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Aids: Tablette soll Partner vor Aids schützen

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Tägliche Tablette soll Partner vor Aids schützen

14.07.2011, 12:32 Uhr | dpa, dpa

Aids: Tablette soll Partner vor Aids schützen. Eine neue Tablette soll Partner von HIV-Infizierten vor Aids schützen. (Foto: dpa)

Eine neue Tablette soll Partner von HIV-Infizierten vor Aids schützen. (Foto: dpa)

Forscher vermelden einen Erfolg im Kampf gegen Aids: Eine Tablette mit modernen Wirkstoffen könnte in Zukunft heterosexuelle Paare vor einer HIV-Ansteckung schützen. Studien in Uganda, Kenia und Botsuana hätten gezeigt, dass sich das Risiko einer Virus-Übertragung um bis zu 73 Prozent verringere, wenn der gesunde Partner täglich eine Kombi-Pille zu sich nehme. Das haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Experten des UN-Programms gegen HIV/Aids (UNAIDS) mitgeteilt.

UNAIDS: "Großer wissenschaftlicher Durchbruch"

Die Tablette enthält die Wirkstoffe Tenofovir und Emtricitabin. Bei Tabletten, die ausschließlich Tenofovir beinhalten, nahm die Ansteckungsgefahr immerhin noch um bis zu 62 Prozent ab. "Dies ist ein großer wissenschaftlicher Durchbruch, der noch einmal bestätigt, welch wesentliche Rolle antiretrovirale Medikamente bei der Aids-Bekämpfung spielen", sagte UNAIDS-Direktor Michel Sidibé. Die Wirkstoffe werden bereits zur Behandlung von HIV-Infizierten eingesetzt. Neu ist, dass sie vorbeugend von gesunden Partnern eingenommen werden können.

Tablette soll Ansteckung verhindern

Diese neue Art der HIV-Vorbeugung heißt in der Forschungssprache PrEP (Pre-Exposure-Prophylaxis). Dabei geht es darum, Menschen, die nicht mit HIV infiziert sind, bereits vor einer möglichen Ansteckung mit antiretroviralen Medikamenten - den gleichen Mitteln, die auch HIV-Patienten erhalten - gegen das Virus zu behandeln. "Diese Studien könnten eine enorme Auswirkung auf die heterosexuelle Übertragung von HIV haben", erklärte WHO-Chefin Margaret Chan. "Die Weltgesundheitsorganisation wird mit den einzelnen Ländern zusammenarbeiten, um die neuen Forschungsergebnisse zum Schutz von Männern und Frauen anzuwenden."

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Studie an Paaren mit je einem HIV-infizierten Partner

Das "International Clinical Research Center" der Universität Washington hatte seine Studie im Sommer 2008 bei 4758 Paaren begonnen, von denen jeweils ein Partner mit dem Virus infiziert war. Die Teilnehmer wurden eingehend beraten und erhielten Kondome für Männer und Frauen. Ein Teil der gesunden Teilnehmer nahm die antiretroviralen Medikamente ein, der andere Teil erhielt Placebos. Bis Ende Mai diesen Jahres hatten sich 47 der Placebo-Einnehmer infiziert, aber nur 18 von denen, die Tenofovir nahmen und 13, die Tenofovir und Emtricitabin in Kombination bekamen.

In Botsuana führte das "United States Centers for Disease Control" eine ähnliche Studie bei 1200 Männern und Frauen durch. Auch in diesem Fall hatte die Tablette die Gefahr einer HIV-Übertragung im Vergleich zur Einnahme von Placebos deutlich verringert.

Viele sind HIV infiziert ohne es zu wissen

Die neuen Ergebnisse sollen auch dazu beitragen, dass sich künftig mehr Menschen auf das Virus testen lassen. "Es wird derzeit geschätzt, dass nur die Hälfte der 33 Millionen Menschen, die mit HIV/Aids leben, von ihrem Krankheitsstatus wissen", hieß es in einer Pressemitteilung. Durch die neuartigen Vorbeugemaßnahmen könnten viele ermutigt werden, einen HIV-Test zu machen.

Tablette bietet keine absolute Sicherheit

Zugleich warnten UNAIDS und WHO davor, sich mit Tabletten in Sicherheit zu wiegen: "Keine einzelne Methode schützt komplett vor HIV." Die Tabletten müssten mit anderen Methoden kombiniert werden wie etwa Kondomen, medizinischer männlicher Beschneidung, einer geringeren Partnerzahl und längerem Warten bis zum ersten Sex.

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