Haut
Was hinter weißen Hautflecken stecken kann27.08.2013, 13:38 Uhr | dpa-tmn/ stw
Vitiligo ist eine Hautkrankheit bei der sich weiße Flecken auf der Haut bilden. (Quelle: dpa)
Wenn die Haut stellenweise ihre Farbe verliert, kann dahinter Vitiligo stecken. Die sogenannte Weißfleckenkrankheit ist eine der häufigsten Störungen des Pigmentsystems. Zwei Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Wir erklären, was hinter der Autoimmunerkrankung steckt.
Die Ursache der chronischen Krankheit ist noch nicht hinreichend geklärt, eine genetische Komponente gilt aber als erwiesen. Offenbar sind Personen mit dunkler Haut häufiger betroffen als hellhäutige Menschen. Meist macht sich die Erkrankung bereits in der ersten Lebenshälfte bemerkbar.
Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) rät daher, frühzeitig vom Arzt abklären zu lassen, ob es sich tatsächlich um die sogenannte Weißfleckenkrankheit oder eine andere Pigmentstörung handelt. Das sei nicht nur wichtig, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Die frühe Diagnose ist auch sinnvoll, weil sich bei jedem dritten Vitiligo-Patient eine weitere Autoimmunerkrankung feststellen lässt.
Möglich sind zum Beispiel Schilddrüsenstörungen, Diabetes oder Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte), die ebenfalls gezielt behandelt werden müssen.
Bei Vitiligo sterben die für die Pigmentbildung zuständigen Hautzellen nach und nach ab. Warum das so ist, weiß die Wissenschaft bislang noch nicht genau. Besonders betroffen sind dem BVDD zufolge Gesicht, Hände, Füße, Achselhöhlen, die Haut um den Nabel oder im Genitalbereich. Nur selten verschwinden die weißen Flecken wieder, manchmal werden einzelne allerdings kleiner.
Menschen mit der Weißfleckenkrankheit sollten zu viel Sonnenlicht besser meiden. Bei der Vitiligo ist die Haut empfindlicher gegenüber UV-Licht, erläutert der Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Betroffene sollten einem Sonnenbrand vorbeugen, da die weißen Stellen extrem empfindlich sind und die Krankheit sonst weiter fortschreitet. Auch andere lokale Hautschädigungen, wie beispielsweise eine Schuppenflechte können die Krankheit auslösen.
Ärzte vermuten, dass das Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren Ursache für die Störung des Pigmentsystems sind und sich so schädliche Sauerstoffradikale in Hautzellen anhäufen. Auch Begleiterkrankungen, hormonelle Veränderungen, Verletzungen, aber vor allem Stress und psychische Belastungen verschlimmern den Krankheitsverlauf.
Die Behandlungen und Therapien sind sehr schwierig und basieren in der Regel darauf, dass sie die Entzündungsreaktionen unterdrücken. Flecken, die im Gesicht oder an den Händen auftreten, können mit speziellen Haut-Cremes und Salben behandelt werden. Diese enthalten die Wirkstoffe Tacrolimus und Pimecrolimus und wirken entzündungshemmend.
Bei größeren Stellen ist eine Bestrahlung mit UV-B-Licht sinnvoller. Bei der Behandlung werden die Pigmentzellen der Haut wieder aktiviert und überschießende Autoimmunreaktionen unterdrückt. Das kann zu einer normalen Hautbräunung führen. Gerade sichtbare Stellen lassen sich mit dem UV-Licht gezielt und intensiv behandeln. Dadurch werden die nicht betroffenen Hautstellen geschont.
Der Nachteil: Die Therapie dauert meist über mehrere Jahre und die Patienten müssen mehrmals in der Woche zur Bestrahlung. Ob die Therapie letztendlich anschlägt, können Ärzte nicht vorhersagen.
Die weißen Hautflecken lassen sich aber auch gut kaschieren, zum Beispiel mit Make-up. Besonders eignen sich hier Camouflage-Produkte. Diese haben gegenüber normalem Make-up den Vorteil, dass sie fester sind und einen stärkeren Deckeffekt besitzen. Von Selbstbräunern ist hingegen abzuraten, da bei Menschen mit der Weißfleckenkrankheit nicht gleichmäßig bräunt.
27.08.2013, 13:38 Uhr | dpa-tmn/ stw
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