20.07.2012, 17:45 Uhr | akh
Die beste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs ist eine Darmspiegelung. Studien belegen, dass das Risiko einer Erkrankung dank einer Spiegelung um bis zu 40 Prozent gesenkt werden kann. Ab dem 55. Lebensjahr gehört die Koloskopie, wie die Darmspiegelung in Fachkreisen genannt wird, zum Vorsorgeprogramm der Krankenkassen. Trotzdem haben viele Menschen Angst davor und sträuben sich gegen die Untersuchung. Wir klären Sie über die wichtigsten Fakten zur Darmspiegelung auf. Unsere interaktive Grafik zeigt Ihnen, wie eine Darmspiegelung funktioniert.
Allein die Vorstellung einer Darmspiegelung empfinden die meisten als unangenehm. Die Angst vor Schmerzen ist groß, der Darm ist eine der sensibelsten Körperzonen. Von der Untersuchung spürt man jedoch nichts. Bevor es losgeht, wird der Patient durch ein Schlaf- oder Beruhigungsmittel in einen narkoseähnlichen Zustand versetzt. Dieser Dämmerschlaf sorgt dafür, dass die Koloskopie schmerzfrei abläuft. Auf Wunsch kann auch ein richtiges Narkosemittel eingesetzt werden.
Eine Darmentleerung klingt im ersten Moment befremdend. Diese wird im Vorfeld einer Darmspiegelung durchgeführt und ist nichts anderes, als eine Kur mit Abführmitteln. Es wird meist in Pulverform verabreicht und muss ein bis zwei Tage vor der Untersuchung getrunken werden. Damit es zu keinen Verfärbungen der Darmschleimhaut kommt, darf drei Tage vor der Koloskopie kein Kaffee oder Saft getrunken werden. Erlaubt sind klare Flüssigkeiten wie Wasser, klarer Apfelsaft oder weißer Tee. Außerdem dürfen drei bis fünf Tage vor der Untersuchung keine Früchte mit kleinen Kernen wie Erdbeeren oder Kiwis oder fein geschrotetes Getreide, so wie Vollkornbrot gegessen werden. Die kleinen Kerne bleiben sonst im Darm und können die Koloskope verstopfen.
Zu Beginn der Untersuchung liegt der Patient auf dem Rücken. Nachdem das Schlaf- oder Narkosemittel gewirkt hat, wird der Patient in eine stabile Seitenlage gebracht. Das Koloskop, also der Schlauch, der zur Untersuchung verwendet wird, wird bis zum Dünndarm eingeführt. Die Schläuche sind aus sehr weichem Material, weshalb das Verletzungsrisiko sehr gering ist. In den seltensten Fällen kommt es zu Blutungen oder ähnlichem. Am vorderen Ende des Koloskops ist eine kleine Kamera angebracht, mit der der Darm nach möglichen Veränderungen oder Erkrankungen abgesucht wird. Die Untersuchung dauert in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde. Bei einer Darmspiegelung hat der behandelnde Arzt auch die Möglichkeit, gegebenenfalls Gewebeproben zu entnehmen.
Im Vorfeld der Untersuchung sollten Bedenken und Ängste offen gegenüber dem Arzt geäußert werden. Viele vermeiden eine Darmspiegelung auch deshalb, weil sie Angst vor einem möglichen negativen Befund haben. Sprechen Sie vor der Koloskopie mit dem behandelnden Gastroenterologen darüber, welche Erkrankungen beispielsweise aufgrund vorhergehender Symptome möglich sind und wie man diese behandeln kann.
20.07.2012, 17:45 Uhr | akh
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