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Fertiglesebrille: Was taugen Lesebrillen vom Discounter?

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Fertiglesebrille  

Was taugen Fertiglesebrillen?

23.02.2010, 11:32 Uhr | ag

Lesebrille: Für viele ist eine Lesebrille vom Discounter eine preisgünstige Alternative. (Foto: Archiv)Für viele ist eine Lesebrille vom Discounter eine preisgünstige Alternative. (Foto: Archiv)Sie sind billig und liegen im Trend: Lesebrillen von der Stange. Kein Wunder, denn Alterssichtigkeit trifft jeden. Schon mit Anfang 40 fängt in der Regel der Kampf mit dem Kleingedruckten an. Bis zu 150 Euro kostet ein maßgeschneidertes Optikermodel. Billiger gibt's die Lesehilfen an Tankstellen, Autobahnraststätten und in Drogeriemärkten. Doch verschaffen die Fertiglesebrillen tatsächlich den echten Durchblick? Das Verbrauchermagazins "Guter Rat" hat die Probe aufs Exempel gemacht und elf Billigbrillen getestet:

Das Ergebnis Fertiglesebrillen im Test
Sind Ihre Augen verkehrstauglich? Zum Sehtest


Fertigbrillen sind Notbrillen

Bis auf eine der elf Fertigbrillen kosteten alles weniger als zehn Euro und wiesen eine Dioptrienzahl von plus 2 auf. Bei jeder Brille handelte es sich jeweils um das billigste Model eines bestimmten Anbieters. Begleitet wurde der Test vom Augenarzt und Augenoptiker Dr. Volker Rasch von der Potsdamer Augenklinik sowie von Augenoptikermeister Jan Baréz aus Berlin, der auch als Gutachter für die Berliner Augenoptiker-Innung tätig ist. Dabei betonten die Experten, dass Brillen von der Stange niemals ein echter Ersatz für eine individuell angepasste Brille sein können. Sie sind vielmehr als Lesehilfen für den Notfall oder als Zweitbrille gedacht. Dennoch gibt es erstaunliche Unterschiede bei de Qualität.

Rossmann schlägt Fielmann

Einzeln betrachtet, schnitten manche Fertigbrillen überraschend gut im Test ab. So lagen die Modelle der Drogerieketten Rossmann (2,29 Euro) und Müller (8,99 Euro) klar vor dem Einstiegsmodell von Brillenkönig Fielmann (4,95 Euro). Beide Drogerie-Modelle erhielten gute Noten, die Fielmann-Brille dagegen nur ein "genügend". Bei zwei Brillen war die optische Mitte links und rechts unterschiedlich hoch - keine Freude für die Augen. Beim dem Modell "Champion G1100mini/NEED YOU" des Internetanbieters "linsensuppe.de" fand Baréz beim Nachmessen eine plus 3 statt wie angegeben plus 2 Dioptrien.

Testsieger: Fertigbrille vom Optiker

Testsieger war allerdings die teuerste Fertigbrille, das Modell "Mette G2600/NEED YOU" (ab 25 Euro), das nur beim Optiker erhältlich ist. Sie überzeugte nicht nur durch präzise optische Angaben zur Dioptrienstärke und zum Pupillenabstand, sondern vor allem durch ihre höherwertige Materialverarbeitung. So weisen die Bügel eine Metalleinlage auf, die der Brille mehr Stabilität geben. Die Verschraubungen sind solide und das Nasenkissen ist weich und beweglich. Das bietet dem Brillenträger mehr Tragekomfort.

Fertigbrillen sind Notbrillen

Trotz aller Vorteile, die eine Fertiglesebrille bietet, darf nicht vergessen werden, dass sie immer nur eine Kompromisslösung darstellt. Schließlich hat ein Großteil der altersweitsichtigen Menschen weitere Sehfehler wie Kurzsichtigkeit oder Hornhausverkrümmungen, die durch eine 0815-Brille nicht korrigiert werden können. Bei Gläsern vom Optiker werden all diese Parameter mitberechnet und beim Schliff der Gläser individuell berücksichtigt. Das gleiche gilt für den weit verbreiteten Fall, dass rechtes und linkes Auge eine unterschiedliche Sehschwäche haben. Auch das gleicht eine Fertiglesebrille nicht aus. "Um mal die Speisekarte zu lesen oder eine Überweisung auszufüllen, ist das o.k.", erklärt Dr. Volker Rasch im Magazin "Guter Rat". Für den Dauergebrauch sei diese Art der Sehhilfe jedoch nicht geeignet.

Optische Mitte und Pupillendistanz

Ein weiterer Knackpunkt der Fertigbrillen liegt in der Pupillendistanz, kurz PD genannt. Fertigbrillen sind meist auf einen festen Wert eingestellt. Die optische Mitte des linken und rechten Glases sind in der Regel 62 Millimeter voneinander entfernt. Für ein entspanntes Sehen müssen aber die PD der Brille und die tatsächliche Pupillendistanz übereinstimmen. "Die liegt aber bei den Menschen zwischen 50 und 70 mm. 62 mm ist höchstens ein Zufallstreffer", erklärt Optikmeister Baréz.


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