29.01.2013, 15:48 Uhr | jlu/ akl
Aneurysma: Reißt die Hauptschlagader im Bauch, besteht Lebensgefahr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
In den meisten Fällen verursacht ein Aneurysma keine Beschwerden, doch wenn es reißt, droht Lebensgefahr. Meist ist die Hauptschlagader im Bauch erweitert. Betroffen sind vor allem Männer: Fünf von 100 Männern über 65 Jahre haben, nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader.
Ein Aneurysma ist eine sackförmige Erweiterung einer Schlagader und kann in allen Körperregionen auftreten. Die Aussackung einer Arterie ist örtlich begrenzt, bleibt aber dauerhaft bestehen: Am häufigsten ist die Bauchaorta betroffen. Doch auch die Gefäßwände in der Brust, am Gehirn oder am Herzen können sich gefährlich weiten. Je größer die Ausbuchtung wird, desto höher ist die Gefahr, dass das Aneurysma reißt. Tritt die so genannte Ruptur ein, kommt es zu einer inneren Blutung, die tödlich enden kann.
Gefährlich ist ein Aneurysma aber auch deshalb, weil es nur schwer zu erkennen ist. Denn die Krankheit verursacht zunächst keine Beschwerden. Zu starken Schmerzen kommt es meist erst dann, wenn die Arterie reißt. Das erweiterte Gefäß wird deshalb oft entweder zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt oder wenn die Aussackung bereits weit fortgeschritten ist. Dann nämlich drückt die Arterie auf die inneren Organe. Doch auch dies verursacht nur bei manchen Betroffenen Beschwerden: Harndrang, in Beine und Rücken ausstrahlende Schmerzen und der Wechsel von Verstopfung und Durchfall sind typisch für ein Bauchaorten-Aneurysma.
20 Millionen Bundesbürger im Alter über 35 Jahren sind betroffen. Die Krankheit ist ein wesentlicher Risi- kofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschädigung. zum Video
Herzrhythmusstörungen hingegen weisen auf ein Aneurysma am Herzen hin, eine Aussackung im Brustbereich kann sich mit Husten, Heiserkeit, Schluck- und Atemproblemen bemerkbar machen.
Eine Gefäßverkalkung, die so genannte Arteriosklerose sowie Bluthochdruck zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren für ein Aneurysma. Wer unter Bluthochdruck leidet und plötzlich heftige Bauchschmerzen verspürt oder die Schmerzen in Rücken und Brust ausstrahlen, sollte schnell einen Arzt aufsuchen und diesem den Verdacht auf einen Riss der Hauptschlagader mitteilen. Ein Ultraschalluntersuchung schafft Klarheit.
Aber auch Raucher, Übergewichtige und Menschen mit einem hohen Cholesterinspiegel sind gefährdet. Erkranken kann zudem, wer eine Infektion hat: So kann beispielsweise die Geschlechtskrankheit Syphilis zum Ausweiten der Gefäße beitragen. Ein Aneurysma kann aber auch angeboren sein oder in Folge eines Herzinfarktes entstehen.
Da ein Aneurysma zum Tod führen kann, muss es auf jeden Fall behandelt werden - auch, wenn es keine Beschwerden verursacht. Ist Letzteres der Fall, zielt die Therapie darauf ab, eine Vergrößerung oder einen Riss zu verhindern. Dies geschieht meist mit Medikamenten, die die Risikofaktoren bekämpfen. Wer hingegen Schmerzen hat, muss operiert werden.
Ein Eingriff ist auch dann nötig, wenn das Aneurysma besonders groß ist: Ab einem Durchmesser von fünf Zentimetern steigt die Gefahr einer Ruptur, warnt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin.
Vorbeugen kann man einem Aneurysma fast nicht. Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung tragen im Allgemeinen aber dazu bei, Gefäßerkrankungen zu verhindern. Wichtig ist zudem, die oben genannten Risikofaktoren zu minimieren: Wer unter Bluthochdruck leidet oder hohe Cholesterinwerte hat, sollte diese behandeln lassen. Eine Gewichtsabnahme, der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten hat ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Arterien.
Quelle: jlu/ akl
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