10.08.2011, 10:18 Uhr | vdb
Es juckt und brennt, der tägliche Gang auf die Toilette wird zur Qual - jeder Betroffene weiß: Hämorriden sind eine unangenehme Angelegenheit. Aber was tun, wenn die unerwünschten Gefäßpolster gewachsen sind? Der Gang zum Arzt wird oftmals als peinlich empfunden und Salben aus der Apotheke helfen kaum. Prof. Alexander Herold vom Enddarm-Zentrum in Mannheim erklärt, warum spezielle Hämorriden-Salben wenig bringen und was man gegen das lästige Leiden tun kann. Die sieben besten Tipps gegen Hämorriden.
Wer Hämorriden hat, fragt meist zuerst kleinlaut in der Apotheke nach einer Hämorridensalbe. Dabei bringen die in der Regel gar nicht viel. "Es gibt kein Medikament - weder Salbe noch sonst was - das an den Hämorriden etwas ändert. Eine einfache Zinksalbe - zum Beispiel Babycreme - hilft genauso effektiv, die Begleiterscheinungen wie zum Beispiel den Juckreiz zu bessern", sagt Herold. Durch die Hämorriden bildet sich Feuchtigkeit am After, die die Haut reizt. Die Feuchtigkeit kann jede Salbe mindern.
Bei Hämorriden-Beschwerden helfen eine ballaststoffreiche Ernährung, viel trinken und ausreichend Bewegung, vorausgesetzt Sie leiden unter Verstopfung oder zu festem Stuhl. "Das Hämorriden-Gewebe hat die Aufgabe den Feinabschluss am After zu machen. Harter Stuhl und Durchfall stören den Feinabschluss. Ziel ist deshalb eine Ernährung, die den Stuhlgang normalisiert", so der Proktologe. Bei Durchfall muss die Ursache gesucht und die Ernährung entsprechend umgestellt werden.
Bei einem entzündeten After hilft zudem eine schonende Reinigung. Am besten ist ein sanftes Abtupfen mit lauwarmem Wasser. Auf Seifen sollten Sie dabei verzichten, sie greifen die entzündeten Partien möglicherweise unnötig an. Beim Trockenen sollten Sie vorsichtig sein und auf Reibung verzichten. Das abschließende Auftragen einer Salbe mit hautneutralen pH-Wert kann ebenfalls Linderung verschaffen. Um das Austreten von unerwünschten Ausscheidungen wie Schleim und Blut zu verhindern, helfen Analtampons.
Wenn die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht besser werden, "sollte man nach zwei bis vier Wochen einen Arzt aufsuchen", rät Prof. Herold. Auch wenn Ihnen eine mögliche Untersuchung des Afters peinlich ist - bei Schleimabsonderungen, Blutungen und Unannehmlichkeiten beim Stuhllassen kann es sich auch um Darmkrebs handeln. Zwar können Hämorriden-Beschwerden zwischendurch immer wieder zurückgehen, langfristig bleibt das Problem jedoch meist bestehen.
Zudem kann bei früh erkannten Hämorriden ambulant gehandelt werden. "Je kleiner die Hämorriden sind, desto weniger aufwändig ist ihre Behandlung", so Herold. Hämorriden ersten Grades können in der Regel durch die richtige Ernährung zurückgehen oder verödet werden. Dabei wird ein Medikament in oder auf die unerwünschten Gefäßpolster gespritzt. Danach verkleinern sich die Hämorriden von selbst. Hämorriden zweiten Grades können mit einem Gummiring ambulant abgebunden werden. Hämorriden dritten und vierten Grades sind eher selten. Sie müssen operativ entfernt werden.
Quelle: vdb
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