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Schlafstörungen: Warum wenig Schlaf dick und dumm macht

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Schlafstörungen

Schlafmangel macht dick und dumm

12.01.2011, 13:42 Uhr | ag/dpa

Wer nachts nicht zur Ruhe kommt, neigt eher zu Übergewicht. (Quelle: imago)

Wer nachts nicht zur Ruhe kommt, neigt eher zu Übergewicht. (Quelle: imago)

Statt nachts entspannt im Bett zu ruhen, wälzen sich viele Menschen durch die Kissen. Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Phänomen. Rund 42 Prozent der Deutschen leiden darunter, schätzt Professor Jürgen Zulley vom Zentrum für Schlafmedizin der Universität Regensburg. Neben Müdigkeit und Konzentrationsstörungen hat Schlafmangel noch andere negative Auswirkungen: "Zu wenig Schlaf macht dick, dumm und krank", behauptet Zulley und belegt seine Thesen anhand von Studien. Sieben Fakten rund um den gesunden Schlaf.

Schlafmangel schadet dem Hirn

"Es gibt zahlreiche Studien die belegen, dass chronischer Schlafmangel krank machen kann, zu Übergewicht führt und das Gedächtnis beeinflusst", erklärt Zulley. Im Schlaf werde Wissen abgespeichert. Wer dagegen nicht genügend Bettruhe habe, vergesse viele Dinge deutlich leichter. Doch der Schlafentzug hat möglicherweise mehr Langzeitfolgen als bisher vermutet: Er kann unter bestimmten Bedingungen die Bildung von Proteinen im Gehirn fördern, die als Auslöser von Alzheimer gelten.

Schlaflose leiden häufiger an Übergewicht

Wer schlank bleiben will, sollte genug schlafen. "Nachts halten wir es zwölf und mehr Stunden ohne Essen aus - tagsüber fast undenkbar", erklärt Zulley. Dabei ist der Energieverbrauch nachts nur unwesentlich geringer als am Tage. Häufig kompensierten Schlafgestörte deshalb ihr Unwohlsein mit dem Gang zum Kühlschrank. Menschen, die vier Stunden oder weniger pro Nacht schlafen, haben daher ein 73 Prozent höheres Risiko für Übergewicht als Menschen ohne Schlafdefizit. Denn im Schlaf wird das appetithemmende Hormon Leptin produziert. Sinkt sein Wert im Blut, führt das zu gesteigertem Appetit und sogar Gewichtszunahme.

Dass Schlafmangel dick macht, bestätigt eine amerikanische Langzeitstudie. Sanjay Patel von der Case Western Reserve University Cleveland hatte mehr als 68.000 Frauen über 16 Jahre begleitet. Schon zu Studienbeginn brachten Frauen, die durchschnittlich fünf Stunden pro Nacht schliefen, zweieinhalb Kilo mehr auf die Wage als Frauen, die länger schliefen. Am Ende der Studie hatten die Kurzschläfer im Durchschnitt eineinhalb Kilo mehr zugenommen.

Gesundheitliche Risiken für Schlaflose

Schlafmangel zieht noch mehr gesundheitliche Risiken nach sich. So sind Schlechtschläfer dreimal so oft erkältet wie Gutschläfer. Außerdem altern Menschen schneller, wenn sie wenig schlafen. Im Schlaf produziert der Körper nämlich die meisten Wachstumshormone - und die braucht der Mensch zur Zellerneuerung. Amerikanische Studien belegten, dass Kurzschläfer eine eine geringere Lebenserwartung haben. Wer Schwierigkeiten hat durchzuschlafen, leidet zudem häufiger unter Konzentrationsschwäche und Tagschlaf. "Auch Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schmerzerkrankungen können die Folge sein" warnt Zulley.

Taugt Alkohol als Schlafmittel?

Wer Schlafprobleme hat, sollte besser ohne Promille ins Bett gehen. "Alkohol entspannt zwar die Muskulatur und kann das Einschlafen erleichtern. Da der Alkohol, beziehungsweise dessen Abbau, den Schlaf aber stört, ist Alkohol als Schlafmittel keinesfalls geeignet", erklärt Zulley. Einen besseren Effekt habe heiße Milch: "Ob mit oder ohne Honig ist sie infolge der Wärme entspannend, allerdings nur in geringen Maß. Somit kann Milch als Hilfe zum Einschlafen angesehen werden. Bei Schlafstörungen reicht es aber nicht." (Schlafstörungen: Was Sie dagegen tun können)

Nicht voreilig zu Tabletten greifen

Zulley warnt davor, bei Schlafproblemen voreilig zu Tabletten zu greifen. "Medikamente sollten stets die zweite Wahl sein. Zuerst sollten nicht medikamentöse Strategien eingesetzt werden: Schlafhygiene, Verhaltenstherapie, Entspannungsverfahren. Auch ist der Besuch eines Schlafseminars zu empfehlen." Dabei lernen die Patienten, möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und zur gleichen Zeit aufstehen. Wichtig ist auch, dass es im Schlafzimmer nicht wärmer als 18 Grad ist. Erst wenn das alles nicht zum Erfolg führt, könnten unter ärztlicher Kontrolle befristet auch Schlafmittel eingesetzt werden.

12.01.2011, 13:42 Uhr | ag/dpa

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