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Sehtest bei Optiker-Ketten: ARD-"Marktcheck" deckt Mängel auf

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Was taugt der Sehtest bei Optiker-Ketten?

17.01.2012, 10:11 Uhr | tze

Sehtest bei Optiker-Ketten: ARD-"Marktcheck" deckt Mängel auf. Optiker bieten Sehtests an, doch die Qualität fällt sehr unterschiedlich aus. (Quelle: imago)

Optiker bieten Sehtests an, doch die Qualität fällt sehr unterschiedlich aus. (Quelle: imago)

Viele Deutsche lassen einen Sehtest beim Optiker statt beim Augenarzt vornehmen. Kein Wunder, schließlich wartet man wochenlang auf einen Termin beim Facharzt, während es in Städten an jeder Ecke einen Optiker gibt. Aber was taugt ein Sehtest vom Brillenverkäufer? Reporter des ARD-Magazins "Marktcheck" haben es getestet.

Beratung mit versteckter Kamera gefilmt

Für die Stichprobe wählte das ARD-Team drei bundesweit vertretene Optiker-Ketten: Apollo Optik, Fielmann und Krass. Sie schickten eine erfahrene Augenoptikerin als Testkundin in deren Filialen in Mannheim und Karlsruhe und filmten die Beratung mit versteckter Kamera. Zuvor hatte ein Augenarzt die Sehstärke der Frau als Referenzwert ermittelt.

Mit einem Schnelltest abgespeist

In einer Filiale von Apollo Optik wurde die nötige Brillenstärke nur mit dem so genannten Autorefraktor ermittelt. Dieses automatisierte Verfahren liefert Experten zufolge lediglich einen ersten Anhaltspunkt, aber keine exakten Werte. Der Verkäufer erklärte, dass sich viele eilige Kunden mit diesem Ergebnis begnügten. Auf Rückfrage von "Marktcheck" bekräftigte die Zentrale der Optiker-Kette, dass die Autorefraktion nicht ausreiche, um eine Brille anzupassen und nicht den Qualitätsstandards des Unternehmens entspreche.

Einen ausführlicheren Sehtest bekam die Testkundin in jener Filiale jedoch erst auf Nachfrage und musste dafür 18 Euro zahlen. Dies sei üblich, wenn Kunden nicht auch eine Brille kauften. In der Apollo-Filiale in einer anderen Stadt war Sehtest dagegen kostenlos - aber das Ergebnis nicht korrekt.

Ohne Brille gibt's keine Messwerte

Die Hornhautverkrümmung der Testkundin bereiteten der Mitarbeiterin in einer Krass-Filiale Probleme. Nach mehrmaligem Messen verwies sie die Kundin an einen Augenarzt. Das ARD-Team vermerkte positiv, dass der Kundin nicht auf der Grundlage fragwürdiger Messergebnisse eine Brille angedreht wurde. In einer anderen Filiale klappte es mit dem Messen besser, wenn auch nicht fehlerfrei. Zudem wollte der Verkäufer die Werte ohne Brillenkauf nicht herausrücken.

Nur bei einer Kette "kostenlos und kompetent"

Dagegen überzeugten sowohl der Service als auch Testergebnisse in zwei Filialen der Optikerkette Fielmann. Die Mitarbeiter nahmen sich in beiden Fällen viel Zeit für die Kundin und überprüften ihre Messungen mit einer Testbrille. In einer Filiale war eine Optikerin nur für die Sehtests im Einsatz. Sie erkundigte sich auch nach dem gesundheitlichen Allgemeinzustand und nach der Einnahme von Medikamenten, die sich womöglich auf das Sehvermögen auswirken. Die Messwerte beurteilte die als Testkundin agierende Fachfrau als korrekt. Der Sehtest war kostenlos und die Kundin bekam die Werte auch ohne Brillenkauf ausgehändigt.

Optikern nicht blind vertrauen

"Bei Optikern fällt der Wert beim Sehtest oft zu stark aus", sagte der Augenarzt Stephan Kaut in dem Magazinbeitrag. Typische Folgen seien Kopfschmerzen, angestrengtes oder verzerrtes Sehen oder Unschärfe bei überkorrigierter Weitsichtigkeit. Kurzum: Die neue Brille ist unangenehm. Das Fazit der Sendung lautet, dass man einem Optiker nicht blind vertrauen und sich im Zweifel eine zweite Meinung einholen sollte.

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