Gesundheit
Was steckt hinter dem Leistenbruch?02.03.2012, 17:20 Uhr | vdb
Zu einem Leistenbruch kommt es in Deutschland rund 200.000 Mal jährlich. Männer sind davon neun Mal häufiger betroffen als Frauen. Was aber "bricht" genau beim Leistenbruch? Ein Knochen ist es nicht. Wir erklären, was dahinter steckt und mit welchen Symptomen sich ein Leistenbruch äußert.
Der Leistenkanal besteht aus Bauchmuskeln und wird vom Leistenband begrenzt. Entstehen Bauchmuskellücken, kann Darm durch diese Schwachstellen zwischen die Schichten und in den Leistenkanalausgang rutschen. Dann ist ein Teil des Darms von Bauchfell umgeben und bildet einen Bruchsack. Bei Männern entsteht häufiger ein Leistenbruch, weil der Samenstrang im Leistenkanal verläuft und an seinem Ausgang in den Hoden läuft. Somit ist die Körperregion um den Leistenkanal und besonders sein Ausgang bei Männern besonders empfindlich.
Die Ursachen für einen Leistenbruch können also anatomisch bedingt sein. Allerdings steigt auch bei einer Druckerhöhung im Bauchraum, zum Beispiel bei Husten, Verstopfung, dem Heben schwerer Lasten oder in einer Schwangerschaft das Risiko für einen Leistenbruch. Auch Übergewicht kann ihn begünstigen.
Das wichtigste Symptom von einem Leistenbruch ist eine von außen sichtbare Schwellung im Bereich der Leiste oder des Hodensacks. Zudem kann es zu einer Verwölbung im Bereich der Leiste und zu einem ziehenden Schmerz in der Bruchregion kommen. Sind Eingeweide, wie etwa ein Stück des Darms eingeklemmt, kommt es außerdem zu starken Schmerzen und Erbrechen. Dann handelt es sich um einen Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss.
Die Diagnose eines Leistenbruchs ist nicht immer einfach und der Leistenbruch wird nicht immer vom Hausarzt erkannt. Bei der Untersuchung tastet der Arzt meist die Region um die Leiste, also den Unterleib ab. Beim Mann lässt sich dann der Ausgang des Leistenkanals durch den Hodensack ertasten. Hustet der Patient, kann der Arzt fühlen, wie der Bruchsack dort anschlägt. Manchmal macht der Arzt auch einen Ultraschall oder ein MRT um den Bruch abzuklären. Ein Leistenbruch bildet sich nicht von selber zurück und muss deshalb operiert werden. Das geschieht meist ambulant.
Zwar werden noch immer viele Leistenbrüche offen operiert, doch auch ein minimalinasiver Eingriff, bei dem die Bauchdecke kaum geöffnet werden muss, ist möglich. Zudem kann bei einer Operation die Bauchwand vernäht werden. Aber es ist auch möglich, die Hinterwand des Leistenkanals durch ein Kunststoffnetz zu verstärken. Mit welcher Methode der Leistenbruch behandelt wird, entscheidet der Arzt individuell.
02.03.2012, 17:20 Uhr | vdb
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