21.06.2012, 15:14 Uhr | akh
Zehn Prozent der über 40-Jährigen haben sie, bei den 80-Jährigen sind es sogar 80 Prozent: So genannte Divertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut, die überwiegend im Dickdarm vorkommen. Durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung können sich die Beulen entzünden und im schlimmsten Fall zu einem Darmdurchbruch führen. Viele Patienten unterschätzen die Symptome. Wir haben mit einem Experten gesprochen und erklären Ihnen, wie Sie Divertikel-Probleme erkennen.
Divertikel können vom Mund bis zum After im kompletten Magen-Darm-Trakt auftreten. Bei sehr vielen Divertikeln an einer Stelle spricht man auch von Divertikulose. Die Ausstülpungen der Schleimhaut nach außen, die den Darm durchlöchert aussehen lassen, entstehen am häufigsten in der Sigma-Kurve des Dickdarms. „An dieser S-Kurve, die circa 30 Zentimeter vor dem Darmausgang liegt, ist der Stuhl bereits sehr hart. Aufgrund dieser Anatomie des Darms kann es passieren, das sich die Darmschleimhaut an manchen Stellen nach außen drückt“, erklärt Professor Siegbert Rossol, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Krankenhaus Nordwest in Frankfurt und Spezialist für Magen-Darm-Erkrankungen. An sich sind die Divertikel harmlos. „Divertikel entstehen im Alter. Dabei gibt es einen stetigen Anstieg: Bei 40-jährigen Patienten haben zehn Prozent Divertikel, bei den 60-Jährigen sind es bereits 25 bis 30 Prozent“, sagt der Experte.
Divertikel sind keine Krankheit, sondern eine Alterserscheinung. Die Symptome werden von den Patienten ignoriert oder mit anderen Leiden in Verbindung gebracht, da vielen Divertikel nicht bekannt sind. „Wenn man den Schmerz im linken Unterbauch lokalisieren kann, dann spricht vor allem bei Männern so gut wie alles für eine Divertikel-Erkrankung“, so Rossol. Bei Frauen könnte auch der Eierstock Probleme bereiten. Man die Beschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Die Schmerzen beginnen im Unterbauch, sie können aber in den gesamten Bauchbereich ausstrahlen. Für uns ist auch entscheidend, das der Patient uns sagen kann, wie oft solche Schübe auftreten.“ Neben Bauchschmerzen können auch Verdauungsprobleme auf eine Divertikel-Erkrankung hinweisen.
Divertikel-Erkrankungen können vielfältig auftreten. „Es kann beispielsweise zu einer Divertikelblutung kommen, bei der ähnlich wie bei Hämorrhoiden Blut ausgeschieden wird. Das lässt sich leichter in den Griff kriegen. Eine Divertikulitis ist da schon komplizierter“, erklärt Rossol. Eine Divertikulitis ist eine Entzündung der Divertikel. Diese entsteht dadurch, das sich der harte Stuhl in der Sigma-Kurve in den Divertikeln festsetzt. Die sogenannten Kotsteine bleiben im Darm und lösen eine Entzündung aus, da die Bakterien in die Darmschleimhaut gelangen. Divertikulitis kann im schlimmsten Fall zu einer Perforation des Darms oder einem Darmdurchbruch führen. Symptomatisch für einen Durchbruch sind sehr starke Schmerz-Schübe in sehr kurzen Abständen. Der Experte weist jedoch darauf hin, dass das die Ausnahme ist: „Sobald es zu einer derartigen Schädigung des Darms kommt, haben wir keine andere Möglichkeit, als den Patienten zu operieren. Solche Operationen sind nicht immer einfach. Daher versuchen wir, die Betroffenen vorab konservativ zu behandeln.“
Bei leichten oder einmaligen Schüben verordnet der Mediziner eine strenge Diät: viel Wasser trinken, kaum bis gar nicht essen. Das soll den Darm entlasten. Wenn die Schleimhaut gereizt ist, sorgt eine Kombination aus anti-entzündlichen Medikamenten und Antiobiotika dafür, das die Entzündung und die Bakterien bekämpft werden. „Wenn die Schübe allerdings häufiger auftreten, dann verabreichen wir dem Patienten zunächst entzündungshemmende Medikamente, um den Darm ‚runterzukühlen‘. Wenn die Entzündung überstanden ist, müssen wir trotzdem einen operativen Eingriff vornehmen, da eine konservative Behandlung dem Patienten auf Dauer auch nicht hilft“, sagt der Experte. Eine vorsorgliche Entfernung der Divertikel hält er allerdings für unnötig: „Nur 25 bis 30 Prozent bekommen eine Divertikel-Erkrankung, von denen auch nur ein paar operativ behandelt werden müssen. Solange die Divertikel keine Probleme machen, operieren wir die Patienten nicht.“
Divertikeln kann man nicht vorbeugen, wohl aber einer Divertikel-Erkrankung. „Durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann eine Divertikel-Erkrankung vermieden werden“, so der Mediziner. Dafür empfiehlt Professor Rossol: viel Sport, viel trinken, rotes Fleisch vermeiden, Körner nur in geschroteter Form zu sich nehmen und auf einen regelmäßigen Stuhlgang achten. „Ein bis zwei Stuhlgänge pro Tag sind ausreichend. Die richtige Ernährung trägt dazu bei, dass der Stuhl weich ist und damit den Darm entlastet“, so der Experte.
21.06.2012, 15:14 Uhr | akh
Kommentare
/ 15Top Partner
Diesen Artikel...
Mit diesem Clip ist das Mädchen ein kleiner Star im Internet. zum Video
Beim "Fighters' Run"-Wettbewerb kämpft sich eine Teilnehmerin durch Dreckswasser. mehr
Erkunden Sie die neue T-Online.de und gewinnen Sie einen von 20 Tolino Shine eReader! mehr
Wer viele Faserstoffe isst, nimmt ab, ohne zu hungern. Abnehmen mit Ballaststoffen
Jetzt für Neukunden 57% reduziert: 6 Fl. + 2 Gl. für nur 29,70 €. Versandfrei bei Reichsgraf von Ingelheim.
Weitere Angebote
Ob hoch oder flach: Wir zeigen die schönsten Stücke aus den Herbstkollektionen 2013. mehr
Sehen Sie das Rezept und wie man ihn Zubereitet. zum Video
Die neuen Kollektionen sind da. Mit diesen Outfits liegen Sie im Trend. mehr
Wir erklären Ihnen, wie man das Trachtenkleid richtig trägt und welche Farben im Herbst angesagt sind. mehr
Hochwertige Apothekenkosmetik z.B. von Vichy, Eucerin, Avène usw. zu günstigen Preisen. mehr
Damenmode in bis zu 25 Spezialgrößen. Alle Modelle auch in Kurzgrößen. bei AtelierGS
Radio mit integrierter Wetterstation & nostalgischem Design für nur 29,99 €. bei Hugendubel.de