfen. Dadurch wird der Oberkörper höher gelagert, und der Rückfluss aus dem Magen verhindert. Mag man keine Kissenberge im Rücken, dann erzielt man den gleichen Effekt ebenso mit Holzkeilen unter Bettrahmen oder einem hochklappbaren Lattenrost.

Vorsicht mit Säureblockern

Beschwerden durch Sodbrennen und Reizungen der empfindlichen Speiseröhre können kurzfristig durch säurebindende Arzneien behoben werden. Diese neutralisieren oder hemmen die überschüssige Säurebildung im Magen. Viele der Mittel, die bei Sodbrennen verordnet werden, sind auch rezeptfrei erhältlich. Daher neigen Menschen mit Beschwerden oft dazu, diese auch über längere Zeiträume und in unkontrollierten Mengen einzunehmen. Dr. Martin Adler, Facharzt für Allgemeinmedizin und Pflanzenheilkunde aus Siegen, rät hier zu Vorsicht. Säureblocker sollte man generell nicht dauerhaft einnehmen, warnt Adler. Häufig würden sie sogar das Gegenteil bewirken und es komme zu einer verstärkten Säureproduktion im Magen. Eine längerfristige Einnahme kann besonders bei älteren Menschen zu einer Zunahme an Knochenbrüchen führen und im Magen-Darm-Trakt schwere Durchfälle auslösen. Über diese Gefahren berichtet "Öko-Test" (02/2009) und rät, säurehemmende Mittel deshalb immer in der niedrigsten Dosierung und nur so lange einzunehmen, bis die akuten Beschwerden beseitigt sind.

Alternativen

Wer mit krankhaftem Sodbrennen oder einer entzündeten Speiseröhre in medizinischer Behandlung ist, sollte sich ergänzend dazu auch nach pflanzlichen Alternativen erkundigen. Im Kombination mit Kartoffelsaft zum Beispiel und verschiedenen pflanzlichen Präparaten reduziere sich deutlich die Menge der säurehemmenden Medikamente, die eingenommen werden müssten, meint Adler.

07.12.2009, 10:14 Uhr | mou / AP

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