Gefäßerkrankungen
Weiße Finger: Was hinter dem Raynaud-Syndrom steckt29.11.2012, 12:40 Uhr | lac
Kalte Hände sind im Winter nichts Besonderes. Doch manchmal werden die Finger nicht nur kalt, sondern auch taub und blutleer. Wer das häufiger erlebt, leidet wahrscheinlich am Raynaud-Syndrom, auch als Leichenfinger- oder Weißfingerkrankheit bekannt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Gefäßmedizin sind in Europa bis zu 20 Prozent der Bevölkerung betroffen - Frauen viermal so häufig wie Männer. Meist ist das Raynaud-Syndrom harmlos, es kann aber auch auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten.
Das Raynaud-Phänomen tritt anfallartig auf. Plötzlich verfärben sich die Finger, mitunter auch Zehen und Füße weiß, manchmal auch bläulich.Kehrt das Blut wieder in die Finger zurück, werden sie rot. Es können Taubheitsgefühle und Schmerzen auftreten. Daumen und Handflächen sind meist nicht betroffen. Oft verfärben sich nicht die ganzen Finger, sondern nur die Fingerkuppen. Ein Anfall kann wenige Minuten, in seltenen Fällen aber auch mehrere Stunden dauern.
Seinen Namen hat das Raynaud-Syndrom von dem französischen Arzt Maurice Raynaud, der die Krankheit im 19. Jahrhundert erstmals beschrieb. Bei den Betroffenen reagieren die Blutgefäße in den Händen empfindlich auf Kälte und Stress. Sie ziehen sich plötzlich zusammen, dadurch kann weniger Blut in die Finger fließen.
Es gibt zwei Formen des Raynaud-Phänomens: Es kann primär auftreten, also ohne eine andere Erkrankung als Ursache, oder sekundär, das heißt als Folge einer anderen Krankheit. Die primäre Form tritt oft bereits in oder nach der Pubertät auf und schwächt sich nach den Wechseljahren ab. Das sekundäre Raynaud-Syndrom macht sich hingegen meist erst nach dem 40. Lebensjahr bemerkbar. Ursache können rheumatische Erkrankungen wie Arthritis sein. Das Raynaud-Syndrom kann bereits auftreten, bevor die eigentliche Krankheit ausgebrochen ist.
Auch Medikamente können das Raynaud-Syndrom auslösen, zum Beispiel Blutdruckmittel oder Antidepressiva. Betroffene sollten einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.
Heilen kann man das Raynaud-Syndrom nicht - aber die Beschwerden lindern. Patienten sollten Kälte und Feuchtigkeit meiden. Schon bei relativ hohen Temperaturen um die zehn Grad Celsius brauchen sie Handschuhe. Am besten eignen sich Fäustlinge, damit sich die Finger gegenseitig wärmen können. Auch der Rest des Körpers muss warm gehalten werden. Bei der Hausarbeit schützen Gummihandschuhe die Hände vor Nässe. Denn das Verdunsten des Wassers auf der Haut entzieht dem Körper Wärme - das kann einen Raynaud-Anfall auslösen. Zigaretten sind für Raynaud-Patienten tabu, denn Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung und führt deshalb zu häufigeren und schwereren Anfällen.
Sinnvoll ist auch Muskeltraining für die Finger, um die Durchblutung zu fördern. Dafür gibt es spezielle Geräte. Ausdauersport wie Joggen oder Radfahren hilft hingegen nicht, im Gegenteil: Häufig treten Raynaud-Anfälle gerade wegen des Sports auf. Denn bei den meisten Sportarten verengen sich die Blutgefäße in den Fingern, damit das Blut dahin fließt, wo es gerade dringender gebraucht wird - zum Beispiel in den Beinen. Da Stress ein möglicher Auslöser des Raynaud-Syndroms ist, kann man mit Entspannungstechniken wie Yoga vorbeugen.
29.11.2012, 12:40 Uhr | lac
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