02.11.2011, 16:42 Uhr | mm
Ingwer ist zur Erkältungszeit in aller Munde. Momentan führt kaum ein Weg an der Wunderknolle vorbei, die in unterschiedlichster Form als gesundheitsförderndes Mittel angepriesen wird. Wir haben uns informiert, was Ingwer wirklich kann.
Die Ingwer-Produktpalette reicht von Medikamenten in Tabletten-, Kapsel- und Tropfenform bis zu Süßigkeiten wie Schokolade überzogene Ingwerstäbchen. Ingwer-Bonbons sind in den Geschmacksrichtungen Mango, Pfefferminze oder auch Erdnuss erhältlich. Soße, Pulver, Paste, Bier, Limonade, Marmelade und eine vielfältige Auswahl unterschiedlichster Teevarianten - Ingwer ist Trend und kommt beim Kunden gut an. Vor allem bei denen, die es scharf mögen.
Anfangs wurde Ingwer hauptsächlich für asiatische Gerichte wie Currys und Sushi verwendet. Heute findet der Scharfmacher auch vielfältigen Einsatz in deutschen Küchen - im Herbst gibt er beispielsweise Kürbissuppen den richtigen Pepp. Die laufende Nase und die Erwärmung des ganzen Körpers sind bei scharfen Gerichten vorprogrammiert. Die Scharfstoffe des Ingwers sorgen nämlich für eine stärkere Durchblutung der Nasenschleimhäute und die Aktivierung der körpereigenen Wärmerezeptoren. Dadurch werden Krankheitskeime schneller abtransportiert und das hilft einer Erkältung vorzubeugen. Außerdem ist Ingwer reich an ätherischen Ölen und verfügt über keimtötende Inhaltsstoffe.
Ingwer wirkt auch verdauungsanregend und schmerzhemmend im Darm. Dadurch hilft er vor allem gegen Übelkeit und einen Blähbauch. Genau das Richtige für ein üppiges Festtagsgericht - die Verwendung bei der Zubereitung von Gänse- oder Entenbraten kann vorbeugend wirken. Bei akutem Brechreiz oder Reisekrankheit sollte direkt ein Stück geschälter Ingwer gekaut werden. Laut einer amerikanischen Studie werden sogar die Übelkeitsprobleme bei Krebspatienten verringert, wenn sie das Gewächs vor und nach der Chemotherapie zu sich nehmen.
Die Kräfte der Wunderknolle dürfen allerdings nicht überschätzt werden. Selbst wenn Ingwer den Stoffwechsel anregen kann, bleibt fraglich, ob das Gewürz zum Beispiel beim Abnehmen hilft. Nicht wissenschaftlich belegt ist außerdem, ob man mit der regelmäßigen Einnahme Rheuma und Muskelschmerzen kurieren oder Krebs vorbeugen kann. Die Wirkungsfähigkeit des Gewürzes als Aphrodisiakum kann zumindest jeder selbst testen.
So manches Ingwer-Präparat ist eher trendbewusst als heilsam, schaden können sie aber nur in Ausnahmefällen. Wer unter Gallensteinen leidet, sollte auf die Knolle verzichten, um die Anregung der Gallenbildung zu vermeiden. Im Zweifelsfall ist die Rücksprache mit einem Arzt ratsam. Auch Schwangeren wird vom Verzehr abgeraten, da Ingwer das Einsetzen der Wehen auslösen könnte.
feelGreen.de: Erkältung loswerden – so helfen Ingwer, Globuli und Co.
ratgeber.t-online.de: Ingwertee: Abnehmen mit dem Schlankmacher
Quelle: mm
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