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Müdigkeit ist nicht immer harmlos

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Müdigkeit ist nicht immer harmlos

10.08.2011, 10:16 Uhr | dapd, dapd

Müdigkeit ist nicht immer harmlos. Ständige Müdigkeit kann auf eine Krankheit hindeuten. (Foto: imago)

Ständige Müdigkeit kann auf eine Krankheit hindeuten. (Foto: imago)

Wenn morgens der Wecker klingelt, fühlt man sich wie gerädert. Im Büro nickt man vor dem Bildschirm ein und schafft es nur mit viel Kaffee durch den Tag. So geht es etwa 20 Millionen Deutschen. Laut einer Studie der Krankenkasse DAK leidet jeder zweite deutsche Berufstätige gelegentlich unter Müdigkeit und Erschöpfung. Vier Millionen von ihnen fühlen sich ständig übermüdet. Betroffene sollten das nicht ignorieren. Denn hinter Schlafstörungen und Müdigkeit kann eine ernste Krankheit stecken.

Schlafstörung bleibt oft unbemerkt

"Starke Müdigkeit ist ein nicht zu unterschätzendes Phänomen", sagt Jürgen Schuster aus Kirchheim, Trainer für gesundheitliche Prävention mit Schwerpunkt Schlaf und Stressbewältigung. "Häufig handelt es sich um eine Schlafstörung, von der die Betroffenen selbst gar nichts wissen und die sich nur im Schlaflabor feststellen lässt." Dazu gehört die sogenannte Schlafapnoe: Atemaussetzer, die besonders oft in Rückenlage auftreten. Ursache ist eine Erschlaffung der Muskulatur im Rachenraum. Die Zunge fällt nach hinten und verschließt den Rachen. "Bei einer Schlafapnoe hält der Mensch knapp eine Minute die Luft an, bis der Körper Alarm schlägt und kurz aufwacht und nach Luft schnappt», erläutert der Schlafexperte. Die Wahrscheinlichkeit für diese Krankheit sei höher bei abendlichem Alkoholgenuss oder Übergewicht, aber auch bei einer unterentwickelten Halsmuskulatur. "Menschen, die ein Blasinstrument spielen, singen oder Sport treiben, sind weniger gefährdet, weil ihre Halsmuskulatur fester und straffer ist."

Es kann an der Schilddrüse liegen

Doch nicht nur Schlafmangel führt zu Müdigkeit. Auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann die Ursache sein. Diese Krankheit lasse sich anhand eines Blutbilds und einer Ultraschalluntersuchung leicht feststellen und medikamentös behandeln, sagt die Medizinerin Katharina Larisch aus Leipzig. Meist sind Frauen betroffen. Auch Mangelerscheinungen, zum Beispiel Eisenmangel, können müde machen. "Oft reicht schon die zusätzliche Versorgung durch einen Nahrungszusatz und die Müdigkeit verschwindet", sagt die Ärztin. Oft stecke hinter Mattigkeit aber auch ein niedriger Blutdruck. "Bewegung bringt in diesem Fall den Kreislauf in Schwung", rät Larisch. Die Ursache für ständige Erschöpfung können allerdings durchaus auch ernste Erkrankungen wie Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs sein.

Mittags ein Nickerchen machen

Lässt sich keine Krankheit feststellen, stecken hinter der Müdigkeit möglicherweise psychische Gründe. "In unserer umtriebigen Zeit, in der wir rund um die Uhr etwas unternehmen können, gilt es oft als lästig, müde zu sein», sagt die Gesprächstherapeutin Annette Charpentier. "Wir lassen die Müdigkeit nicht zu, weil wir ungern die Kontrolle verlieren." Charpentier empfiehlt einen kurzen Mittagsschlaf, um sich fitter zu fühlen. Das Nickerchen solle allerdings nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Sonst werde das Ein- und Durchschlafen in der Nacht erschwert. Um nach dem Mittagsschlaf wieder fit zu sein, empfiehlt die Therapeutin: "Trinken Sie kurz vorher eine Tasse Kaffee, weil die erst nach 20 Minuten wirkt."

Viel Tageslicht hilft

Gerade in der dunklen Jahreszeit kann Tagesmüdigkeit auch mit Lichtmangel zusammenhängen. "Viele fahren in der Dämmerung zur Arbeit und abends im Dunkeln zurück und sitzen den ganzen Tag im Büro, wo sie kein richtiges Licht bekommen", sagt Gesundheitscoach Jürgen Schuster. So geraten im Winter die körpereigenen Botenstoffe aus dem Gleichgewicht: das Melatonin für die Nachtruhe und das Serotonin, das durch den Einfluss von Licht produziert wird und für Antrieb am Tag sorgt. Je mehr Serotonin tagsüber produziert werde, desto besser funktioniere die hormonelle Gegensteuerung nachts durch das Melatonin. Jürgen Schuster rät, in der Mittagspause vor die Tür zu gehen und auch am Wochenende tagsüber viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Auch Sport sei empfehlenswert, sagt Schuster: "Bewegung macht auf eine natürliche Art und Weise müde und führt zu einem tiefen, effizienten Schlaf."

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