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Cortison: Wie gefährlich ist Cortison?

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Cortison

Wie gefährlich ist Cortison?

10.08.2011, 10:18 Uhr | vdb

Cortison-Salbe kann richtig dosiert gut helfen. (Foto: imago)

Cortison-Salbe kann richtig dosiert gut helfen. (Foto: imago)

Segen und Fluch - Patienten wissen oftmals nicht, was sie von einer Behandlung mit Cortison halten sollen. Viele denken dabei an dramatische Nebenwirkungen wie Glashaut, Schlafstörungen, Übergewicht oder Diabetes. Dem gegenüber stehen Behandlungserfolge, die durch Cortison erzielt werden können. Entzündliche Erkrankungen wie Asthma, Rheuma und Allergien werden erfolgreich mit Cortison therapiert. Wir erklären wann die Einnahme kritisch wird und wie Sie sich richtig verhalten.

Cortison-Nebenwirkungen vermeiden

Cortisol oder Hydrocortison, das umgangssprachlich als Cortison bezeichnet wird, ist ein körpereigener Stoff, der in der Nebennierenrinde produziert wird und als Medikament entzündungshemmend wirkt. Viele Patienten reagieren vorsichtig, wenn der Arzt ihnen Cortison verschreibt. Zu Recht, denn bei einer falschen oder zu langen Einnahme kann es zu gravierenden Nebenwirkungen kommen. Dennoch sollten Sie Cortison nicht komplett ablehnen. "Es kommen sehr viele Leute zu Schaden, die aus Angst vor Cortison das Medikament verweigern. Man braucht einen guten Arzt und die richtige Beratung", sagt Hormonexperte Prof. Dr. Bruno Allolio von der Uniklinik Würzburg. Viele Vorurteile gegenüber Cortison stammen noch aus den 70er Jahren. Damals wurde das Medikament eingesetzt, war aber wenig erforscht. Es wurde in hohen Dosierungen und nur in Form von Spritzen und Tabletten verabreicht. Die Folge waren Nebenwirkungen, die sich auf den ganzen Organismus auswirkten. Dazu gehörten die Unterdrückung des Immunsystems, Osteoporose, Magen-Darmgeschwüre, eine Verdünnung der Haut, Akne und Augenerkrankungen wie Grüner Star.

Cortison aus der Apotheke?

Leicht dosierte Cortisonsalben gegen Ekzeme und Schuppenflechte sowie Nasensprays gegen Heuschnupfen gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Cortisontabletten hingegen sind verschreibungspflichtig, da eine erhöhte Gefahr von Nebenwirkungen besteht und die Dosis für jeden Patienten genau angepasst werden sollte. Sie werden beispielsweise gegen Rheuma oder Asthma und anderen entzündlichen Krankheiten angewendet. Cortisonspritzen kann nur ein Arzt verabreichen. Sie wirken als so genannter Cortisonstoß besonders stark und lange. Jedoch könne die Spritze die körpereigene Cortisonproduktion stören und bei empfindlichen Menschen deutliche Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme und Schlafstörungen auslösen, warnt Allolio.

Lokale Anwendung weniger bedenklich

Eine kurze, lokale Anwendung wird von Ärzten als wenig bedenklich eingestuft. Nasensprays, Cremes und Augentropfen wirken nur dort am Körper, wo Beschwerden sichtbar sind. Da das Medikament nicht in den Blutkreislauf des gesamten Organismus gelangt, kommt es zu weniger Nebenwirkungen. "Wenn man lokal agieren kann, sollte man das tun", rät Dr. Allolio. Manchmal sei die Symptomatik jedoch so, dass eine lokale Behandlung nicht ausreicht. "Tabletten und Spritzen sollte man so kurz wie möglich anwenden", so der Experte. Gerade Allergiker sollten auf cortisonhaltige Nasensprays zurückgreifen, anstatt sich in der Pollensaison eine Cortison-Spritze vom Arzt geben zu lassen. "Das ist eine fette systematische Einwirkung auf den Organismus", sagt Allolio.

Vorsicht bei zu langer Anwendung

Die Anwendung von Cremes führt häufiger zu Nebenwirkungen wie Glashaut, einer Form von Akne oder roten Äderchen. "Das Ausmaß der Nebenwirkungen hängt jedoch stark vom Präparat und der Größe der behandelten Hautfläche ab", so der Hormonexperte. Zu leichten Nebenwirkungen kann es jedoch auch bei der Anwendung von cortisonhaltigen Nasensprays und Augentropfen kommen. Sie können die Schleimhäute austrocknen. Zudem belegen Studien, so Allolio, dass cortisonhaltige Nasensprays langfristig die Entwicklung der Augenkrankheit Grüner Star begünstigen können. Außerdem kann auch lokal angewendetes Cortison bei einer längeren Anwendung, zum Beispiel mit Inhalationssprays für Asthmatiker, das Immunsystem schwächen. Dann kann es Pilz- oder Bakterieninfektionen an den Schleimhäuten auslösen. Bei einer Therapie mit kortisonhaltigen Inhalationssprays steigt besonders das Infektionsrisiko im Mund- und Rachenraum. Experten raten deshalb, nach der Inhalation den Mund mit Wasser oder einer desinfizierenden Lösung zu spülen.

Cortison absetzen kann gefährlich werden

Ein Cortisonnasenspray einfach abzusetzen ist nach Meinung von Dr. Allolio unbedenklich. Bei der Therapie mit Tabletten, die häufig bei Rheuma angesetzt wird, gilt es jedoch einiges zu beachten. "Über einen längeren Zeitraum eingenommene Tabletten müssen über mehr als vier Wochen abgesetzt werden, damit sich die Nebenniere erholt". Bei einem abrupten Absetzen des Medikaments drohen Kreislaufversagen und Schockreaktionen. Der Körper stellt die eigene Cortisonproduktion während der Behandlung ein. Wird das Medikament plötzlich abgesetzt, fehlt ihm das Hormon. Zudem sollten Tabletten regelmäßig eingenommen werden, denn die volle Wirkung des Cortisons tritt erst nach drei bis vier Tagen ein. So kann ein Asthmaanfall nicht mit der einmaligen Einnahme von Tabletten oder Spray behandelt werden. Eine rechtzeitige und regelmäßige Anwendung ist notwendig. Wichtig ist auch, sich an die vorgegebenen Einnahmezeiten zu halten. Denn auch der eigene Körper produziert das Hormon Cortison, allerdings in einem eigenen Rhythmus, der durch eine falsche Einnahme gestört werden kann.

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10.08.2011, 10:18 Uhr | vdb

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