Lymphknoten
Was machen eigentlich die Lymphknoten?21.01.2013, 12:43 Uhr | jlu
Kleine Knötchen unterm Ohr hat fast jeder schon einmal bei sich ertastet. Vor allem wer erkältet ist, kann die Knubbel fühlen. Dabei handelt es sich um geschwollene Lymphknoten. Die Schwellung entsteht meistens von heute auf morgen, die Betroffenen sind deshalb häufig verunsichert: Sie wissen nicht, welche Ursachen die Verdickung hat und ob sie zum Arzt müssen. Wir haben Dr. Hartmut Henß, Arzt für Innere Medizin an der Uniklinik Freiburg gefragt, ob geschwollene Lymphknoten auf gefährliche Krankheiten hindeuten.
Lymphknoten sind fast überall: Am Hals, im Nacken, hinter dem Ohr, an Kinn und Unterkiefer, in der Achselhöhle, im Brustraum und in der Leiste. Sie sind ein Teil des Lymphsystems, das für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich ist. Die Funktion der Knötchen: Sie untersuchen das Wasser im Gewebe, die sogenannte Lymphe, auf Viren, Bakterien und andere Fremdkörper. "Lymphknoten sind also die Polizeiwache des Körpers", sagt Henß.
Machen die Lymphknoten im Körper Erreger ausfindig, bilden sie Antikörper und einen bestimmten Typ weißer Blutkörperchen, die sogenannten Lymphozyten. Um die Krankheitskeime zu bekämpfen, werden Antikörper und Lymphozyten von den Knoten ins Blut abgegeben. Dadurch schwellen die Lymphknoten an. In den meisten Fällen verursacht die Verdickung auch Schmerzen und die Knubbel sind druckempfindlich.
Geschwollene Lymphknoten sind meistens harmlos. "Oft sind Infektionen und Entzündungen die Ursache für die dicken Knötchen", erklärt der Mediziner. Dabei ist die Schwellung meist örtlich begrenzt, das heißt sie tritt nur im Infektionsgebiet auf, zum Beispiel am Hals. Schon eine einfache Erkältung oder ein grippaler Infekt kann zu einer Verdickung führen. Leichte Entzündungen lassen ebenfalls die Lymphknoten anschwellen, zum Beispiel eine Mandelentzündung oder eine entzündete Schnittwunde. Auch schlimmere Infektionen wie das Pfeiffersche Drüsenfieber, Masern, Röteln oder rheumatische Erkrankungen kommen als Ursachen in Frage.
In seltenen Fällen können auch gut- oder bösartige Tumorerkrankungen wie Lymphdrüsenkrebs der Auslöser sein. Das Gefährliche daran: Diese Schwellung vollzieht sich langsam und verursacht keine Schmerzen. "Das ist bei harmlosen Verdickungen anders, die Lymphknoten schwellen schnell an und tun weh", weiß Henß. Gefährlich ist die Schwellung auch dann, wenn sie nicht von selbst wieder verschwindet. In diesem Fall sollten die Betroffenen unbedingt zum Arzt gehen. "Auch wer sich krank fühlt, erschöpft ist und Fieber hat, sollte geschwollene Knoten untersuchen lassen", rät der Mediziner.
21.01.2013, 12:43 Uhr | jlu
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