Chronische Mandelentzündung
Eine chronische Mandelentzündung kann aufs Herz gehen24.02.2012, 14:00 Uhr | akl
Wenn nach einer Mandelentzündung der Hals endlich nicht mehr schmerzt, ist die Erleichterung groß. Doch nicht immer heißt das, dass der Infekt wirklich weg ist. Lesen Sie hier, welche Risiken sich hinter einer chronischen Mandelentzündung verbergen, welche Warnzeichen man beachten sollte und was man selbst tun kann.
Die Gaumenmandeln erfüllen eine wichtige Aufgabe für unser Immunsystem. Sie wehren Keime ab, die durch Mund und Nase in unseren Körper gelangen. Entzünden sie sich, haben die Betroffenen starke Schmerzen beim Schlucken, Kopfschmerzen, Fieber und fühlen sich erschöpft. Die Mandeln sind gerötet und angeschwollen. Eitrige Entzündungen weisen auf einen bakteriellen Infekt hin. Dieser ist hoch ansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Husten, Küssen, Niesen oder Sprechen, übertragen.
Laut dem deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte gehört die akute Mandelentzündung zu den 20 häufigsten Gründen, einen Arzt aufzusuchen. Wird die Entzündung richtig therapiert, ist sie nach ein bis zwei Woche abgeklungen. Wird sie nicht behandelt, kann sie chronisch werden. Davon sprechen die Ärzte dann, wenn der Infekt länger als drei Monate anhält oder immer wieder kommt. In solch einem Fall raten die Ärzte ihren Patienten meist zu einer Operation, bei der die Mandeln entfernt werden.
Das Tückische an der chronischen Mandelentzündung ist, dass diese oftmals nicht die typischen Symptome zeigt. Der Berufsverband weist darauf hin, dass meist nur leichte Schluckbeschwerden, ein Kratzen im Hals, Mundgeruch oder ein seltsamer Geschmack auftreten. Zwar seien die Halslymphknoten geschwollen, schmerzen würden sie aber nicht. Drückt man mit einem Stäbchen auf die Mandeln, tritt Eiter aus. Die Mandeln können entweder vergrößert oder verkleinert sein.
Sind die Mandeln chronisch entzündet, stellen sie einen permanenten Infektionsherd im Körper dar. Laut Berufsverband ist dieser oftmals Ausgangspunkt für Folgeerkrankungen wie rheumatisches Fieber, Nierenentzündungen, Herzentzündungen oder Entzündungen der Gelenke. Dauerhafte Schäden an den Organen, beispielsweise ein Herzklappenfehler, seien nicht auszuschließen. Gelange der Erreger in die Blutbahn, könne es zudem zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung kommen.
Bei Verdacht auf eine Mandelentzündung sollte man auf jeden Fall zu einem Arzt gehen. Er untersucht den Schweregrad der Entzündung, vergleicht die Symptome mit anderen, ähnlichen Krankheitsbildern, darunter Scharlach, Diphterie oder Pfeiffersches Drüsenfieber und empfiehlt eine geeignete Therapie. Bei eitrigen Entzündungen wird Penicillin verschrieben. Betroffene können die Beschwerden therapiebegleitend lindern. Der Berufsverband rät, mit Salbeitee zu gurgeln, viel Warmes zu trinken und feuchte Halswickel aufzulegen. Zigarettenrauch sowie körperliche Anstrengungen sollten vermieden werden. Wirklich verhindern könne man eine chronische Mandelentzündung leider nicht, sagen die Experten.
Ratgeber.t-online.de: Mandelentzündung - Hausmittel und Tipps zur Linderung
24.02.2012, 14:00 Uhr | akl
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