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Gesundheitsminister Rösler wird "Organpate"

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Organspende-Special

Gesundheitsminister Rösler wird "Organpate"

12.10.2010, 12:39 Uhr | dapd, dpa

Gesundheitsminister Rösler wird "Organpate". Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler verfolgt einen Film über Ralph Messing, der eine Leber transplantiert bekommen hat. (Foto: dpa)

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler verfolgt einen Film über Ralph Messing, der eine Leber transplantiert bekommen hat. (Foto: dpa)

Angesichts des großen Mangels an Spenderorganen in Deutschland appelliert Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler an die Bürger, einen Organspendeausweis auszufüllen. Mit einer neuen Kampagne unter dem Motto "Organpaten werden", will die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Bereitschaft zur Organspende erhöhen und das Gespräch darüber anregen. Rösler unterstützt die Kampagne als Organpate.

Rösler hält an Zustimmungsregelung fest

Der Minister sprach sich gegen eine Gesetzesänderung aus. In Deutschland ist Organspende nur möglich, wenn man sich dazu bereit erklärt hat - per Ausweis oder mit Aussagen gegenüber Angehörigen, die die Klinikärzte im Ernstfall über den Willen des Verstorbenen aufklären können. Die in anderen EU-Ländern geltende Widerspruchslösung sehe er dagegen skeptisch, sagte Rösler. Ärzte könnten dann allen Hirntoten Organe entnehmen, wenn die Betroffenen zuvor nicht widersprochen haben.

Bessere Aufklärung in Krankenhäusern

Rösler verwies auf ein seit 2009 laufendes, zweijähriges Modellprojekt, bei dem in Krankenhäusern interne Koordinatoren für das Thema Organspende werben. "Davon versprechen wir uns mehr als von einer Änderung der Rechtslage", sagte er. Als positives Beispiel nannte er Spanien, wo Transplantationsbeauftragte an jeder Klinik tätig seien. Dort gibt es laut BZgA je eine Million Einwohner 34 Organspenden, in Deutschland sind es nur 15. Jährlich warten hier etwa 12.000 Patienten auf eine Organspende, aber nur etwa 4.000 können eine Transplantation erhalten. Nach wie vor sterben täglich drei Menschen, weil es für sie keine neue Niere, Leber oder Bauchspeicheldrüse gibt, verdeutlichte die Direktorin der Bundeszentrale, Elisabeth Pott.

Ängste überwinden und Organpate werden

Einer neuen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge hat die Spendebereitschaft zugenommen. Stimmten vor zwei Jahren 67 Prozent der 14- bis 75 Jährigen einer Organspende zu, stieg ihr Anteil jetzt auf 74 Prozent. Dennoch hat nur jeder Vierte einen Spendeausweis. Nach Einschätzung des Gesundheitsministers und der BZgA liegt das an den Ängsten der Menschen vor dem Thema Sterben und Tod. Die "Organpaten"-Aktion soll dem entgegenwirken. Bei einer Wanderausstellung in Einkaufszentren und bei Großveranstaltungen wie dem Evangelischen Kirchentag können sich Interessierte Informationsmodulen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen.

Was ein Organpate leistet

Organpaten sind Menschen, die sich selbst zur Organspende bereit erklären und Gespräche darüber im Familien- und Freundeskreis anregen. Dadurch sollen mehr Menschen über das Thema informiert werden und die Bereitschaft zur Organspende steigen.

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