Hautkrebs
Weißer Hautkrebs häufiger als angenommen13.09.2011, 14:03 Uhr | dpa/vdb
Weißer Hautkrebs nimmt stark zu. (Quelle: imago)
Weißer Hautkrebs ist in Europa rund 30 Prozent häufiger als bisher angenommen. Das geht aus ersten Auswertungen der seit 2008 laufenden "Epiderm"-Studie in neun europäischen Ländern hervor. Allein in Deutschland gibt es demnach Jahr für Jahr 250.000 Neuerkrankungen, Tendenz steigend um fünf bis sieben Prozent pro Jahr.
Zwar führt Weißer Hautkrebs - auch heller Hautkrebs genannt - nicht so oft zum Tode wie Schwarzer Hautkrebs, aber er ist rund zehn Mal häufiger und kaum bekannt. "Die Belastungen für die Patienten und das Gesundheitssystem wurden bisher aufgrund der unzureichenden Datenlage massiv unterschätzt", sagt Prof. Eggert Stockfleth, Leiter der Europäischen Hautkrebsstiftung,
Wer sich trotz aller Warnungen noch immer ungeschützt der Sonne aussetzt, geht den Experten zufolge ein großes Risiko ein. Vor allem Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren sind von Weißem Hautkrebs betroffen. Wer regelmäßig in ein Solarium gehe, könne aber auch schon mit Mitte 30 erkranken. Meist tritt der Krebs an Stellen auf, die stark der Sonne ausgesetzt sind, zum Beispiel an Kopf, Stirn, Nase, Lippen, Dekolletee, Unterarmen und Händen. Menschen mit heller Haut sind stärker gefährdet als dunkle Hauttypen.
In Deutschland erkranken jährlich rund 250.000 Menschen an Hautkrebs. Aktuelle Zahlen zum Weißen Hautkrebs nannten die Krebsforscher nicht. Bei einem normalen Immunsystem wächst diese Variante des Hautkrebses langsam. "Es muss sehr viel passieren, bis ein Tumor entsteht: Das dauert 30 bis 40 Jahre", sagte Petra Boukamp, Leiterin der Abteilung Genetik der Hautkarzinogese des DKFZ. Bei den 60- bis 70-Jährigen sei er deshalb am weitesten verbreitet. Auch das schwächere Immunsystem älterer Menschen spiele dabei eine Rolle.
Auslöser des Weißen Hautkrebs ist eine chronische Schädigung der Haut durch UVB- und UVA-Strahlung der Sonne. Hinweise sind zum Beispiel rötliche oder gelbliche Flecken, die oft fälschlich als "Altersflecken" identifiziert werden. Auch schlecht heilende, schuppige Hautstellen sowie tastbare Verhärtungen und Verdickungen der Haut können auf hellen Hautkrebs hindeuten. Daher sollte jede auffällige Veränderung vom Hautarzt untersucht werden. Wird Weißer Hautkrebs frühzeitig entdeckt, lässt er sich häufig mit Salben erfolgreich behandeln. Dafür trägt der Arzt die oberste Hautschicht ab und eine Salbe auf. Sie muss rund drei Stunden einwirken. Danach wird die Hautstelle mit einer Lichttherapie behandelt, die in den Zellen einen Stoffwechselprozess herbeiführt. Durch ihn sterben die Krebszellen ab, die gesunden Hautzellen werden geschont. Für eine Behandlung mit Creme ist es zu spät, wenn größere Hautpartien betroffen sind und der Krebs in tiefere Hautschichten vorgedrungen ist. Dann muss operiert werden. Dabei kann nicht immer das gesamte betroffene Gewebe entfernt werden und häufig bleiben unschöne Narben zurück.
Laut DKFZ ist zur Vermeidung aller Hautkrebsarten das richtige Vorbeugen entscheidend. "Jede Art der Bräunung ist eine Hautschädigung", betonte Jessica Hassel, Leiterin der Dermatoonkologischen Ambulanz im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT). Denn der Weiße Hautkrebs entsteht durch die UV-Strahlung der Sonne. Sobald die Strahlen auf die Haut treffen, entwickelt sich der Stoff Melanin. Er lässt die Haut braun erscheinen, doch es kommt auch zu einer Schädigung am Erbgut der Hautzellen. Aus dieser kann sich dann der Hautkrebs entwickeln. Auch das Sonnenbad mit Sonnenmilch ist schädlich, da die Creme zwar vor Sonnenbrand schützt, die hautschädliche Strahlung jedoch nicht ausreichend abhält. Auch der Besuch im Solarium zum Vorbräunen kurz vor dem Urlaub sei schädlich: "Mit dem Vorbräunen setzt man sich erhöhter UV-Belastung aus, die zu Hautkrebs führen kann - auch wenn man dadurch einen Sonnenbrand im Urlaub vermeidet."
Im Gegensatz zum aggressiven Schwarzen Hautkrebs bildet der Weiße Hautkrebs nur selten Metastasen. Die Folgen können dennoch verheerend sein: "Die Krebszellen durchwachsen das gesamte Gewebe und bei der Operation muss man große Bereiche entfernen", erklärte Boukamp. Der Krebs fresse sich förmlich in die Haut, die Gesichter würden durch Operationen oft entstellt, da Narben unvermeidbar seien. Besonders wichtig sind deshalb die Früherkennung und das regelmäßige Hautscreening beim Dermatologen. Besonders bei unklaren Hautveränderungen sollten Sie sich an einen Spezialisten wenden. Ein Ganzkörper-Hautscreening zahlen die gesetzlichen Krankenkassen Menschen ab 35 Jahren alle zwei Jahre.
13.09.2011, 14:03 Uhr | dpa/vdb
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