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Juckende Kopfhaut: Das können Sie gegen den Juckreiz tun

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Finger weg von Anti-Schuppen-Shampoos  

Falsche Haarpflege lässt Kopfhaut jucken

15.06.2016, 14:56 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Juckende Kopfhaut: Das können Sie gegen den Juckreiz tun. Eine juckende Kopfhaut kann viele Ursachen haben.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine juckende Kopfhaut kann viele Ursachen haben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Juckende Kopfhaut plagt viele Menschen. Doch nicht immer ist eine Erkrankung die Ursache. Oft liegt der Auslöser in der falschen Haarpflege. Dr. Hans-Georg Dauer, Hautarzt aus Köln und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), erklärt, was der Kopfhaut besonders schadet und worauf es beim Haarewaschen ankommt.

Juckende Kopfhaut ist zum Verrücktwerden: Ständig ist man am Kratzen und macht dadurch alles nur schlimmer. Rötungen, Schuppen und sogar blutige Stellen sind keine Seltenheit, wenn der Juckreiz auf dem Kopf überhandnimmt.

Juckreiz: Trockene Kopfhaut ist häufigste Ursache

"Oft sind Pilze auf der Kopfhaut für den Juckreiz verantwortlich. Auch nach der Anwendung einer Tönung oder Färbung, die nicht vertragen wurde, klagen viele Patienten über juckende Stellen", erklärt Dauer.

"Die häufigste Ursache ist allerdings eine Austrocknung der Kopfhaut. Das kann anlagebedingt sein, zum Beispiel bei Neurodermitis. Doch auch Fehler beim Haarewaschen können die empfindliche Kopfhaut austrocknen." Heißes Wasser, häufiges Waschen, zu viel Shampoo und Shampoo-Rückstände sind laut dem Experten für die Kopfhaut eine echte Herausforderung.

Anti-Schuppen-Shampoos oft zu aggressiv für die Haut

Die Wahl des Shampoos beeinflusst die Gesundheit der Kopfhaut ebenfalls. "Viele greifen bei juckender Kopfhaut zu Schuppenshampoos. Allerdings verstärken diese im Allgemeinen die Trockenheit noch zusätzlich und der Juckreiz nimmt zu", weiß Dauer aus seiner Berufspraxis.

Das liegt daran, weil die eingesetzten, oft aggressiven Wirkstoffe von vielen Menschen nicht vertragen werden. "Herkömmliche Shampoos enthalten Substanzen wie Zinkpyrithion, Selendisulfid oder Pirocton-Olamin. Bioshampoos sind da sanfter. Hier kommen oft Thymian, Wacholder oder Tonerde zum Einsatz", erklärt der Hautarzt. "Zur Dauertherapie sind allerdings beide Arten nicht geeignet."

"Silikone schaden der Kopfhaut"

Auch Silikone in Shampoos können das Gleichgewicht auf dem Kopf erheblich stören und die Fett- und Feuchtigkeitsbalance beeinflussen. "Silikon ist immer zu verurteilen", warnt Dauer. "Es wirkt wie eine Plastikkappe und schadet Haaren und Kopfhaut."

Besser sind laut dem Experten pH-neutrale Shampoos, die ohne Silikone, Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe auskommen. Neben Sensitiv-Shampoos für Erwachsene sind Babyshampoos eine mögliche Alternative zum bisher verwendeten Produkt, da sie die Kopfhaut weniger stark entfetten und häufig zusätzliche Pflegestoffe enthalten, etwa Olivenöl. Jeder muss ausprobieren, welches Shampoo seine Kopfhaut am besten verträgt.

Juckende Kopfhaut: Öl-Kur kann helfen

Wohltuend kann auch ein wenig Öl sein, das sanft in die Kopfhaut massiert wird. Am besten lässt man die Öl-Kur über Nacht einwirken. "Kokosöl beispielsweise ist aufgrund seiner beruhigenden Wirkung auf die Haut und seiner leicht antibakteriellen und antimykotischen Wirkung gegenüber Bakterien und Pilzen sehr sinnvoll", sagt Dauer.

Olivenöl wirkt ebenfalls beruhigend auf die strapazierte Kopfhaut. Da sich Olivenöl aber nur schwer auswaschen lässt, empfiehlt der Hautarzt, es zusammen mit Rizinusöl aufzutragen, um das anschließende Haarewaschen zu erleichtern.

Hört der Kopf nicht auf zu jucken, besser zum Arzt

Lässt der Juckreiz trotz mildem Shampoo, regelmäßigen Ölkuren und einer Verlängerung der Waschintervalle nicht nach, sollte man einen Hautarzt aufsuchen. Neben Allergien kann auch ein Ekzem oder eine Pilzinfektion hinter den Beschwerden stecken. "Hier schafft nur eine gründliche Untersuchung der Kopfhaut Klarheit", sagt Dauer.

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