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Husten: Was taugen Hustenbonbons?

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Husten  

Was taugen Hustenbonbons und Halspastillen?

17.12.2009, 09:33 Uhr | tze

Was taugen Hustenbonbons? (Foto: imago)Was taugen Hustenbonbons? (Foto: imago)Es kratzt im Hals, aus dem Hüsteln wird Husten - wenn sich eine Erkältung andeutet, greift man schnell zu Hustenbonbons und Halspastillen wie zu einem rettenden Strohhalm. In Supermarktregalen und Apotheken türmt sich eine bunte Auswahl von Bonbons mit Salbei, Thymian oder Eukalyptus, mit schweizerischen Hustenkräutern, mit extra Vitamin C, ohne Zucker... welche helfen am besten? Oder kann man sich das Geld sparen, weil Hustenbonbons gar nicht wirken? Wir haben einen Arzt gefragt.

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Bonbons mit Zucker meiden

"Hustenbonbons betrachte ich generell mit einem Lächeln, aber ganz wirkungslos sind sie nicht. Und man muss ja nicht gleich mit Kanonen auf geringfügige Erkrankungen schießen", sagt der Lungenfacharzt Dr. Michael Barczock aus Ulm, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Pneumologen. Wirklich schlecht beurteilt er bei Hustenbonbons nur den oft enthaltenen Zucker. "Weil die Wirkung eher gering ist, neigt man dazu, eins nach dem anderen zu lutschen, und dabei häufen sich etliche Kalorien an." Gerade für Kinder sei das schlecht.

Hustenbonbons linden akuten Hustenreiz

Es gibt zweierlei Arten von Hustenbonbons: Die einen wirken schleimlösend, die anderen lindern den Hustenreiz. Letztere funktionieren aber nicht wie codeinhaltige Medikamente, die in schlimmeren Fällen gegen Reizhusten verschrieben werden, sondern regen durch ätherische Öle den Speichelfluss an. Dieser wirkt gegen das unangenehme Kitzeln im oberen Rachenbereich. "Mit zuckerfreien Bonbons mit Pfefferminze oder Eukalyptus kann man sich ganz gut über eine akuten Hustenreiz hinwegretten", weiß Barczok. Manche Bonbons hätten außerdem schmerzlindernde Inhaltsstoffe, die gereizte, beziehungsweise entzündete Schleimhäute beruhigen.

Tee trinken bringt mehr

Schleimlösende Hustenbonbons enthalten Kräutermischungen - oft Salbei oder Thymian -, die den zähen Schleim in den Atemwegen verflüssigen und das Abhusten erleichtern sollen. Eine Alternative sind Pastillen aus isländisch Moos. "Über den Nutzen dieser Hustenbonbons kann man streiten. Ich persönlich finde, dass sie nicht so gut wirken", sagt der Lungenfacharzt. Er rät stattdessen zu Kräutertee oder schwarzem Tee mit Honig, um die Schleimhäute mit reichlich Flüssigkeit zu versorgen. Das ist gerade jetzt wichtig, wenn die Heizperiode beginnt und man sich lange in Räumen mit trockener Luft aufhält. Ausgetrocknete Schleimhäute lösen nicht nur unangenehmes Kratzen und den Hustenreiz aus, sondern sind ein Nährboden für Krankheitskeime.

Wann man stärkere Mittel braucht

"Wenn der Husten so schlimm ist, dass man ein Hustenbonbon nach dem anderen lutscht, sollte man ihn besser mit Medikamenten bekämpfen", rät Barczok und verweist darauf, dass es auch rezeptfreie Hustenmittel in der Apotheke gibt. Wenn der Husten allerdings länger als vier Tage andauert und gelblichem Auswurf oder Fieber dazukommt, muss man zum Arzt. Das gilt auch, wenn Husten mit Atemnot einhergeht, denn das deutet auf eine allergische Reaktion hin.

Bloß keinen heißen Dampf inhalieren

Ein heißes Kräuterdampfbad ist immer noch ein beliebtes Hausmittel gegen Erkältungen: Kräutermischung in die Schüssel, mit kochendem Wasser aufgießen, Handtuch über den Kopf und den heißen Dampf einatmen - doch davon rät der Lungenfacharzt ab. Wenn die Schleimhäute bereits geschwollen sind, verschlimmern sich die Beschwerden. Der heiße Wasserdampf reizt die Schleimhäute zusätzlich oder verbrüht sie schlimmstenfalls. Heilkräuter sollte man also besser in Form von Tee oder Hustenbonbons zu sich nehmen.

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