09.09.2011, 13:07 Uhr | vdb
Gesundheit: beim Jucken im Ohr greifen viele zu Wattestäbchen. (Quelle: imago)
Lästiges Jucken im Ohr kennt jeder. Oftmals ist dann gerade das Wattestäbchen recht, um das Ohr zu putzen und darin zu kratzen. Das lindert zwar den Juckreiz, kann aber zu Ohrenprofen oder einer Gehörgangsentzündung führen. Was hinter dem Jucken im Ohr steckt.
Wer unter einem Juckreiz im Ohr leidet, sollte auf keinen Fall mit Wattestäbchen im Ohr stochern und kratzen. Das gilt auch für spitze Gegenstände wie beispielsweise Bleistifte. Werden sie ins Ohr eingeführt, kann es schnell zu kleinen Verletzungen kommen. Sie haben häufig unangenehme Folgen: Bakterien können sich leicht auf der geschädigten Haut ansiedeln und Infektionen hervorrufen Dann kann es zu einer Gehörgangsentzündung kommen. Sie macht sich durch Jucken im Ohr und Ohrenschmerzen bemerkbar.
Auch Pilze spielen bei Entzündungen im Ohr eine große Rolle. Sie führen ebenfalls zu einem Juckreiz, können aber auch Entzündungen des Gehörgangs und Trommelfells auslösen. Bei sehr starkem Befall kann es sogar zu einem Loch im Trommelfell kommen. Die Diagnose eines Pilzbefalls trifft der Hals-Nasen-Ohrenarzt meist bei einem Blick unter das Mikroskop. Bei chronischem Juckreiz können die Pilze jedoch so klein sein, dass man sie erst nach einem Abstrich erkennt. Er gibt genau Aufschluss über die Erreger, die für die Entzündung verantwortlich sind.
Eine weitere mögliche Ursache für Jucken im Ohr kann eine Pollenallergie sein. Auch Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte können dahinter stecken. Häufig schuppt sich dann die Haut, sie ist gerötet und juckt unangenehm.
Um Infektionen und Pilze im Ohr zu vermeiden, ist eines besonders wichtig: Verzichten Sie auf eigenmächtiges Reinigen mit Wattestäbchen! Der Ohrenschmalz ist für die körpereigene Hygiene wichtig. Er bildet auf der empfindlichen Gehörgangshaut einen Schutzfilm und verhindert so das Eindringen von Krankheitserregern und Infektionen. Zudem schieben Wattestäbchen den unliebsamen Ohrenschmalz meist nur weiter ins Ohr. Damit begünstigen sie Ohrenpropfen.
Wer Probleme mit Jucken im Ohr hat, sollte seinen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Nur er kann die Ursache für das Problem erkennen und es richtig behandeln. Bei Pilzerkrankungen muss das Ohr gereinigt und desinfiziert werden. Eine solche Behandlung kann langwierig sein, da die Pilze sich auch in kleinen Nischen im Ohr einnisten. Bei einer Gehörgangsentzündung werden häufig Ohrentropfen mit Antibiotika verschrieben.
Quelle: vdb
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