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Männerkrankheiten: Ein Männerbusen ist für Betroffene eine große psychische Belastung

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Männerbusen

Der Männerbusen kann in jedem Alter wachsen

30.11.2011, 16:26 Uhr | bt

 Der Männerbusen kann in jedem Alter wachsen. Gegen Gynäkomastie hilft meist nur eine Operation. (Quelle: Archiv)

Gegen Gynäkomastie hilft meist nur eine Operation. (Quelle: Archiv)

 

Wenn einem Mann ein Busen wächst, kratzt das am Selbstbewusstsein. Die sogenannte Frauenbrüstigkeit, von Medizinern Gynäkomastie genannt, kann sowohl in der Pubertät als auch bei älteren Männern auftreten. Im Alltag kann Mann allerdings nur begrenzt gegen den Männerbusen vorbeugen.

Fett- oder Drüsengewebe als Ursache

Für das eine Geschlecht ist es ein Kompliment, für das andere der reinste Alptraum – ein tiefes Dekolleté. Männer, denen plötzlich ein weiblicher Busen wächst, leiden an einer sogenannten Gynäkomastie. Hervorgerufen wird der Männerbusen durch eine vergrößerte Brustdrüse oder Fetteinlagerung. Obwohl das Phänomen körperlich meist ungefährlich ist, leiden Betroffene erheblich. Das Männerego droht unter der Brust einzuknicken.

Männerbusen wächst meist in der Pubertät

Die Ursachen für eine Gynäkomastie sind vielfältig. Oft wächst der Männerbusen, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt – meistens in der Pubertät. Professor Dennis von Heimburg ist Vorstandsmitglied der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. In seiner Praxis hat er schon viele Männer von ihrer Gynäkomastie befreit: „Während der Pubertät kommt es bei über 70 Prozent der Jungen zu einer Vergrößerung der Brust. Das ist ganz normal und bildet sich meistens spontan zurück. In manchen Fällen kann sie aber auch bleiben.“ Besonders bei übergewichtigen Jungen bleibt der Männerbusen allerdings ein ganzes Leben lang.

Gynäkomastie kann auf Brustkrebs hinweisen

Auch im Alter neigen Männer zur Gynäkomastie, weil der Körper die Produktion der männlichen Hormone zurückfährt. Das hat unmittelbare Folgen für die Figur: Während das Gesamtgewicht abnimmt, steigt der Fettanteil im Körper und somit wachsen auch die Polster in der Brust. Manchmal ist der Männerbusen aber Symptom einer Krankheit. Wer mit Hormonstörungen oder Leberzirrhose kämpft, muss ebenfalls mit einer Gynäkomastie rechnen. Schlimmstenfalls deutet sie auf einen Brustkrebstumor hin. „Brustkrebs als Ursache einer Gynäkomastie muss vor einer Schönheitsoperation unbedingt vom Facharzt ausgeschlossen werden“, rät von Heimburg.

Anabolika und Alkohol lassen Männerbusen wachsen

Gelegentlich ist die Gynäkomastie aber selbstverschuldet. Nicht nur Männer mit starkem Übergewicht leiden unter den Fettpölsterchen an der Brust, wie von Heimberg weiß: „Bei regelmäßigem Alkoholmissbrauch oder Haschischkonsum baut die Leber nicht mehr ausreichend Östrogen ab. Durch das weibliche Hormon kommt es zur Brustvergrößerung.“ Auch unter denen, die besonders männlich wirken wollen, ist die Gynäkomastie weit verbreitet: Wer Anabolika-Missbrauch betreibt, um seine Muskeln aufzupumpen, endet häufig mit prallem Männerbusen statt stählerner Brust. Denn die erhöhte Testosteron-Dosis, die durch das Anabolika eingenommen wird, verwandelt sich im Muskel- und Fettgewebe in Östrogen um.

Gegen den Männerbusen kann Mann nicht vorbeugen

Die psychische Belastung durch Gynäkomastie treibt viele Betroffene zur Schönheitsoperation. Schließlich wirkt sich der unerwünschter Männerbusen auf verschiedenste Lebensbereiche aus – von der Kleiderwahl über Probleme beim Sport bis hin zum Sexualleben. Abgesehen von einer operativen Brustverkleinerung gibt es nur wenige Behandlungsmethoden. Alternativen wie Hormonbehandlungen bringen Nebenwirkungen mit sich. Bei der operativen Brustverkleinerung werden Drüsen- und Fettgewebe mit einer feinen Kanüle entfernt. Anschließend modelliert der Chirurg die Brust wieder in seine männliche Form um. Die Operation ist im Vergleich zur Brustvergrößerung bei Frauen relativ ungefährlich. Laut Dennis von Hindenburg kann man im Alltag, zum Beispiel durch Sport, nichts gegen den Männerbusen tun. "Wenn die Drüse einmal spitzkegelig ist, bildet sie sich nie wieder zurück."

Krankenkasse zahlt nur in manchen Fällen

Ob die Krankenkasse eine Brustverkleinerung zahlt, hängt stark von der Art des Männerbusens ab. Dabei wird zwischen der sogenannten Pseudogynäkomastie, einer Brustvergrößerung durch Fetteinlagerung und der echten Gynäkomastie unterschieden, bei der die Brustdrüse tatsächlich vergrößert ist. In jedem Fall kostet eine Operation zwischen 2900 und 4500 Euro.

 
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