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Künstliche Vitamine können krank machen

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Künstliche Vitamine können krank machen

06.04.2009, 11:11 Uhr | ag/jlu

Gesundheit: Zu viele künstliche Vitamine schaden dem Körper. (Foto: Archiv)Zu viele künstliche Vitamine schaden dem Körper. (Foto: Archiv)Egal ob künstlich oder natürlich: Vitamine sind gesund - das glauben viele und schlucken deshalb künstliche Vitamine zur Nahrungsergänzung. Doch das ist meistens gar nicht nötig: Denn wer regelmäßig Obst und Gemüse isst, deckt seinen Vitaminbedarf auf natürliche Weise. Sinnvoll sind solche Nahrungsergänzungsmittel nur für manche Personen wie Raucher oder Schwangere. Für einige Menschen sind Vitamine im Übermaß sogar schädlich. Davor warnt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

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Überversorgung mit bösen Folgen

Vitamine sind für den Menschen wichtig. Doch das heißt nicht automatisch, dass man gesünder wird, je mehr man davon aufnimmt: Einige Vitamine scheidet der Körper zwar aus, wenn ihre Konzentration zu hoch ist. Andere Vitaminen können hingegen bei einer Überversorgung zu Gesundheitsschäden führen. So kann zu viel Vitamin A im ersten Drittel der Schwangerschaft fruchtschädigend wirken. "Die Besonderheit der Risikobewertung von lebensnotwendigen Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen liegt darin, dass sowohl das Risiko einer Mangel- als auch einer Überversorgung berücksichtigt werden muss“, betont Dr. Rolf Großklaus, Leiter der Fachgruppe Diätetische Lebensmittel, Ernährung und Allergien am BfR.

ACE-Säfte mit Vorsicht genießen

Die meisten Ernährungsexperten sind sich darüber einig, dass die Deutschen zu viele Multivitaminpräparate und Mineralbrausen zu sich nehmen. Auch die beliebten ACE-Säfte aus dem Supermarkt sind umstritten. Die Kombination aus Provitamin A oder Betacarotin, Vitamin B und C wird von den Herstellern als gesunde Fitmacher verkauft. Besonders Betacarotin galt jahrelang als Wunderwaffe gegen Krebsgefahr bei Rauchern, bis in einer finnischen Studie mit 50.000 Versuchsteilnehmern nachgewiesen wurde, dass es keine positive Wirkung besitzt. Im Gegenteil: Raucher, die erhöhte Dosen des Provitamins zu sich nahmen, erkrankten sogar häufiger an Lungenkrebs. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt daher Raucher ausdrücklich vor Präparaten mit einem hohen Anteil an Betacarotin.

Eisen wird leicht überdosiert

Vor allem die fettlöslichen Vitamine A, D und ß-Carotin können bei Überdosierung zum Problem werden. Sie reichern sich im Körper an und können bei langfristiger Überdosierung sogar zu einem früheren Tod führen. Auch einige Mineralstoffe, zum Beispiel Eisen, werden leicht überdosiert und können der Gesundheit schaden. Dies gilt aber nur bei künstlichen Nährstoffen. Natürliche Vitamine in Lebensmitteln können nicht überdosiert werden. (Eisenüberschuss: Ist zu viel Eisen im Blut gefährlich?)

Viel Kalzium für Schwangere

Künstliche Vitaminpräparate sind nur für einige Personengruppen empfehlenswert. So sollten werdende Mütter beispielsweise viel Folsäure zu sich nehmen. Denn dadurch beugen sie Fehlbildungen an Hirn und Rückenmark ihres Kindes vor. Für Schwangere, die keine oder wenige Milchprodukte essen ist es außerdem ratsam, zusätzlich Kalzium zu sich zu nehmen. Auch für Senioren sind künstliche Vitamine sinnvoll. Denn viele von ihnen haben im Alter weniger Hunger und essen nicht mehr so viel. Dadurch nehmen sie auch weniger Vitamine auf.

Das Märchen vom Vitaminmangel

Wissenschaftler weisen immer wieder darauf hin: Für gesunde Erwachsene sind Vitaminpräparate überflüssig. "Untersuchungen in Deutschland zeigen, dass die meisten Altersgruppen die Referenzwerte für die Vitaminzufuhr im Durchschnitt erreichen", so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Auch der Mythos, dass in Obst und Gemüse heutzutage kaum noch Vitamine enthalten seien, wird von den DGE-Experten ins Reich der Märchen verwiesen. Nur Risikogruppen wie Schwangere, Stillende oder ältere Menschen mit einem schlechten Ernährungszustand brauchen eventuell zusätzliche Nährstoffe. Diese sollten dann aber gezielt verordnet werden und nicht willkürlich durch Multivitaminpräparate bekämpft werden, rät die Verbraucherzentrale Hamburg.

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Quelle: ag/jlu

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